HITECH CAMPUS it

Karriereperspektiven fĂĽr MINT-Studentinnen

Arbeitgeber fĂĽr junge Ingenieurinnen und Informatikerinnen

Wie geht es weiter, wenn ich den Hochschulabschluss in der Tasche habe? Was gibt es für Möglichkeiten? Wo soll ich mich bewerben? Vor dieser Frage stehen nicht wenige Studentinnen und Studenten am Ende ihres Studiums. Bei MINT Absolventinnen herrscht besonders große Unsicherheit: Oft gibt es keine Vorbilder, keine Orientierungshilfe. Frauen sind in technischen Berufen immer noch unterrepräsentiert – und der Einstieg in die Arbeitswelt ist eine Hürde, die Studentinnen erst nehmen müssen. Wie kann ich den richtigen Arbeitgeber für mich finden? Welche Möglichkeiten gibt es für mich, in einem technischen Beruf zu arbeiten?

Female Engineering

Die Karrierezeitschriften „Hitech Campus“ und „Hitech Campus it“ stellen einmal im Quartal mögliche Arbeitgeber fĂĽr Hochschulabsolventen im Bereich Ingenieurwissenschaften und Informatik vor. Jährlich steht dabei eine Ausgabe unter dem Motto „Female Engineering“ – Karriereperspektiven fĂĽr junge Ingenieurinnen und Informatikerinnen. Seit 2016 kommen hier Frauen zu Wort, die in den bis heute männlich dominierten Berufen FuĂź gefasst haben. Sie erzählen von ihrem Werdegang und ihrer täglichen Arbeit. Vor allem aber werden Arbeitgeber vorgestellt, die fĂĽr Frauen in Ingenieur- und Informatikstudiengängen attraktiv sein könnten.

Orientierung fĂĽr Absolventinnen in MINT

Beide Zeitschriften werden von der Evoluzione Media AG verlegt, die sich auf die Rekrutierung junger akademischer Absolventen und Absolventinnen in verschiedenen Fachbereichen spezialisiert hat. Studierende sollen über Unternehmen informiert werden, an die sie bei ihrer bisherigen Suche nach einem späteren Arbeitsplatz vielleicht noch nicht gedacht haben. Arbeitgeber stellen sich vor und werben für eine Laufbahn in ihren Unternehmen. Dabei setzen die Macher auf persönliche Geschichten, Laufbahnen junger Mitarbeiter, Portraits und Ideen. Frauen berichten von ihrem Alltag im Unternehmen, ihren Aufgaben und Herausforderungen. Sie erzählen auch davon, wie es ist, als Frau in einem Männerberuf zu arbeiten. Negative Eindrücke kommen dabei selten zur Sprache. Die Unternehmen werden durchweg als gute Arbeitgeber präsentiert.

Trotzdem bieten die Zeitschriften gerade für Absolventinnen eine Erweiterung des Horizonts. Die verschiedenen Unternehmen und aufgezeigten Perspektiven können bei der Orientierung helfen. Ob im Bereich Mobilität, Handel oder Werkstoffforschung, Gaming-Branche oder Luft- und Raumfahrttechnik. Die Liste der vorgestellten Arbeitgeber ist lang. Und neben großen Namen wie Lidl, Edeka, Telekom und ThyssenKrupp präsentieren sich auch Spartenunternehmen, an die Berufseinsteigerinnen nicht unbedingt denken.

 

Die Ingenieurausgabe zum Themenspecial „Female Engineering“ erscheint dieses Jahr am 15. Juni, ebenso die IT-Ausgabe. Einige Exemplare liegen in Hochschulen aus, die meisten Beiträge sowie weitere Portraits von Frauen in Technikfirmen stehen auch auf dem Online-Portal der Hitech Campus Zeitschriften zur Verfügung: http://hitech-campus.de

/Franziska Franken

Foto: Hi Tech Campus

Cathrin Fremuth, Diplom-Ingenieurin Maschinenbau, an ihrem Arbeitsplatz in der Maschinenhalle bei Varian Medical Services. Fotografiert von Hanna Diewald.

„An Technik fasziniert mich, dass …“

„An Technik fasziniert mich, dass sie das Leben nicht nur erleichtert, sondern es auch retten kann,“ erklärt Cathrin Fremuth, Maschinenbauingenieurin bei Varian Medical Systems. Sie und 13 weitere haben an einem Kalender Projekt des Studiengangs Technikjournalismus der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg teilgenommen. FĂĽr das Projekt haben Studierende, Absolventinnen und Absolventen der Elektrotechnik und des Maschinenbaus von ihrer Technikfaszination erzählt und sich fotografieren lassen. Entstanden ist ein Kalender fĂĽr 2017 mit 14 Fotos, bei dem Frauen und Männer gleichsam repräsentiert werden. Ziel des Projekts war es, die Motivation von Frauen und Männern, sich mit Technik zu beschäftigen, festzuhalten.

Der Kalender ist im Sommersemester 2016 unter der Leitung von Susanne Keil, Professorin fĂĽr Journalistik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, dem Fotografen Eric Lichtenscheidt und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Frank Seidel entstanden.

Wer Interesse an einem oder mehreren Exemplaren hat, melde sich bitte per Email: susanne.keil@h-brs.de

berninghaus

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/dmi

Titelbild:

Cathrin Fremuth, Maschinenbauingenieurin bei Varian Medical Systems, fotografiert von Hanna Diewald

Bild im Beitrag:

Patrick Berninghaus, Studierender der Elektrotechnik im 8. Semester, fotografiert von Freya Wolff

Technik-Professorinnen gesucht

Video ĂĽber die Lehre an einer Hochschule fĂĽr angewandte Wissenschaften

Welch spannende Berufsfelder sich für Ingenieurinnen an einer Hochschule bieten, zeigt ein Video, das jetzt in einer Kooperation der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Hochschule Bochum entstanden ist. Im Video erzählen unter anderem die Chemikerin Margit Schulze und die Geoinformatikerin Ulrike Klein (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg) sowie die Architektin Karin Lehmann (Hochschule Bochum) von ihrem beruflichen Alltag.

Gerade an den früheren Fachhochschulen, den heutigen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, mit ihrer in der Regel stark technischen Ausrichtung werden Professorinnen gesucht. Wenn Fächer wie Elektrotechnik und Maschinenbau nur von wenigen jungen Frauen studiert werden, fehlen anschließend auch Ingenieurinnen, die für eine Karriere als FH-Professorin infrage kommen. Dabei sind weibliche Vorbilder gerade hier besonders wichtig.

Aber auch Fachbereiche, wie Betriebswirtschaft, Sozialversicherungen, Informatik und sogar Journalistik gibt es zunemend an Hochschulen fĂĽr angewandte Wissenschaften.

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Die Professorinnen begeistert an ihrem Beruf, dass sie an aktuellen Themen forschen und dabei Theorie und Praxis miteinander verbinden können. Die Lehre in kleinen Gruppen schaffe eine angenehme Atmosphäre. Familie und Beruf könnten gut miteinander vereint werden. Die Voraussetzungen für eine Berufung zur Professorin können je nach Bundesland variieren. Allen gemeinsam ist jedoch, dass ein abgeschlossenes Hochschulstudium und eine mehrjährige Berufserfahrung vorausgesetzt wird.

Das Video „Professorinnen – wo seid Ihr?“ entstand aus der Zusammenarbeit der Hochschule Bochum und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Das Projekt begann 2012 mit einer Studie der Hochschule Bochum. Die Studie kam zu dem Schluss, dass das Berufsbild unter geeigneten Bewerberinnen nicht bekannt genug ist. Das Video soll den Beruf der Professorin an angewandten Hochschulen fĂĽr den Nachwuchs bekannter machen. Weitere Informationen zum Berufsbild, den Voraussetzungen, Förderprogrammen und Veranstaltungen finden sich auf der Webseite www.professorin-werden.de.

Weitere Erfahrungen von Professorinnen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften finden sich in einem Artikel vom April 2015 der Deutschen Universitätszeitung duz Frauen, wo seid ihr?.

/dmi

Foto: Standbild aus dem Video „Professorinnen – wo seid Ihr?“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Hochschule Bochum

 

Zweiter „Women in Tech Day“

Ein Forum fĂĽr Frauen in der IT- und Games-Branche

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Foto: gender2technik

Auf der Gamescom, der weltweit größten Messe fĂĽr Computer- und Videospiele, treffen sich auch dieses Jahr wieder Frauen aus der IT- und Games-Branche. Der „Women in Tech Day“ beginnt am 17. August um 12.30 Uhr im Europasaal des Congress-Centrums Ost der Koelnmesse. Neben mehreren Reden sind auch Workshops geplant.

Der „Women in Tech Day“ möchte die Vielfalt in den Technologiebranchen fördern und weibliche Vorbilder wĂĽrdigen, indem er den Erfahrungsaustausch mit Unternehmerinnen, Frauen in FĂĽhrungspositionen und technischen Vordenkerinnen ermöglicht. Interessentinnen bietet er die Möglichkeit, sich ĂĽber Chancen und Perspektiven des IT-Sektors und der Games-Branche zu informieren und Kontakte zu knĂĽpfen. Der „Women im Tech Day“ wurde 2015 erfolgreich eigefĂĽhrt und erntete groĂźe Resonanz.

Die Zahl der Teilnehmerinnen ist auf 100 begrenzt. Eine Anmeldung wird empfohlen.

Weitere Informationen zum Ablauf

/dmi

MINT-Studiengänge für Frauen

Pro und Contra Frauenstudiengänge

Frauen sind in MINT-Studiengängen immer noch unterrepräsentiert. Dies bestätigen die Daten des Statistischen Bundesamtes. 2014 waren in den Ingenieurwissenschaften nur knapp über 24 Prozent der Studienanfänger Frauen.

Doch auch hier gibt es Unterschiede: Elektrotechnik ist mit 14,3 Prozent Studienanfängerinnen das männerlastigste Fach, während es in Mathematik und Chemie über 40 Prozent Frauen gibt.

Selbstvertrauen aufbauen

Eine mögliche Antwort auf den geringen Frauenanteil sind Studiengänge nur fĂĽr Frauen. Mit diesem monoedukativen Ansatz soll das Selbstvertrauen der Studienanfängerinnen in ihre technischen Fähigkeiten gestärkt werden. Denn die Ăśberzahl an männlichen Studierenden im MINT-Bereich macht vielen Frauen zu schaffen. FĂĽr sie ist das Studium so eine größere Herausforderung, da sie oft zwischen dem Ideal des typischen männlichen Ingenieurs und weiblichen Rollenbildern hin und her gerissen sind. AuĂźerdem fallen Frauen in den technischen Studiengängen stärker auf und es mangelt an weiblichen Vorbildern, so genannten ‚role models‘, die zur Orientierung wichtig wären.

Entspannt lernen

Ein Hintergrundgedanke monoedukativer Studiengänge ist es, für Frauen eine entspannte Lernatmosphäre zu schaffen. Viele werben damit, dass sie keine technischen oder naturwissenschaftlichen Vorkenntnisse erwarten. Dies soll die Hemmschwelle für Studienanfängerinnen weiter senken. Einzig Interesse und Begeisterung sind Vorraussetzung für den Studienanfang. Die Studieninhalte sind letztlich aber dieselben, die auch ihre männlichen Kommilitonen bewältigen müssen.

Zusätzlich bieten einige Studiengänge Mentorinnen-Programme an. Hier können Studienanfängerinnen Kontakte mit fortgeschrittenen Semestern und Absolventinnen knĂĽpfen und so unter Umständen ihr persönliches ‚role model‘ finden.

Vorurteile und Entwicklungspotenzial

Frauenstudiengänge kommen nicht bei jedem gut an. Aufgrund des monoedukativen Modells werden Absolventinnen oft weniger wertgeschätzt als ihre koedukativen Kommilitoninnen. Ausschlaggebend dafür sind nicht die Studieninhalte. Oft wird angenommen, dass sich Absolventinnen im späteren Berufsleben nicht gegenüber ihren männlichen Kollegen durchsetzen könnten.

Durch die entspannte Lernatmosphäre stärken die Frauen jedoch ihre fachlichen Kompetenzen und damit auch ihr Selbstvertrauen. Treffen sie dann auf männliche Kollegen, haben sie genug Selbstbewusstsein und ernten Respekt, so Professorin Gerlinde Schreiber von der Hochschule Bremen. Zudem sind Frauenstudiengänge sehr individuell aufgebaut. Einige Studentinnen sind bis zum Abschluss unter Frauen und in anderen Studiengängen werden die Studentinnen nach wenigen Semestern in den koedukativen Studiengang integriert. Manche haben auch von Beginn an einzelne Fächer zusammen mit männlichen Kommilitonen.

Regine KomoĂź kommt in ihrer Dissertation „Frauenstudiengänge – zwischen Vorteil und Vorurteil“ zu dem Schluss, dass Frauenstudiengänge viele Vorteile bieten, sich jedoch noch in der Entwicklung befinden :

 „Entscheidend wird sein, wie mit diesen Vorurteilen umgegangen wird, ob es gelingt, sich auch längerfristig als qualitativ hochwertige Studienangebote zu etablieren und ob sich Frauenstudiengänge damit ein eigenes fachlich anerkanntes Profil verschaffen können. Frauenstudiengänge sind aber zu diesem Zeitpunkt als ein innovatives Zukunftsmodell mit hohem Entwicklungspotential zu werten.“(S. 276 f.)

MINT-Frauenstudiengänge im Überblick

Männer für soziale Berufe

Neben der Forderung, Frauen in technische Berufe zu bringen, steht oft auch der Wunsch Männer fĂĽr die sozialen Bereiche zu begeistern. Diesen Ansatz verfolgt das Portal „Neue Wege fĂĽr Jungs“.  Es ist ein bundesweites Netzwerk und Fachportal zur Berufswahl und Lebensplanung von Jungen und versucht sie zum Beispiel mit dem Boys‘ Day fĂĽr soziale Berufe zu gewinnen.

Quellen

Regine Komoß (2005): Frauenstudiengänge – zwischen Vorteil und Vorurteil. Universität Dortmund. https://eldorado.tu-dortmund.de/bitstream/2003/23259/4/Dissertation.pdf

Lisa Oenning (28.04.2016): Angehende IT-Expertinnen unter sich. In der Wirtschafts Woche. http://www.wiwo.de/erfolg/campus-mba/frauen-studiengaenge-angehende-it-expertinnen-unter-sich-/13514736.html

Merle Schmalenbach, dpa (20.01.2011): Frauen-Studiengänge: Männer müssen draußen bleiben. In Spiegel Online, Unispiegel.http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/frauen-studiengaenge-maenner-muessen-draussen-bleiben-a-736153.html

Janna Degener (30.06.2015): Frauenstudiengänge in Deutschland. In Studis Online. http://www.studis-online.de/Studienfuehrer/frauenstudiengaenge.php

komm mach MINT: Daten zu Studienanfängerinnen in technisch-naturwissenschaftlichen Studienbereichen 2014. http://www.komm-mach-mint.de/Service/Daten-Fakten

/dmi

So sehen Ingenieurinnen aus

Fotoreportagen von Studierenden der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS)

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Als Entwicklungs-Ingenieurin bei einem Autobauer, Bergbauingenieurin im Tagebau Hambach oder Projekt-Ingenieurin bei einem Chemie-Unternehmen – es gibt sie, die Frauen, denen es Spaß macht, in diesen Bereichen zu arbeiten. Dabei können sich laut einer aktuellen OECD-Studie nur 15 Prozent der Eltern in Deutschland vorstellen, dass ihre Tochter einmal Ingenieurin wird.

Im vergangenen Semester haben Studierende des Studiengangs Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sieben Ingenieurinnen an ihrem Arbeitsplatz mit der Kamera begleitet. Die Frauen, die in ganz unterschiedlichen Unternehmen der Region Rhein-Sieg arbeiten, haben dabei nicht nur von ihren Aufgaben und ihrem Berufsweg erzählt, sondern auch einen Einblick in ihr Verständnis von Technik gegeben.

Mehr Bilder und Einblicke finden Sie hier