Was Frauen in MINT-Berufen wichtig ist

Aktuelle Auswertung internationaler Arbeitsmarktstudien

Eine gute Work-Life-Balance, der Abbau von geschlechtsspezifischen Gehaltsdifferenzen und Mentoring-Programme können dem Fachkräftemangel in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT – entgegenwirken. Dies ist das Ergebnis einer Studie des amerikanischen Personaldienstleisters Kelly Services. Befragt wurden 164.000 Personen aus 28 Ländern zu Wünschen und Problemen von Frauen im MINT-Bereich.

Warum beenden Frauen ihre MINT Karriere frühzeitig? Laut der Studie sind ein Mangel an Mentorinnen und weiblichen Vorbildern, Rollenklischees und wenig familienfreundliche Arbeitsbedingungen hierfür ausschlaggebend. Fehlende weibliche Vorbilder seien vor allem für junge MINT-Interessentinnen bis zum Hochschulabschluss ein Hindernis. Der Frauenanteil in den MINT-Studiengängen 2015 in Deutschland lag bei 23 Prozent. Andere europäische Länder verzeichnen ähnliche Anteile an Studentinnen im MINT Bereich. Zusätzlich sei die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen mit einem MINT-Abschluss in der Branche arbeiten, niedriger als bei ihren männlichen Kollegen. Als Auslöser dafür nennt die Studie fehlende Unterstützung. Im fortgeschrittenen Berufsleben sind dagegen wenig familienfreundliche Arbeitsbedingungen ein Hindernis. Auch fehlende Aufstiegschancen können ein Problem sein. Auf dem Höhepunkt der Karriere spiele vor allem die Isolation eine Rolle. Frauen in höheren Führungspositionen seien oft alleine unter ihren männlichen Kollegen.

Offenbar trauen sich Frauen in MINT Bereichen auch weniger zu als ihre Kollegen. So seien in Europa nur 56 Prozent der Frauen in MINT-Berufen von ihrem Marktwert überzeugt – im Gegensatz zu 67 Prozent der Männer. Weniger Selbstvertrauen haben vor allem Ingenieurinnen und Mitarbeiterinnen in den Life Sciences. Informatikerinnen und Mitarbeiterinnen in High Tech-Bereichen würden dagegen mehr Selbstvertrauen aufweisen.

Die Lösungsvorschläge der Autorinnen und Autoren der Studie: Wichtig sei vor allem eine gute Work-Life-Balance für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu zählten flexible Arbeitszeiten und erweiterte Optionen für die Elternzeit. Zudem sei es wichtig, geschlechtsspezifische Gehaltsdifferenzen abzubauen und klare, messbare Schritte auf dem Weg zu einer Beförderung zu kommunizieren. Auch könnten Mentoring-Programme und Patenschaften helfen, mehr Frauen auf dem Weg in die Führungsetagen zu unterstützen. Schließlich sollten Unternehmen ihre Stellenausschreibungen gendergerecht formulieren, damit keine Rollenklischees reproduziert werden.

Analysiert wurden Daten, die Kelly Services in eigenen internationalen Arbeitsmarktstudien in den Jahren 2014 und 2015 erhoben haben.

/dmi

Quellen:

Pressemitteilung von Life PR (02.08.2016): Eine neue Studie zeigt, wie der europäische Fachkräftemangel im MINT-Bereich durch eine inklusive Strategie behoben werden kann

Kelly Services: Report Frauen in MINT-Berufen

Grafik von: Kelly Global Workforce Index 2015, Kelly Services

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