Die Beiträge mit dem Thema Technik auf dem studentischen Ausbildungsportal Technikjournal sind zum großen Teil mit Alltagsthemen verknüpft. Dadurch wird Technik Männern und Frauen auf interessante Weise näher gebracht.

Technikjournal auf dem Prüfstand

Technikjournal.de: Vorbild für gendergerechten Journalismus?

Im Online-Magazin „technikjournal.de“, einem Ausbildungsportal des Studiengangs „Technikjournalismus“ an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, publizieren die Studierenden multimediale Berichte zu Technik- und Umweltthemen. Doch wie gendergerecht berichtet technikjournal.de über Technik? Wie viele junge Frauen und Männer schreiben hier über technische Themen und wie viele Technik-Expertinnen kommen in den Beiträgen zu Wort?  Im Wintersemester 2016/17 sind Studierende im Projekt “Technikjournal auf dem Prüfstand” auch dieser Frage mithilfe einer empirischen Untersuchung nachgegangen. Marcel Tittko und Marvin Sommershof schildern im Folgenden ihre Erfahrungen und Ergebnisse.

Gendergerechtigkeit im Technikjournalismus

Das Thema Gendergerechtigkeit im Journalismus beschäftigt Fachleute seit einiger Zeit. Dadurch war klar, dass eine entsprechende Untersuchung auch Teil eines Prüfstandes für die Lehrredaktion der Hochschule, das “Technikjournal” sein muss.

Der erste Schritt war die Aufarbeitung der bereits vorhandenen Ergebnisse anderer Autoren. Das Wiki der Hochschule zum Thema Gendergerechtigkeit erwies sich in diesem Zusammenhang als essenziell. Schwierig war hierbei der Begriff des “Technikjournalismus”. Denn die Untersuchungen und Studien beziehen sich in vielen Fällen entweder auf Gendergerechtigkeit im Ingenieurberuf oder im Journalismus. Beide Bereiche hatten jedoch eines gemeinsam: Frauen waren im Vergleich mit ihren männlichen Kollegen in der Unterzahl. Und die Gründe waren vielfältig. Ein durch Männer geprägtes Umfeld und ungleiche Bezahlung sind dabei nur zwei von vielen.

Frauen, Männer und Technik

Nach der Sichtung der allgemeinen Ergebnisse wurden die Artikel des Technikjournals unter Zuhilfenahme eines Kodierbuchs einzeln begutachtet. Untersucht wurden Artikel aus dem Zeitraum vom Sommersemester 2015 bis zum Sommersemester 2016. Bei der Analyse ging es unter anderem um die Darstellung von Frauen, Männern und Technik in Fotos, die Expertenwahl und das Geschlecht der Autoren. Hinzu kam der Studienschwerpunkt (Umwelt- oder Ingenieurwissenschaften). Mit dem IBM-Tool SPSS und der quelloffenen Alternative PSPP wurden die Daten ausgewertet und grafisch aufbereitet. Im Folgenden ein kurzer Überblick über die Ergebnisse.

Viele Autorinnen, wenig Expertinnen

Im Ressort Technik arbeiten nach wie vor überwiegend Journalisten. Das ist beim Ausbildungsportal technikjournal anders: Mit etwa 40 Prozent entspricht der Frauenanteil unter den Autoren und Autorinnen hier sogar dem für Deutschland geschätzten Journalistinnen-Anteil über alle Ressorts hinweg.

Bei den in den Beiträgen zu Wort kommenden Expertinnen und Experten überwiegen allerdings sowohl in den Texten als auch in Fotos und Videos ganz klar Männer. So kann etwa für die in den Texten erwähnten Fachleute festgehalten werden, dass Männer etwa doppelt so häufig technische Zusammenhänge erklären und einordnen können wie Frauen.

Der geringe Frauenanteil in der Berichterstattung deutet ein Problem an: Wenn erheblich mehr Männer als Technik-Experten zu Wort kommen, erscheint der Eindruck, dass Technik eher etwas für Männer ist. Wenn Technik-Expertinnen nicht oder nur wenig präsent in den Medien sind, fehlt eine Vorbildfunktion für junge Frauen, die unschlüssig sind, ob sie sich für einen technischen Beruf entscheiden sollten.

Positiv zu werten ist wiederum, dass in mehr als 80 Prozent der Beiträge der Nutzen von Technik im privaten Alltag thematisiert wird. Damit dürfte die Berichterstattung im Online-magazin „Technikjournal“ Frauen wie Männer gleichermaßen ansprechen.

Technikjournalismus ist Vorbild für andere Berufsfelder

Aber zurück zu den Autorinnen und Autoren: Die Frauenanteile in den journalistischen Studiengängen und selbst im Fach Technikjournalismus, das vor wenigen Jahren noch überwiegend von jungen Männern gewählt wurde, zeigen, dass sich eine Frauenquote von 50 Prozent auch im Technikjournalismus realisieren ließe. Gleichzeitig kann ein interdisziplinärer Studiengang wie Technikjournalismus durch die Abdeckung journalistischer und technischer Kompetenzen junge Frauen und Männer ausbilden, die sich sowohl für Technik als auch für deren Vermittlung interessieren.

/Marcel Tittko und Marvin Sommershof editiert von ske

Grafiken von gender2technik auf Grundlage der Daten von Marcel Tittko und Marvin Sommershof 

Gender und Technik Literatur, eine Auflistung von wissenschaftlichen Beiträgen zum Thema Gender und Technik.

Gender und Technik Literatur

Welttag des Buches und des Urheberrechts

Der 23. April wurde weltweit als Tag des Buches und Urheberrecht gefeiert. Dies nimmt sich „gender2technik“ zum Anlass, um auf Literatur zum Thema Gender und Technik aufmerksam zu machen. Diese Literaturliste wurde im Projekt „Technik-Frauen-Journalismus“ 2014 unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Keil und Dr. Nina Leonhardt an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zusammengestellt und dient als wissenschaftliche Grundlage des Projekts „Gendergerechter Technikjournalismus“.

Aldag, Isabell (2003): Technikberichterstattung in Frauenzeitschriften. Eine Analyse der Zeitschriften „Brigitte“, „Cosmopolitan“, „Freundin“, „Für Sie“ und „Glamour“ im Zeitraum 2002/2003. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Bath, Corinna/Schelhowe, Heidi/Wiesner, Heike (2008): Informatik: Geschlechteraspekte einer technischen Disziplin. In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (Hrsg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Geschlecht & Gesellschaft, Band 35, 2. Erweiterte und aktualisierte Auflage, Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften, 821-833.

Bertram, Bärbel (2012): Lippenstift und Motoröl. Eine Untersuchung zur Technologiekompetenz weiblicher Auszubildender am Beispiel von Kraftfahrzeugmechatronikerinnen. Dissertation, Universität Bremen, 2012. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag.

Buhr, Regina (2006): Innovationen – Technikwelten, Frauenwelten: Chancen für einen geschlechtergerechten Wandel des Innovationssystems in Deutschland. Berlin: Wostok Verlag.

Deutscher Gewerkschaftsbund Bundesvorstand (2013): Newsletter Arbeitsmarkt aktuell: Studie „Frauen in MINT Berufen“ – Weibliche Fachkräfte im Spannungsfeld Familie, Beruf und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB). Berlin, Nr. 3 / Juni 2013. Online unter: http://www.dgb.de/themen/++co++55947064-dff5-11e2-8fc5-00188b4dc422 [Abrufdatum 22.07.2014].

Ebeling, Helga (2006): Frauen in der industriellen Forschung und Entwicklung in Europa. In: Buhr, Regina (Hrsg.) (2006): Innovationen: Technikwelten, Frauenwelten. Chancen für einen geschlechtergerechten Wandel des Innovationssystems in Deutschland. 57-72. Online unter: http://www.iit-berlin.de/de/publikationen/innovationen-technikwelten-frauenwelten/at_download/download [Abrufdatum 23.07.2014].

Endres, Helene (2013): Frauen in Ingenieurberufen – Karriere technisch unmöglich. In: Spiegel Online. Online unter: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/studie-trotz-fachkraeftemangels-keine-chance-fuer-mint-frauen-a-914507.html  [Abrufdatum 23.07.2014].

Greif, Moniko (2000): Ingenieurinnen erwünscht! Handbuch zur Steigerung der Attraktivität ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge für Frauen. Bochum, S. 5-7;14-18; 24-31.

Götsch, Monika/Heine, Yvonne/Kleinn, Kari (2013): „… dass auf einmal ’n blue screen ’n pink screen wäre“ – Diversity-Konzepte von Studierenden der Informatik. In Informatik Spektrum Juni 2013, Volume 36, Issue 3, S.278-286.

Harding, Sandra (2008): Wissenschafts- und Technikforschung: Multikulturelle und postkoloniale Geschlechteraspekte. In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (2008): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Geschlecht & Gesellschaft, Band 35, 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 312-321.

Heinrich, Elkedagmar/Rentschler, Michael (Hrsg.) (2003): Frauen studieren Technik. Bedingungen – Kontext – Perspektiven. Report – Beiträge zur Hochschuldidaktik, Band 41. Aachen: Shaker Verlag.

Horwath, Ilona et al. (2007): Tequality – Technik. Gender. Equality: Das Technikstudium aus der Sicht von Männern und Frauen. Institut für Frauen- und Geschlechterforschung, Johannes Kepler Universität Linz. Online unter: http://www.tequality.at/ [Abrufdatum 23.07.2014].

Ihsen, Susanne (2006): Technische Fachkultur und Frauenbilder – Warum sich die Technik mit den Fachfrauen so schwer tut. In Buhr, Regina (Hrsg.) (2006): Innovationen – Technikwelten, Frauenwelten. Berlin. S. 103-114.

Ihsen, Susanne (2008): Ingenieurinnen: Frauen in einer Männerdomäne. In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (Hrsg): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Geschlecht & Gesellschaft, Band 35, 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 799-805.

Knoll, Bente/Ratzer, Brigitte (2010): Gender Studies in den Ingenieurwissenschaften. Wien: Facultas.

Neusel, Ayla (2005): Technik und Gender. Ingenieurwissenschaften als Studium und Wissenschaft von Frauen. In: Spellerberg, Annette (Hrsg.) (2005): Die Hälfte des Hörsaals. Frauen in Hochschule, Wissenschaft und Technik. Berlin: edition sigma, 75-95.

Paulitz, Tanja/Prietl, Bianca (2013): Spielarten von Männlichkeit in den „Weltbildern“ technikwissenschaftlicher Fachgebiete. In: Informatik Spektrum, Volume 36, 3/2013, S. 300-308.

Paulitz, Tanja (2012): Mann und Maschine. Eine genealogische Wissenssoziologie des Ingenieurs und der modernen Technikwissenschaften, 1850-1930. Bielefeld: transcript.

Pfenning, Uwe et al. (2011): Frauen für Technik – Technik für Frauen. Zur Attraktivität von Technik und technischen Berufen bei Mädchen und Frauen. In: Wentzel, Wenka et al. (Hrsg.) (2011): Generation Girls’Day. Opladen: Budrich UniPress, 123-157.

Quaiser-Pohl, Claudia (2012): Mädchen und Frauen in MINT: Ein Überblick. In: Stöger, Heidrun et al. (Hrsg.) (2012): Mädchen und Frauen in MINT-Bedingungen von Geschlechtsunterschieden und Interventionsmöglichkeiten.  Lehr-Lern-Forschung, Band 1. Berlin: Lit Verlag, 13-39.

Ruprecht, Anja (2007): Berufe haben (k)ein Geschlecht? Grenzziehungsprozesse bei Projekten für Mädchen im Bereich Technik und Handwerk. Dissertationsprojekt Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Schreyer, Franziska (2006): Hochqualifizierte Technikfrauen – Studium, Arbeitsmarkt, Zukunft. In: Buhr, Regina (Hrsg.) (2006): Innovationen – Technikwelten, Frauenwelten. Chancen für einen geschlechtergerechten Wandel des Innovationssystems in Deutschland. Berlin: Wostok Verlag, 43-56. Online unter:http://www.iit-berlin.de/de/publikationen/innovationen-technikwelten-frauenwelten/at_download/download  [Abrufdatum 23.07.2014].

Schreyer, Franziska (2008): Akademikerinnen im technischen Feld. Der Arbeitsmarkt von Frauen aus Männerfächern. IAB-Bibliothek, Bd. 3, herausgegeben vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Frankfurt/New York: Campus Verlag.

Schröder, Hans Joachim (2007): Technik als biographische Erfahrung 1930-2000. Dokumentation und Analyse lebensgeschichtlicher Interviews. Zürich: Chronos.

Solga, Heike (2009): Das falsche Geschlecht: Warum ich nicht Ingenieurin geworden bin – obwohl ich fast alle Voraussetzungen erfüllte. In: Die Zeit, Spezial: Ingenieure & Techniker, Ausgabe 37/2009. Online unter: http://www.zeit.de/2009/37/C-Frauen [Abrufdatum 23.07.2014].

Solga, Heike/Pfahl, Lisa (2009): Wer mehr Ingenieurinnen will, muss bessere Karrierechancen für Frauen in Technikberufen schaffen. WZBrief Bildung, Ausgabe 4/2009, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Online unter: http://bibliothek.wzb.eu/wzbrief-bildung/WZBriefBildung072009_solga_pfahl.pdf. [Abrufdatum 23.07.2014].

Schwarze, Barbara/David, Michael/Belker, Charlote Bettina (2008): Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik. Bielefeld: Universitätsverlag Webler.

SORA Institut for Social Research and Consulting (2012): Studie „Frauen und Mädchen in technischen Berufen“. Online unter: http://technikqueen.at/frauen-technik/studie/ [Abrufdatum 15.11.2014].

Stöger, Heidrun et al. (2012): Mädchen und Frauen in MINT – Bedingungen von Geschlechterunterschieden und Interventionsmöglichkeiten, Lehr-Lern-Forschung Band 1. Berlin: LIT.

Trauth, Eileen Moore et al. (2008): A Multicultural Analysis of Factors Influencing Career Choice for Women in the Information Technology Workforce, Journal of Global Information Management, Ausgabe 16/2008. Online unter: http://www.eileentrauth.com/uploads/4/6/7/6/4676002/0629_001.pdf [Abrufdatum 23.07.2014].

Walter, Christel (1998): Technik, Studium und Geschlecht: Was verändert sich im Technik- und Selbstkonzept der Geschlechter? Reihe Geschlecht und Gesellschaft, Band 11. Opladen: Springer VS.

Wajcman, Judy (2007): From women and technology to gendered technoscience. In: Information, Communication & Society, Ausgabe 3/2007, Taylor & Francis, S. 287-298. Online unter: http://www.jenjenson.com/courses/gendertech/wp-content/uploads/2010/01/25727273.pdf [Abrufdatum 23.07.2014].

Wächter, Christine (2003): Technik-Bildung und Geschlecht. Reihe Technik- und Wissenschaftsforschung Band 42. Wien: Profil Verlag GMBH.

Wensierski, Hans-Jürgen von/Langfeld, Andreas/Puchert, Lea (2015): Bildungsziel Ingenieurin. Biographien und Studienfachorientierungen von Ingenieurstudentinnen – eine qualitative Studie. Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich.

Wentzel, Wenka (2008): „Ich will das und das ist mein Weg!“ – Junge Frauen auf dem Weg zum Technikberuf. Schriftenreihe Heft 7, Bielefeld: Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.. Online unter: http://www.humboldt-duesseldorf.de/work/pdf/GirlsBoysDay/H7_StudieGD_qualitativ.pdf [Abrufdatum 23.07.2014].

Wissenschaftliches Sekretariat für die Studienreformim Land Nordrhein-Westfalen (2000): Ingenieurinnen erwünscht! Handbuch zur Steigerung der Attraktivität ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge für Frauen. Online unter: https://www.think-ing.de/index.php?media=985 [Abrufdatum 23.07.2014].

Zachmann, Karin (2004): Mobilisierung der Frauen. Technik, Geschlecht und Kalter Krieg in der DDR. Frankfurt/Main: Campus.

Foto: Pixabay.de | lil_foot_

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Portrait von Maria Telkes, die bedeutende Erfindungen in der Solarenergie entwickelte und so den Titel „The Sun Queen“ erhielt.

Maria Telkes

The Sun Queen

22. April war der Tag der Erde – er steht für die Wertschätzung der natürlichen Umwelt und soll zum Überdenken des Konsumverhaltens anregen. „gender2technik“ möchte daher an Maria Telkes erinnern. Ihre Erfindungen machten die Energie der Sonne nutzbar und brachten ihr so den Titel „The Sun Queen“ ein. Sie erfand den ersten funktionierenden Solarofen, ein Heizungssystem betrieben mit Solarenergie und ein Solare Meerwasserentsalzung zur Gewinnung von Trinkwasser.

Telkes wurde am 12. Dezember 1900 in Budapest geboren. Schon vor ihrem Bachelor in der Physikalischen Chemie 1920 an der Universität in Budapest, interessierte sich Telkes für Solarenergie. 1924 promivierte Telkes, ebenfalls in der Physikalischen Chemie. Ein Jahr später emmigrierte sie in die USA um als Biophysikerin an der Cleverland Clinic Foundation zu arbeiten, wo sie an life-transformative energy forschte. Später, 1937 arbeitete und forschte sie bei Westinghouse Electric Corporation an der Energieumwandlung, im speziellen von der Umwandlung von Wäremeenergie zu elektrischer Energie.

1940 wechselte Telkes an das Massachusetts Institute of Technology, wo sie am Solarenergieumwandlungs Projekt arbeitete. 50 Jahre lang forschte Telkes an neuen Möglichkeiten Solarenergie zu nutzen. Maria Telkes und Architektin Eleanor Raymond entwickelten 1948 gemeinsam das erste mit Solarenergie beheizte Haus – das Drover Sun House.

Die Erneuerbaren Energien sind auch heute ein sehr beliebtes Berufsfeld. Durch den konkreten gesellschaftlichen Nutzen sind die technischen Berufe unter Frauen besonders beliebt. Eine Analyse des Wissenschaftsladen Bonn von 2014/15 zeigt, dass im Bereich der Erneuerbaren Energien vor allem technische Berufe wie Elektroniker/innen, Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Mechatroniker/innen, Elektroanlagenmonteur/in und Mechaniker/innen gefragt sind.

Um Berufe in den erneuerbaren Energien auch Mädchen näher zu bringen hat der Wissenschaftsladen Bonn in Zusammenarbeit mit dem Game Studios the Good Evil und der Technischen Universität Dresden das Serious Game Serena entwickelt. Serena soll 13- bis 15-jährigen Mädchen auf spielerische Weise Wissen und Kompetenzen vermitteln.

Quellen:

Lemelson-Massachusetts Institute of Technology

Argentur für Erneuerbare Energien (7. März 2017): Erneuerbare Energien motivieren Frauen zu technischen Berufen

Analyse des Wissenschaftsladen Bonn (2015): Technische Ausbildungsberufe im Bereich Erneuerbare Energien

Serena Supergreen, Webseite des Serious Game

Foto: Dr. Maria Telkes New York World-Telegram and the Sun staff photographer – Library of Congress Prints and Photographs Division. New York World-Telegram and the Sun Newspaper Photograph Collection.

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Potrait der ersten Nobellpreisträgerin der Physiologie oder Medizin 1947, Gerty Theresa Cori.

Wegbereiterin Gerty Cori

Erste Nobelpreisträgerin der Physiologie oder Medizin

Am 7. April war der Weltgesundheitstag. Anlass für „gender2technik“ das Leben der Vorreiterin Gerty Cori näher zu beleuchten. 1947 erhielt sie zusammen mit ihrem Mann Carl Ferdinand Cori den Nobelpreis für die Entdeckung des Verlaufs des katalytischen Glykogen-Stoffwechsels, umgangssprachlich auch als Zuckerstoffwechsel bekannt. Sie war die erste Frau, die einen Nobelpreis der Physiologie oder Medizin verliehen bekam und somit Vorbild für viele weitere Wissenschaftlerinnen.

Der zyklische Verlauf des Glykogen-Stoffwechsels wird auch heute noch als Cori-Zyklus bezeichnet. Der Kreislauf beschreibt folgendes: Zucker wird in der Muskulatur zu Energie umgewandelt. Dabei entsteht Lactat als Abfallprodukt. Das Lactat wird dann durch den Blutkreislauf in die Leber transportiert. Hier kann es durch die Energie von Fett(säuren) wieder in Zucker umgewandelt werden. Der entstehende Zucker kann dann entweder gespeichert werden oder er gelangt durch den Blutkreislauf wieder zur Muskulatur. Die Entdeckungen der Coris zum Zucherstoffwechsel legten den Grundstein für weitere Forschungen und Entdeckungen.

Das effektive Cori-Team forschte auch an den Effekten der Hormone Insulin und Adrenalin im Zuckerstoffwechsel. 1936 konnten sie erstmals Glucose-1-phosphat isolieren, welches auch den Namen Cori-Ester trägt. Den Lohn für diese Errungenschaft wurde jedoch zunächst nur ihrem Mann zugeschrieben. Zahlreiche weitere Erfolge auf dem Gebiet der Biochemie folgten. Jedoch wurden ihre wissenschaftlichen Erfolge nicht gewürdigt. Während Carl Cori 1931 auf eine Professur berufen wurde, erhielt Gerty Cori erst 1943 eine Assistenz-Professur. Fünf Jahre später, 1947 wurde auch Gerty auf eine „vollständige“ Professur berufen – dem selben Jahr, in dem Gerty und Carl Cori den Nobelpreis der Physiologie/Medizin erhielten.

Ein Jahr nach der Nobelpreisverleihung wurde bei Gerty Cori die seltene Krankheit Myelofibrose, eine Erkrankung des Knochenmarks, festgestellt. Dennoch arbeitete sie engagiert bis zu ihrem Tod weiter. Sie war somit nicht nur Vorreiterin für Frauen in der Medizin, sondern auch Vorbild für sie. Dennoch vergingen 30 Jahre, bis erneut eine Frau – Rosalyn Sussman Yalow – 1977 den Nobelpreis der Physiologie/Medizin erhielt.

Auch 70 Jahre nachdem die erste Frau einen Nobelpreis in der Physiologie erhalten hat ist der Frauenanteil erschreckend gering: Bisher haben nur 12 Frauen einen Nobelpreis für Physiologie/Medizin erhalten. Im Vergleich dazu liegt der Männeranteil mit 199 Nobelpreisträgern in der Disziplin deutlich höher. Jedoch zeigt sich, dass der Abstand zwischen den Verleihungen an eine Frau sich mittlerweile verkürzt hat. Waren es vor dem Jahre 2000 noch durchschnittlich acht bis neun Jahre, so vergehen nach 2000 im Durchschnitt nur noch rund zwei bis drei Jahre bis zu einer Nobelpreisträgerin in der Physiologie/Medizin.

Nobelpreisträgerinnen für Physiologie oder Medizin:

  • 1947: Gerty Cori und Carl Ferdinand Cori: „für ihre Entdeckung des Verlaufs des katalytischen Glykogen-Stoffwechsels“
  • 1977: Rosalyn Sussman Yalow: „für die Entwicklung radioimmunologischer Methoden der Bestimmung von Peptidhormonen“
  • 1983: Barbara McClintock: „für ihre Entdeckung der beweglichen Strukturen in der Erbmasse“
  • 1986: Rita Levi-Montalcini und Stanley Cohen: „für ihre Entdeckung des Nervenwachstumsfaktors“
  • 1988: Gertrude Belle Elion, James Whyte Black und George Herbert Hitchings: „für ihre wegweisenden Entdeckungen wichtiger biochemischer Prinzipien der Arzneimitteltherapie“
  • 1995: Christiane Nüsslein-Volhard, Edward B. Lewis und Eric F. Wieschaus: „für ihre grundlegenden Erkenntnisse über die genetische Kontrolle der frühen Embryonalentwicklung“
  • 2004: Linda B. Buck und Richard Axel: „für die Erforschung der Riechrezeptoren und der Organisation des olfaktorischen Systems“
  • 2008: Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier: „für die Entdeckung des HI-Virus“
  • 2009: Elizabeth H. Blackburn, Carol W. Greider und Jack Szostak: für die Entdeckung, „wie Chromosomen durch Telomere und das Enzym Telomerase geschützt werden“
  • 2014: May-Britt Moser, Edvard Moser und John O’Keefe: „für Entdeckungen von Zellen, die ein Positionierungssystem im Gehirn bilden“
  • 2015: Youyou Tu: „für ihre Entdeckungen betreffend eine neuartige Therapie für Malaria“

Quellen:

Nobelprize.org (2014): „Gerty Cori – Biographical“. Nobel Media AB 2014.

Nobelprize.org: Nobel Prize Awarded Women

Marc Scheloske (2008): Karriere im Schatten: Die Nobelpreisträgerin Gerty Theresa Cori. In: Science Blogs.

Foto: von National Library of Medicine, Images from the History of Medicine, B05353 [Public domain], via Wikimedia Commons

/dmi

Letzte Aktualisierung: 22.05.2017

Kinderbücher für technikbegeisterte Mädchen.

Ina, die Ingenieurin

Weltkinderbuchtag: Wer kennt Kinderbücher für technikbegeisterte Mädchen?

Am 2. April war Weltkinderbuchtag. Anlass für „gender2technik“ einmal nach Ingenieurinnen in Kinderbüchern zu fragen. Immerhin kann davon ausgegangen werden, dass die hier vermittelten Bilder und Rollen von Männern und Frauen Kinder in ihren Berufswünschen beeinflussen.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen Fortschritte: So werden Frauen in der Kinder- und Jugendliteratur heute oft als selbstbewusst und Mütter immer häufiger als berufstätig dargestellt. Bei den weiblichen Hauptfiguren zeigt sich ein Trend zu aktiven, starken Heldinnen. Dennoch bilden Frauen, die in MINT-Berufen arbeiten, hier noch die Ausnahme.

Daher hier einmal die Frage: Wer kennt Kinderbücher, in denen Frauen als Technikerinnen oder Naturwissenschaftlerinnen vorkommen? Schreibt uns, wir stellen Eure Liste dann hier auf „gender2technik“ zusammen.

Wir können zwei Titel beitragen: 2015 ist eine Neuauflage des Pixi-Buchs „Meine Freundin, die ist Ingenieurin“ erschienen. Das Pixi-Buch entstand aus der Zusammenarbeit des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, dem Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen und dem Haus der kleinen Forscher. Leider ist es zur Zeit nicht frei verkäuflich, beziehungsweise nur über den Gebrauchtmarkt erhältlich. Von Lehrern, Ingenieuren, Erziehern, Hochschuldozenten oder ähnlichen institutionellen Nutzern kann es derzeit über Think ING bezogen werden.

Auf der Seite gender-kinderbuch.de haben wir das Buch Die Busfahrerin von Vincent Cuvellier gefunden. Auf der Website werden Kinderbücher vorgestellt, die sich mit der Diversität unserer Welt auseinandersetzen.

Also: Welche Kinderbücher kennt Ihr jenseits von Bob dem Baumeister oder Tobi Tüftel?

Links und Quellen:

Internationaler Kinderbuchtag

Heilemann, Michael; Hackl, Julia; Neubauer, Tanja & Stöger, Heidrun. (2012). Die Darstellung von Mädchen und Frauen in den Medien. In Heidrun Stöger; Albert Ziegler & Michael Heilemann (Hrsg.), Mädchen und Frauen in MINT – Bedingungen von Geschlechterunterschieden und Interventionsmöglichkeiten (S.77–102). Berlin: LIT.

Foto: pixabay.com / Pezibear

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8 Fragen zum Equal Pay Day

Wer, Wiso, Weshalb und Warum?

Am 18.03.2017 ist Equal Pay Day in Deutschland. Anlass für uns zu fragen, wofür der Tag steht und warum er so wichtig ist. Daher haben wir uns 8 Fragen gestellt und 8 Antworten gefunden.

Was ist der Equal Pay Day?

Der Equal Pay Day markiert den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen durchschnittlich umsonst arbeiten, wenn man ihre Gehälter mit denen von Männern vergleicht. Frauen arbeiten bis zu 77 Tage im Jahr umsonst, da sie auf die Stunde umgerechnet weniger Gehalt verdienen als Männer.

Wer berechnet den Equal Pay Day?

Das Statistische Bundesamt errechnet jedes Jahr den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen. Daraus ergibt sich der Gender Pay Gap, der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttoverdienst. Dies bezeichnet man auch als unbereinigten Gender Pay Gap, da der Durchschnittverdienst aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen miteinander verglichen wird. Somit wird auch der Unterschied in Gehältern erfasst, der durch unterschiedliche Zugangschancen, zum Beispiel zu höher bezahlten Jobs, entsteht. Der unbereinigte Gender Pay Gap schließt also auch möglicherweise benachteiligende Strukturen für Frauen mit ein.

Der bereinigte Gender Pay Gap vergleicht lediglich die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen mit ähnlichen Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien. So werden zum Beispiel die Einflüsse von Teilzeit und Vollzeitarbeit, unterschiedlicher Berufserfahrung und unterschiedlicher Ausbildungen herausgerechnet. Je nach Datengrundlage und welche Faktoren berücksichtigt werden kann der bereinigte Gender Pay Gap zwischen unter 2 Prozent (vgl. IW-Pressemitteilung (2013) bis hin zu 16,6 Prozent (vgl. Schmidt, Jörg (2016): Entgeltgleichheit – Die gesamtwirtschaftliche Perspektive.) betragen. Der bereinigte Gender Pay Gap wird nur alle vier Jahre ermittelt.

Der Equal Pay Day wird aus den Daten des unbereinigten Gender Pay Gap ermittelt: Der prozentuale Unterschied zwischen dem Verdienst von Frauen und Männern wird auf das kommende Jahr umgerechnet. Bei einem Verdienstunterschied von 21 Prozent im Jahre 2016 ergeben sich somit 77 Tage unbezahlter Arbeit von Frauen im Jahr 2017.

Wie ist der Equal Pay Day entstanden?

Der Equal Pay Day entstand durch die Red Purse Campaign der amerikanischen Business and Professional Women (BPW) 1988. Red Purse war dabei ein Symbol für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Dieses Symbol hat auch BPW Germany aufgenommen und 2008 die Initiative Rote Tasche gestartet. 2009 wurde der Equal Pay Day bundesweit eingeführt, wofür die Initiatorinnen den Innovationspreis Ausgewählter Ort im Land der Ideen erhielten.

Was sind die Ursachen der Gender Pay Gap?

Aus den Studien kristallisieren sich drei zentrale Ursachen heraus:

  1. Frauen sind in bestimmten Branchen oftmals unterrepräsentiert. Zu diesen Branchen zählen Berufe in MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), welche oftmals besser bezahlt werden. Zusätzlich steigen Frauen seltener die Karriereleiter auf als Männer, obwohl sie statistisch gesehen oftmals besser ausgebildet sind.
  2. Familienbedingt unterbrechen und/oder reduzieren Frauen ihre Erwerbstätigkeit deutlich häufiger als Männer. Diese Erwerbspausen erschweren es den Frauen zum einen, wieder zurück in den Beruf zu finden. Zum anderen wirken sie sich auch negativ auf die Einkommensentwicklung aus, was Folgen bis hin zur Rentenphase hat.
  3. Von Frauen dominierte Berufe, wie zum Beispiel in der Erziehung und der Pflege, werden durch ihr geringes Ansehen oftmals schlecht bezahlt.

Was ist das Ziel des Equal Pay Day?

Ziel ist es daher, mit dem Equal Pay Day die Debatte über die Gründe der Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, zu sensibilisieren und Entscheider zu mobilisieren, damit sich die Lohnschere schließt.

Zitat: BPW Germany Wiki

Kritik am Equal Pay Day?

Laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft seien viele Entscheidungen von Frauen bezüglich ihrer Karriere rein privat und sollten daher nicht im Lohnunterschied berücksichtigt werden (vgl. Schmidt, Jörg (2016): Der Staat muss nicht handeln). Entscheidungen, ob die Frau oder der Mann die Erziehung der Kinder übernimmt und damit eine Berufspause einlegt, seien demnach ausschließlich von privaten Präferenzen und Wünschen geprägt. Jedoch werden so Einflussfaktoren der Umwelt ignoriert: Zum Beispiel, ob der Mann oder die Frau das größere Gehalt erhält und somit die Familie besser ernähren kann. Auch eine Beförderung kann nicht alleine vom Arbeitnehmer vorgenommen werden. Weitere Faktoren haben Einfluss auf die Entscheidungen: Zum Beispiel verhindet oftmals die unzureichende Betreuungsinfrastruktur für Kinder und Pflegebedürftige, dass beide Partner einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen können. Zudem führt die Berufspause oder Teilzeitarbeit zu weiteren Folgen: Es besteht kein Recht auf Arbeitszeitaufstockung, somit ist der Weg aus der Teilzeitarbeit zur Vollzeitarbeit erschwert.

Zusätzlich seien die Berufsentscheidungen von Männern und Frauen rein private Entscheidungen, die nicht durch vorherrschende Strukturen oder der Gesellschaft beeinflusst würden. Dies würde bedeuten, dass es keinen Sinn ergeben würde, mehr weibliche Vorbilder in MINT Bereichen zu zeigen, da sie keinen Einfluss auf die Entscheidung der Person haben können. Dies steht im Gegensatz zu den zahlreichen Studien, die belegen, dass kulturelle Erwartungen und Einstellungen die Berufswahl beeinflussen.

Lesetipps zum Einfluss von Rollenbildern und Kultur:

Vorbildliche Technik-Frauen: Role Models ebnen den Weg für Mädchen und Frauen in technischen Berufen

Talent kennt kein Geschlecht

Was Frauen in MINT-Berufen wichtig ist: Aktuelle Auswertung internationaler Arbeitsmarkstudien

MINT-Studiengänge für Frauen: Pro und Contra Frauenstudiengänge

Wer macht mit?

Mittlerweile findet der Equal Pay Day in über 20 europäischen Ländern statt. Dazu gehören unter anderem Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Schweden. Auch in den USA, in Australien und Neuseeland wird der Equal Pay Day veranstaltet. Je nach landesspezifischer Lohnlücke findet der Equal Pay Day zu unterschiedlichen Tagen statt. So wurde er in der Schweiz bereits am 24. Februar veranstaltet (vgl. BPW Switzerland: equal pay day,- Webseite), während der Lohngerechtigkeitstag in Frankreich erst am 31. März stattfinden wird (vgl. BPW France Webseite).

Veranstaltungen am 18. März 2017?

BPW Germany informiert umfassend über Veranstaltungen am 18. März auf ihrer Webseite. Neben dem Kongress in Berlin zum Equal Pay Day gibt es zahlreiche Aktionen im ganzen Land. Von Info-Veranstaltungen bis hin zu Flashmobs.

/dmi

Beitragsbild: Businessfotografie Inga Haar / BPW Germany e.V.

Quellen:

Webseite des BPW Germany zum Equal Pay Day

Equal Pay Wiki von BPW Germany

Statistisches Bundesamt (16.03.2016): Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland bei 21 %. Pressemitteilung Nr. 097. Abrufdatum [16.03.2017]

Klenner, Christina (2016): Gender Pay Gap – die geschlechtsspezifische Lohnlücke und ihre Ursachen. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WIS), Policy Brief NR. 7 07/2016. [Abrufdatum 16.03.2017]

Schmidt, Jörg (16.06.2016): Der Staat muss nicht handeln, Pressemitteilung Nr. 34 des Institut der deutschen Wirtschaft Köln. [Abrufdatum 16.03.2016]

Schmidt, Jörg (2016): Entgeltgleichheit – Die gesamtwirtschaftliche Perspektive. Welche Ursachen hat der Gender Pay Gap? IW-Kurzbericht. [Abrufdatum 16.03.2017]

IW-Pressemitteilung (2013): Nur 2 Prozent Gehaltsunterschied. Instituts der deutschen Wirtschaft Köln 2013. IW-Pressemitteilung Nr. 3 vom 14. Januar 2013. [Abrufdatum 16.03.2017]

Studentinnen aus dem Bereich MINT (Informatik) betrachten eine Platine.

Frauenanteil in MINT-Studiengängen steigt

Die MINT-Studiengänge werden bei Frauen immer beliebter, wie der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen in einer Pressemitteilung von Ende 2016 mitteilte. Die Statistiken zeigen, dass die Zahlen der MINT-Studienanfängerinnen deutlich gestiegen sind. Dennoch beginnen weniger Frauen ein Studium aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Der Anteil der Studienanfängerinnen in den Fächern Elektrotechnik und Informationstechnik ist mit 15,3 Prozent so hoch wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr 2014 stieg der Anteil der Studienanfängerinnen um fast 10 Prozent. Seit Beginn der Aufzeichnung im Jahre 1976 stieg der Anteil der Studienanfängerinnen kontinuierlich an. Dennoch ist ihr Anteil mit 15,3 Prozent sehr gering. Besser sieht es in der Informatik aus, hier ist mittlerweile fast jeder vierte Studienanfänger eine Frau. Im Bauingenieurswesen liegt der Frauenanteil sogar noch etwas höher. Er steigt erstmals auf über 30 Prozent. Ähnlich gut sieht es in der Physik und Astronomie aus. In der Chemie und Mathematik liegt der Frauenanteil sogar nah an der 50 Prozent Marke.

studienanfaengerinnen-2000-2008-und-2015

Aktuelle Daten aus dem Wintersemester 2015/2016

Elektrotechnik und Informationstechnik

  • Frauenanteil unter den Studienanfängern mit 15,3 % so hoch wie nie zuvor
  • 28.086 Studierende im 1. Fachsemester (Studienbereich Elektrotechnik und Informationstechnik)
  • 4.310 (15,3 %) Studienanfängerinnen | 23.776 (84,7 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt +2,2 % | Frauen: +9,6 % | Männer: +0,9 %

Informatik

  • Fast jeder vierte Studienanfänger in der Informatik ist mittlerweile eine Frau
  • 68.998 Studierende im 1. Fachsemester (Studienbereich Informatik)
  • 16.947 (24,6 %) Studienanfängerinnen | 52.051 (75,4 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt +7,2 % | Frauen: +11,3 % | Männer: +5,9 %

Bauingenieurwesen

  • Frauenanteil unter den Studienanfängern im Bauingenieurwesen steigt erstmals auf über 30%
  • 18.896 Studierende im 1. Fachsemester (Studienbereich Bauingenieurwesen)
  • 5.689 (30,1 %) Studienanfängerinnen | 13.207 (69,9 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt +2,7 % | Frauen: +8,3 % | Männer: +0,5 %

Mathematik

  • 12.691 (47,8 %) Studienanfängerinnen | 13.847 (52,2 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt +1,5 % | Frauen: +0,9 % | Männer: +2,0 %

Physik & Astronomie

  • 5.962 (32,5 %) Studienanfängerinnen | 12.363 (67,5 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt: +3,5 % | Frauen: +6,3 % | Männer: +2,2 %

Chemie

  • 8.488 (45,0 %) Studienanfängerinnen | 10.369 (55,0 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt +4,1 % | Frauen: +7,2 % | Männer: +1,6 %

/dmi

Quelle: 

Pressemitteilung vom 19.12.2016: MINT-Fächer stark nachgefragt

Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen

Grundlage für die Statistiken sind Daten des Statistischen Bundesamtes und eigene Berechnungen des Kompetenzzentrums Technik – Diversity – Chancengleichheit

Fotos:

Beistragsfoto: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. | Ort: zdi-Schülerlabor coolMINT.paderborn

Grafik: Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit

 

 

 

 

 

 

Cathrin Fremuth, Diplom-Ingenieurin Maschinenbau, an ihrem Arbeitsplatz in der Maschinenhalle bei Varian Medical Services. Fotografiert von Hanna Diewald.

„An Technik fasziniert mich, dass …“

„An Technik fasziniert mich, dass sie das Leben nicht nur erleichtert, sondern es auch retten kann,“ erklärt Cathrin Fremuth, Maschinenbauingenieurin bei Varian Medical Systems. Sie und 13 weitere haben an einem Kalender Projekt des Studiengangs Technikjournalismus der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg teilgenommen. Für das Projekt haben Studierende, Absolventinnen und Absolventen der Elektrotechnik und des Maschinenbaus von ihrer Technikfaszination erzählt und sich fotografieren lassen. Entstanden ist ein Kalender für 2017 mit 14 Fotos, bei dem Frauen und Männer gleichsam repräsentiert werden. Ziel des Projekts war es, die Motivation von Frauen und Männern, sich mit Technik zu beschäftigen, festzuhalten.

Der Kalender ist im Sommersemester 2016 unter der Leitung von Susanne Keil, Professorin für Journalistik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, dem Fotografen Eric Lichtenscheidt und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Frank Seidel entstanden.

Wer Interesse an einem oder mehreren Exemplaren hat, melde sich bitte per Email: susanne.keil@h-brs.de

berninghaus

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/dmi

Titelbild:

Cathrin Fremuth, Maschinenbauingenieurin bei Varian Medical Systems, fotografiert von Hanna Diewald

Bild im Beitrag:

Patrick Berninghaus, Studierender der Elektrotechnik im 8. Semester, fotografiert von Freya Wolff

Technik-Professorinnen gesucht

Video über die Lehre an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften

Welch spannende Berufsfelder sich für Ingenieurinnen an einer Hochschule bieten, zeigt ein Video, das jetzt in einer Kooperation der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Hochschule Bochum entstanden ist. Im Video erzählen unter anderem die Chemikerin Margit Schulze und die Geoinformatikerin Ulrike Klein (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg) sowie die Architektin Karin Lehmann (Hochschule Bochum) von ihrem beruflichen Alltag.

Gerade an den früheren Fachhochschulen, den heutigen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, mit ihrer in der Regel stark technischen Ausrichtung werden Professorinnen gesucht. Wenn Fächer wie Elektrotechnik und Maschinenbau nur von wenigen jungen Frauen studiert werden, fehlen anschließend auch Ingenieurinnen, die für eine Karriere als FH-Professorin infrage kommen. Dabei sind weibliche Vorbilder gerade hier besonders wichtig.

Aber auch Fachbereiche, wie Betriebswirtschaft, Sozialversicherungen, Informatik und sogar Journalistik gibt es zunemend an Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

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Die Professorinnen begeistert an ihrem Beruf, dass sie an aktuellen Themen forschen und dabei Theorie und Praxis miteinander verbinden können. Die Lehre in kleinen Gruppen schaffe eine angenehme Atmosphäre. Familie und Beruf könnten gut miteinander vereint werden. Die Voraussetzungen für eine Berufung zur Professorin können je nach Bundesland variieren. Allen gemeinsam ist jedoch, dass ein abgeschlossenes Hochschulstudium und eine mehrjährige Berufserfahrung vorausgesetzt wird.

Das Video „Professorinnen – wo seid Ihr?“ entstand aus der Zusammenarbeit der Hochschule Bochum und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Das Projekt begann 2012 mit einer Studie der Hochschule Bochum. Die Studie kam zu dem Schluss, dass das Berufsbild unter geeigneten Bewerberinnen nicht bekannt genug ist. Das Video soll den Beruf der Professorin an angewandten Hochschulen für den Nachwuchs bekannter machen. Weitere Informationen zum Berufsbild, den Voraussetzungen, Förderprogrammen und Veranstaltungen finden sich auf der Webseite www.professorin-werden.de.

Weitere Erfahrungen von Professorinnen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften finden sich in einem Artikel vom April 2015 der Deutschen Universitätszeitung duz Frauen, wo seid ihr?.

/dmi

Foto: Standbild aus dem Video „Professorinnen – wo seid Ihr?“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Hochschule Bochum

 

Gendergerechte Technikmuseen

Strategien gegen den Ausschluss von Frauen

Ende September ist das Projekt „Gender Technik Museum“ mit einer gleichnamigen Publikation abgeschlossen worden. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Vorhaben haben Daniela Döring und Hannah Fitsch Technikmuseen einem Gender-Check unterzogen. „Kommen Frauen in den Geschichtserzählungen von Technik- und Naturwissenschaften angemessen vor?“ war eine der Fragen, denen die Genderforscherinnen der Technischen Universität Berlin nachgegangen sind. Anhand der Ergebnisse von unter anderem 40 Experten- und Expertinnen-Interviews haben sie jetzt zusammen mit Sabine Hark Strategien für eine gendergerechte Musemspraxis veröffentlicht.

Die Untersuchung bestand neben den Interviews mit Expert*innen in sechs Partnerinstitutionen aus der kuratorischen Begleitung eines Ausstellungsprojekts sowie einer Auftaktkonferenz, die dem Wissenschafts-Praxis-Dialog und der weiteren Vernetzung diente. Auf dieser diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Thesen zu geschlechtsspezifischen Ungleichheiten im Museum sowie Best Practices und Strategien der Veränderung.

Technikmuseen sind Bildungsinstitutionen, die historische Exponate zeigen und so kulturelle Wertevorstellungen, Vorbilder und gesellschaftliche Erwartungen prägen. Studien der Genderforschung haben gezeigt, dass Technikmuseen jedoch oft eine vergeschlechtliche Sichtweise auf die Technikgeschichte wiedergegeben, die Frauen ausschließt. Werden sie erwähnt, dann als Ehefrauen, Begleiterinnen, Konsumentinnen, Frauen im Haushalt oder Arbeiterinnen in weiblich stigmatisierten Sphären. Als Entwicklerinnen von Technik werden sie als Exotin und Ausnahmefall dargestellt. Zudem ist es gängige Praxis, die Technikausstellung auf technische Daten und Objekte zu reduzieren. Die kulturgeschichtlichen, gesellschaftlichen und geschlechtspolitischen Lebensbedingungen und Kontexte werden so vernachlässigt.

Die Publikation „Gender Technik Museum“ kann über die Webseite heruntergeladen werden.

/dmi

Links:

Webseite {Gender; Technik; Museum}

Leseprobe von „Frauen im Technikmuseum. Ursachen und Lösungen für gendergerechtes Sammeln und Ausstellen“ von Anna Döpfner (Mai 2016)

Kurz zuvor ist die Publikation „Frauen im Technikmuseum. Ursachen und Lösungen für gendergerechtes Sammeln und Ausstellen“ von Ana Döpfner erschienen. Die Autorin zollt in ihrem Buch dem Ruhr-Museum Essen, dem Science Museum London und dem Technischen Museum Wien Anerkennung. Vor allem bei Letzterem sei die bis 2017 laufende Ausstellung „In Arbeit“ vorbildlich in ihrer Umsetzung von „Gender, Race und Class“.

Rezension des Buches von Anna Döpfner in derStandart.at (23.08.2016)

Grafik: gender2technik