Warum wir eine Technikzeitschrift fĂĽr Frauen brauchen

Nur drei Prozent der Leser/-innen des Innovationsmagazins „Technology Review“ sind weiblich. Bei der Computerzeitschrift „c’t“ sieht es mit einem Leserinnenanteil von acht Prozent nicht viel besser aus. Doch warum ist das so? Interessieren sich Frauen einfach nicht fĂĽr Technik? Eine Studie zweier Studentinnen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zeigt: Das Interesse der Frauen ist gegeben – sie werden durch die aktuelle Technikberichterstattung nur nicht adäquat angesprochen.

Im Rahmen ihrer Masterthesis im Studiengang Technik- und Innovationskommunikation untersuchten Sabine Schmidt und Juliane Schneider in Kooperation mit dem Life&Brain Center, einem An-Institut der Universität Bonn, die impliziten und expliziten Einstellungen von Frauen zum Thema Technik. Um die impliziten – also die unbewussten – Einstellungen gegenĂĽber Technik zu messen, nutzten sie den Impliziten Assoziationstest (nach Greenwald et al. 1998), ein computerbasiertes Verfahren aus der Sozialpsychologie, welches die Stärke der kognitiven Assoziation zwischen zwei Dimensionen (z.B. Technik/Mode und männlich/weiblich) anhand von Reaktionszeiten misst. Dabei kamen sie zu einem ĂĽberraschenden Ergebnis: die Probandinnen assoziierten auf der begrifflichen Ebene nicht Mode, sondern Technik stärker mit Weiblichkeit. So ordneten sie Worte wie „Digitalkamera“, „Smartphone“ und „Auto“ tendenziell schneller weiblichen als männlichen Begriffen zu. Worte wie „Kleidung“, „Schmuck“ und „Laufsteg“ wurden der weiblichen Dimension im Durchschnitt weniger schnell zugeordnet.

Ein zweiter Test zeigte jedoch, dass Bilder von Männern in technischen oder handwerkenden Situationen eher mit positiv konnotierten Worten wie „kompetent“ oder „geschickt“ in Verbindung gebracht wurden. Bilder von Frauen in ähnlichen technischen oder handwerkenden Situationen wurden stärker mit negativ behafteten Adjektiven wie „laienhaft“ oder „inkompetent“ assoziiert. Unbewusst wird die Kompetenz im Umgang mit der dargestellten Technik von den 39 Probandinnen im Alter von 18 bis 55 im Bildertest noch eher den Männern zugeordnet. Das Abbild eines handwerkenden oder technisch agierenden Mannes wirkt vertrauter. Daraus lässt sich die Vermutung ableiten, dass Bilder die Einstellung zu einem bestimmten Thema stärker prägen als Worte. Auf der Ebene der Visualisierung besteht also noch Handlungsbedarf. Die Medien bieten die Chance, geschlechterstereotype Rollenbilder zu verändern. Dazu könnte eine Technikzeitschrift fĂĽr Frauen ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.

Das Scheitern der „Smart Woman“

Der Weka Verlag wagte 2016 mit der „Smart Woman“ einen ersten Versuch, eine Technikzeitschrift speziell fĂĽr Frauen auf den Markt zu bringen und scheiterte damit relativ schnell: Die Zeitschrift wurde nach nur einem Jahr wieder eingestellt. Besonders nach der ersten Ausgabe wurde der „Smart Woman“ vorgeworfen, dass sie ein altertĂĽmliches Frauenbild vermittelt. Weitere mögliche Ursachen fĂĽr das Scheitern könnten eine zu breit gewählte Zielgruppe, das zum Teil zu gering eingeschätzte Vorwissen der Leserinnen oder auch Bildkompositionen sein, die die Zielgruppe nicht ansprechen. Um derartige Fehler in Zukunft zu vermeiden, wurden in der Studie von Schmidt und Schneider verschiedene Tests und Befragungen durchgefĂĽhrt (in einer Synthese der Ergebnisse wurden zum Beispiel potenzielle Leserinnengruppen erschlossen).

Technische Inhalte anders aufbereitet

In einem zweiten Untersuchungsschritt wurden die Probandinnen mithilfe eines teilstandardisierten Fragebogens unter anderem zu einer möglichen Gestaltung sowie inhaltlichen Konzeption einer solchen Technikzeitschrift fĂĽr Frauen befragt. Hier wurde deutlich, dass eine genderspezifische Ansprache durchaus funktionieren kann, indem zum Beispiel in der Technikberichterstattung klare BezĂĽge zur weiblichen Lebenswelt hergestellt werden und ein Nutzen der Technik fĂĽr die Leserin deutlich gemacht wird. Dies kann beispielsweise ĂĽber eine emotionalere und persönlichere Ansprache erfolgen. So empfanden die Frauen Ăśberschriften wie „Ingenieurin bastelt an Lebenswerk“ und „Google weiĂź alles ĂĽber dich“ als besonders spannend. Sachliche Ăśberschriften wie „5 Fakten ĂĽber Smartmeter“ und „Apple stellt iPhone X vor“ wurden im Ranking als langweilig bewertet. Bei einer alltagsnahen und lebenspraktischen Themenwahl können aber auch sachliche Ăśberschriften wie „Dachziegel erzeugt Solarstrahl“ das Technikinteresse wecken.

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Smartphone, Kopfhörer und Blumen – fĂĽr die Probandinnen eine ästhetische und stimmige Kombination, die an Musikhören und Entspannung erinnert. /Bildquelle: Pixabay

Bei der visuellen Darstellung von Technik empfanden die Probandinnen ästhetische Bildkompositionen ansprechender als zweckmäßig gestaltete Bilder. Hier kamen vor allem Technikbilder mit Alltagsbezug gut an. Die Authentizität der Bilder stand ebenfalls im Fokus. So wurde zum Beispiel das Bild einer Frau, die sich sexy auf einem Auto räkelt, stark kritisiert – die Frau wirke nicht wie eine Fahrerin. Des Weiteren bewerteten die Probandinnen Technik vor allem in Kombination mit Dekoration, Essen und Getränken, Natur und natürlich mit Menschen positiv. Wurden technische Gegenstände allein gezeigt, empfanden die Frauen das Bild als eher nicht ansprechend.

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Bildkompositionen wie diese empfanden die Probandinnen tendenziell weniger ansprechend und wurden mit den Worten „trist“ und „einsam“ beschrieben. /Bildquelle: Pixabay

Neben dem Bedarf an technischen Inhalten und deren adäquater Aufbereitung konnte durch den Fragebogen zusätzlich ein Kaufinteresse festgestellt werden, welches jedoch nicht als Indikator für das tatsächliche Interesse an einem Technikmagazin für Frauen gesehen werden sollte (an dieser Stelle sind weitere (quantitative) Überprüfungen sinnvoll). Dennoch gaben über die Hälfte (54 %) der befragten Frauen an, dass sie eine Technikzeitschrift speziell für Frauen kaufen und dafür durchschnittlich 2,90 Euro im Monat ausgeben würden. Einige Probandinnen, die ein starkes Technikinteresse aufwiesen, würden hingegen tendenziell keine spezielle Technikzeitschrift für Frauen kaufen, da sie mit dem aktuellen Angebot zufrieden sind.

Die Generation Y als Zielgruppe

Das Durchschnittsalter der Probandinnen, die hauptsächlich Studentinnen waren, lag bei 25 Jahren. Diese zeigten ein vermehrtes technisches Interesse und gaben an, auch in ihrem Studium häufig mit Technik konfrontiert zu sein. In ihrem Alltag spielt vor allem die Kommunikationstechnik eine große Rolle. Diese könnte somit einen möglichen Themenschwerpunkt in einer Technikzeitschrift für Frauen bilden und gibt auch Auskunft über eine starke kommunikative Vernetzung dieser Generation. Informationen zu technischen Fragestellungen werden vor allem über das Internet, in Foren und über Youtube-Videos abgerufen. Ob ein Technikmagazin für Frauen als reines Printerzeugnis erscheinen sollte, war durch die Studie nicht eindeutig festzustellen. Print bleibt zudem häufig eine kommunikative Einbahnstraße, und so bietet sich eine crossmediale Aufbereitung einer Zeitschrift an.

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Crossmedial statt kommunikativer EinbahnstraĂźe: Der GroĂźteil der Probandinnen (n=39) gab unter der Fragestellung „Wo informieren Sie sich ĂĽber technische Themen?“ das Internet als Informationsquelle an (Mehrfachnennungen waren möglich).

Gerade bei der digital affinen Zielgruppe zwischen 20 und 35 Jahren (Generation Y) wären auch ein Onlinemagazin oder ein Blog denkbar, um fĂĽr das Thema zu sensibilisieren und weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Eine erste Umsetzung der Erkenntnisse in die Praxis ist der Technik-Blog „Fräulein Ypsilon“, der 2019 online gehen soll und natĂĽrlich auch von Männern gelesen werden darf.

/Juliane Schneider

/Fotos: Nina Leonhardt/Juliane Schneider/Pixabay

/Quellen: Masterthesis: Sabine Schmidt und Juliane Schneider (2018): Die Bedeutung des genderspezifischen Technikzugangs für die Konzeption einer Technikzeitschrift für Frauen – Eine Untersuchung auf Basis computergestützter Messverfahren der Sozialpsychologie zur Erhebung der impliziten und expliziten Einstellungen zum Thema Technik und der Aufbereitung von technischen Inhalten. Studiengang Technik- und Innovationskommunikation (M.Sc.) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Web-Serie ‚Technically Single‘ soll Lust auf MINT machen

Juli, eine emanzipierte Frau, die weiß, was sie will: Elektrotechnik studieren. Als sie aber die Zusage auf einen Studienplatz erhält, findet ihr Freund sie plötzlich gar nicht mehr so cool und serviert sie kurzerhand ab. Das wiederum findet Juli nicht cool, wer will schon gern verlassen werden, also versucht sie, ihren Thorsten zurückzuerobern, natürlich nur, um ihn dann selbst in den Wind zu schießen.

Doch was klingt, wie ein Teenie-Drama, ist eigentlich eine gut durchdachte Mini-Serie mit einem konkreten Ziel: „Technically Single soll jungen Frauen und Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren Lust auf die sogenannten MINT-Studienfächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) machen und mit einigen damit verbundenen Klischees aufräumen“, so die Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF).

TUM und HFF arbeiten zusammen

Die Idee zu der Serie hatte vor etwa vier Jahren der damalige Vizepräsident für Diversity und Talent Management an der Technischen Universität München (TUM), Klaus Diepold. „Helden aus den Ingenieurwissenschaften gibt es viel zu wenig. Heldinnen noch weniger“, sagt er zu der Idee. Mit dem Alumnus der TUM und späteren Creative Producer Tobias Grabmeier, drehte Diepold bereits zuvor mehrere Kurzfilme. Grabmeier trat mit der späteren Produzentin Helena Hufnagel und dem späteren Drehbuchautor und Regisseur Sebastian Stojetz, beide Alumni der HFF, in Kontakt. „Tobias kam dann auf mich zu und gemeinsam haben wir erste Ideen für die Umsetzung entwickelt“, erzählt Sebastian Stojetz. Insgesamt waren über hundert Personen an der Produktion beteiligt, darunter auch die Juli-Schauspielerin Alina Stiegler. Die Finanzierung des Projekts war eine der Hürden, die das junge Team bewältigen musste. Letzten Endes übernahmen dies die TUM, die HFF, der FilmFernsehFonds Bayern sowie weitere Sponsoren. Am 4. Oktober dieses Jahres fand auf den Filmfest Hamburg dann die Weltpremiere statt. Online abrufbar ist die Serie seit dem 13. Oktober.

Web-Serie als Format fĂĽr die junge Zielgruppe

Insgesamt hat die erste Staffel der Serie „Technically Single“ fünf Folgen, die jeweils etwa zehn Minuten dauern, charakteristisch für so genannte Web-Serien. Für dieses Format haben sich die Macher ganz bewusst entschieden, da es gut zum veränderten Mediennutzungsverhalten junger Leute passe, so der Creative Producer. Die Folgen sind zeit- und ortsunabhängig online abrufbar. Entweder über die kostenpflichtige Online-Videothek Maxdome oder kostenlos auf der Internetseite des TV-Senders „Sixx“.

Scully-Effekt: „Akte X“ dient als Inspiration

Ein großes Ziel der Serie ist, junge Frauen stärker für Studiengänge im MINT-Bereich zu gewinnen, ein Ziel, was sich schon viele andere Projekte gesetzt haben. Die Macher von „Technically Single“ setzen dabei auf den aus den USA bekannten „Scully-Effekt“, der auf die Serie „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“ zurückgeht. Denn die Hauptfigur der Serie, Dana Scully, FBI-Agentin und Forensikerin, soll zahlreiche Mädchen und Frauen dazu ermutigt haben, Berufe in den Naturwissenschaften zu ergreifen oder sich in anderen eher männerdominierten Berufen zu behaupten.

Eine Studie des „Geena Davis Institute on Gender in Media“ belegte in diesem Jahr, dass TV-Serien tatsächlich Wirkung auf die Berufswahl von Personen haben können. So seien die Befragten, die die Figur der Dana Scully kannten, eher bereit, einen Beruf im MINT-Bereich zu ergreifen, als diejenigen, die sie nicht kannten.

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Mit einem Lügendetektor-Roboter verhört Juli ihren Ex-Freund Thorsten.

 

Maria Furtwängler spielt Professorin für Elektrotechnik

Die wohl namhafteste Schauspielerin der Serie ist Maria Furtwängler, vor allem bekannt als „Tatort“-Kommissarin in Niedersachsen. In „Technically Single“ spielt sie die Professorin für Regelungstechnik Ulrike Bornholm. „Produktion und Regie hatten von Anfang an die Idee, für diese Rolle Maria Furtwängler anzufragen. Sie hat ja an der TUM Medizin studiert“, erzählt Klaus Diepold. Furtwängler engagiert sich in diversen sozialen Projekten zur Stärkung von Mädchen und Frauen, gemeinsam mit ihrer Tochter gründete sie vor einiger Zeit die Stiftung „MaLisa“. 2017 war das Ergebnis einer von ihr initiierten Studie, dass Frauen in Film und Fernsehen immer noch deutlich unterrepräsentiert sind, was hohe Wellen in den Medien schlug. „Es war ein hoch gestecktes Ziel, eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen für unsere Serie zu gewinnen. Umso mehr haben wir uns gefreut, als die Zusage kam“, so Diepold.

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Maria Furtwängler spielt Julis Professorin für Regelungstechnik und ermutigt sie, sich von ihren Problemen nicht unterkriegen zu lassen.

 

Serien und Soaps bislang ohne Naturwissenschaftler/innen

Nach einem Monat, in dem die Serie nun online zu sehen ist, habe es viel positive Resonanz von Zuschauern gegeben, so die Verantwortlichen der TUM. Auch die Initiative Nationaler Pakt fĂĽr Frauen in MINT-Berufen – „Komm, mach MINT“, findet die Idee einer solchen Web-Serie sehr gut. „Eine Webserie, die das oftmals stereotype Berufswahlverhalten von jungen Frauen und Männern in den Blick nimmt und mit diesen Stereotypen spielt, ist ganz in unserem Sinne“, so Christina Haaf von „Komm, mach MINT“. 2013 habe das Projekt „MINTiFF“ der Initiative gezeigt, dass sich Jugendliche gerade an Rollenbildern in deutschen Fernsehfilmen, Serien und Soaps orientieren. „Dort bleiben wissenschaftliche Berufsmilieus jedoch weitgehend ausgespart, Naturwissenschaftler und Naturwissenschaftlerinnen und Ingenieure und Ingenieurinnen sind so gut wie nicht vertreten“, sagt Haaf.

„Sturm des Wissens“

Ein ähnliches Ziel wie nun „Technically Single“ verfolgte die Serie „Sturm des Wissens“, die im Jahr 2013 von dem Fernsehsender „MV1“ ausgestrahlt wurde. Die Verantwortlichen wollten wissenschaftliche Themen in eine leichte Soap verpacken und so vor allem junge Frauen für naturwissenschaftliche und technische Fächer begeistern. Entwickelt und gedreht wurde die so genannte „Science-Soap“ von Studierenden in Rostock. 

Ob es in Zukunft ähnliche gemeinsame Projekte zwischen der TUM und der HFF geben wird, steht noch nicht fest. Auch eine zweite Staffel der Serie ist noch nicht geplant. Die Macher freuen sich erst einmal über die erste Staffel, Ideen gebe es aber genug, so Klaus Diepold. „Der Abschluss der ersten Staffel ist das erste Semester – das war der Bogen, den wir spannen wollten, und natürlich gäbe es noch ein paar weitere Semester“, sagt Tobias Grabmeier dazu und macht Hoffnung auf mehr.

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Juli (2.v.l.) und ihre Kommilitonen freuen sich über den Sieg beim „hackaTUM“.

 

/ Johanna Schulze

/ Bilder: Technically Single

 

Grafik: Wunschthemen und Technik in Frauenzeitschriften

Mode, Make-up oder Motoren?

BA-Thesis zeigt: Leserinnen wĂĽnschen sich mehr technische Inhalte in Frauenzeitschriften

Frauen wollen in den an sie adressierten Zeitschriften zukünftig mehr über Technik lesen. So das Ergebnis einer Abschlussarbeit des Studiengangs Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Die Teilnehmerinnen der Erhebung kritisierten das derzeitige Angebot an Frauenzeitschriften vor allem wegen seiner Oberflächlichkeit. Die Themen spiegelten in ihren Augen nicht die Meinungen und Lebensweisen der aktuellen, modernen Frau wider. Die Probandinnen wünschten sich ein breiteres Themenspektrum, das über das bisherige Angebot am Frauenzeitschriftenmarkt hinausgeht. Neben Themen wie alltagstauglicher Mode, Ernährung, Sport und Psychologie sollten auch handwerkliche und technische Themen stehen.

Praktischer Nutzen durch Handwerktipps

Dass Frauen grundsätzlich weniger an Technik interessiert seien, konnte in der Studie – zumindest für die befragten sechs Frauen – widerlegt werden. Und auch die Aufbereitung technischer Texte sollte nicht einfacher, sondern stärker mit Bezug zu den Anwenderinnen gestaltet sein. Die Probandinnen, deren Wünsche an Frauenzeitschriften anhand einer Gruppendiskussion ermittelt wurden, wollen sich mit dem jeweiligen Thema identifizieren und im besten Falle einen praktischen Nutzen aus der Lektüre ziehen.

Die Teilnehmerinnen der Gruppe waren zum Zeitpunkt der Erhebung zwischen 20 und 54 Jahren alt und unterschieden sich in ihren beruflichen Tätigkeiten. Umso interessanter war es, dass alle Probandinnen ähnliche Ansprüche an eine neue Frauenzeitschrift und die Darstellung technischer Inhalte hatten. Auch wenn die Gruppendiskussion nur einen sehr kleinen Ausschnitt der weiblichen Bevölkerung abbildet, können auf Basis ihrer Ergebnisse weitere Forschungen zu eine Konzept für eine neue Art von Frauenzeitschriften, die auch Leserinnen unterschiedlichen Alters ansprechen könnte, betrieben werden.

Grafik: Wunschthemen in Frauenzeitschriften

So könnte die Themenverteilung einer neuen Generation von Frauenzeitschriften nach der Studie aussehen. Dargestellt ist die Anzahl der Teilnehmerinnen (Grundgesamtheit n=6) der Gruppendiskussion, die für das jeweilige Thema stimmen, sowie der Anteil, den das Thema am gesamten Inhalt erhalten soll. Quelle: Schneider

Bachelorthesis: Juliane Schneider (2016): Mode, Make-up oder Motoren – Eine qualitative Untersuchung zur inhaltlichen Konzeption von Frauenzeitschriften. Studiengang Technikjournalismus/PR der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.