Die Beiträge mit dem Thema Technik auf dem studentischen Ausbildungsportal Technikjournal sind zum großen Teil mit Alltagsthemen verknüpft. Dadurch wird Technik Männern und Frauen auf interessante Weise näher gebracht.

Technikjournal auf dem Prüfstand

Technikjournal.de: Vorbild für gendergerechten Journalismus?

Im Online-Magazin „technikjournal.de“, einem Ausbildungsportal des Studiengangs „Technikjournalismus“ an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, publizieren die Studierenden multimediale Berichte zu Technik- und Umweltthemen. Doch wie gendergerecht berichtet technikjournal.de über Technik? Wie viele junge Frauen und Männer schreiben hier über technische Themen und wie viele Technik-Expertinnen kommen in den Beiträgen zu Wort?  Im Wintersemester 2016/17 sind Studierende im Projekt “Technikjournal auf dem Prüfstand” auch dieser Frage mithilfe einer empirischen Untersuchung nachgegangen. Marcel Tittko und Marvin Sommershof schildern im Folgenden ihre Erfahrungen und Ergebnisse.

Gendergerechtigkeit im Technikjournalismus

Das Thema Gendergerechtigkeit im Journalismus beschäftigt Fachleute seit einiger Zeit. Dadurch war klar, dass eine entsprechende Untersuchung auch Teil eines Prüfstandes für die Lehrredaktion der Hochschule, das “Technikjournal” sein muss.

Der erste Schritt war die Aufarbeitung der bereits vorhandenen Ergebnisse anderer Autoren. Das Wiki der Hochschule zum Thema Gendergerechtigkeit erwies sich in diesem Zusammenhang als essenziell. Schwierig war hierbei der Begriff des “Technikjournalismus”. Denn die Untersuchungen und Studien beziehen sich in vielen Fällen entweder auf Gendergerechtigkeit im Ingenieurberuf oder im Journalismus. Beide Bereiche hatten jedoch eines gemeinsam: Frauen waren im Vergleich mit ihren männlichen Kollegen in der Unterzahl. Und die Gründe waren vielfältig. Ein durch Männer geprägtes Umfeld und ungleiche Bezahlung sind dabei nur zwei von vielen.

Frauen, Männer und Technik

Nach der Sichtung der allgemeinen Ergebnisse wurden die Artikel des Technikjournals unter Zuhilfenahme eines Kodierbuchs einzeln begutachtet. Untersucht wurden Artikel aus dem Zeitraum vom Sommersemester 2015 bis zum Sommersemester 2016. Bei der Analyse ging es unter anderem um die Darstellung von Frauen, Männern und Technik in Fotos, die Expertenwahl und das Geschlecht der Autoren. Hinzu kam der Studienschwerpunkt (Umwelt- oder Ingenieurwissenschaften). Mit dem IBM-Tool SPSS und der quelloffenen Alternative PSPP wurden die Daten ausgewertet und grafisch aufbereitet. Im Folgenden ein kurzer Überblick über die Ergebnisse.

Viele Autorinnen, wenig Expertinnen

Im Ressort Technik arbeiten nach wie vor überwiegend Journalisten. Das ist beim Ausbildungsportal technikjournal anders: Mit etwa 40 Prozent entspricht der Frauenanteil unter den Autoren und Autorinnen hier sogar dem für Deutschland geschätzten Journalistinnen-Anteil über alle Ressorts hinweg.

Bei den in den Beiträgen zu Wort kommenden Expertinnen und Experten überwiegen allerdings sowohl in den Texten als auch in Fotos und Videos ganz klar Männer. So kann etwa für die in den Texten erwähnten Fachleute festgehalten werden, dass Männer etwa doppelt so häufig technische Zusammenhänge erklären und einordnen können wie Frauen.

Der geringe Frauenanteil in der Berichterstattung deutet ein Problem an: Wenn erheblich mehr Männer als Technik-Experten zu Wort kommen, erscheint der Eindruck, dass Technik eher etwas für Männer ist. Wenn Technik-Expertinnen nicht oder nur wenig präsent in den Medien sind, fehlt eine Vorbildfunktion für junge Frauen, die unschlüssig sind, ob sie sich für einen technischen Beruf entscheiden sollten.

Positiv zu werten ist wiederum, dass in mehr als 80 Prozent der Beiträge der Nutzen von Technik im privaten Alltag thematisiert wird. Damit dürfte die Berichterstattung im Online-magazin „Technikjournal“ Frauen wie Männer gleichermaßen ansprechen.

Technikjournalismus ist Vorbild für andere Berufsfelder

Aber zurück zu den Autorinnen und Autoren: Die Frauenanteile in den journalistischen Studiengängen und selbst im Fach Technikjournalismus, das vor wenigen Jahren noch überwiegend von jungen Männern gewählt wurde, zeigen, dass sich eine Frauenquote von 50 Prozent auch im Technikjournalismus realisieren ließe. Gleichzeitig kann ein interdisziplinärer Studiengang wie Technikjournalismus durch die Abdeckung journalistischer und technischer Kompetenzen junge Frauen und Männer ausbilden, die sich sowohl für Technik als auch für deren Vermittlung interessieren.

/Marcel Tittko und Marvin Sommershof editiert von ske

Grafiken von gender2technik auf Grundlage der Daten von Marcel Tittko und Marvin Sommershof 

Cathrin Fremuth, Diplom-Ingenieurin Maschinenbau, an ihrem Arbeitsplatz in der Maschinenhalle bei Varian Medical Services. Fotografiert von Hanna Diewald.

„An Technik fasziniert mich, dass …“

„An Technik fasziniert mich, dass sie das Leben nicht nur erleichtert, sondern es auch retten kann,“ erklärt Cathrin Fremuth, Maschinenbauingenieurin bei Varian Medical Systems. Sie und 13 weitere haben an einem Kalender Projekt des Studiengangs Technikjournalismus der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg teilgenommen. Für das Projekt haben Studierende, Absolventinnen und Absolventen der Elektrotechnik und des Maschinenbaus von ihrer Technikfaszination erzählt und sich fotografieren lassen. Entstanden ist ein Kalender für 2017 mit 14 Fotos, bei dem Frauen und Männer gleichsam repräsentiert werden. Ziel des Projekts war es, die Motivation von Frauen und Männern, sich mit Technik zu beschäftigen, festzuhalten.

Der Kalender ist im Sommersemester 2016 unter der Leitung von Susanne Keil, Professorin für Journalistik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, dem Fotografen Eric Lichtenscheidt und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Frank Seidel entstanden.

Wer Interesse an einem oder mehreren Exemplaren hat, melde sich bitte per Email: susanne.keil@h-brs.de

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Titelbild:

Cathrin Fremuth, Maschinenbauingenieurin bei Varian Medical Systems, fotografiert von Hanna Diewald

Bild im Beitrag:

Patrick Berninghaus, Studierender der Elektrotechnik im 8. Semester, fotografiert von Freya Wolff

Staunen an der Wasserstrahlschneidemaschine

Als Produktdesignerinnen haben sich zehn Mädchen im Alter von 10 bis 13 Jahren in den Herbstferien an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg betätigt. Mit einem CAD-Programm haben sie Wanduhren, etwa ein Schiff, eine Eule, einen Schmetterling oder den Big Ben, entworfen und per Schneidemaschine aus Styropor ausgeschnitten und gestaltet.

Vor der Arbeit an den eigenen Werken stand ein Besuch in der Maschinenhalle des Fachbereichs Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus auf dem Programm. An der Wasserstrahlschneidemaschine hat ihnen der Wissenschaftliche Mitarbeiter Sascha Breuer gezeigt, wie Metallformen, die ebenfalls per CAD entworfen worden sind, geschnitten werden.

Auch für die kommenden Osterferien hat Gesche Neusel, Mitarbeiterin der Gleichstellungsstelle der Hochschule und zuständig für die „Girls explore technidsc_0370cs together“-Kurse (GETogether), bereits wieder ein Programm zuammengestellt: Es werden Roboter gebaut und anschließend programmiert.

 

 
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Get Together-Kurse werden am Standort Sankt Augustin in der ersten Osterferienwoche für die Klassen 5-7, in der zweiten für Mädchen ab Klasse 8 angeboten. Informationen erteilt Gesche Neusel; E-Mail: gesche.neusel@h-brs.de;  Telefon: +49 2241 865 795.

/ske

Links:

Informationen zu den Get Together-Ferienprojekten an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Fotos: Gesche Neusel

So sehen Ingenieurinnen aus

Fotoreportagen von Studierenden der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS)

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Als Entwicklungs-Ingenieurin bei einem Autobauer, Bergbauingenieurin im Tagebau Hambach oder Projekt-Ingenieurin bei einem Chemie-Unternehmen – es gibt sie, die Frauen, denen es Spaß macht, in diesen Bereichen zu arbeiten. Dabei können sich laut einer aktuellen OECD-Studie nur 15 Prozent der Eltern in Deutschland vorstellen, dass ihre Tochter einmal Ingenieurin wird.

Im vergangenen Semester haben Studierende des Studiengangs Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sieben Ingenieurinnen an ihrem Arbeitsplatz mit der Kamera begleitet. Die Frauen, die in ganz unterschiedlichen Unternehmen der Region Rhein-Sieg arbeiten, haben dabei nicht nur von ihren Aufgaben und ihrem Berufsweg erzählt, sondern auch einen Einblick in ihr Verständnis von Technik gegeben.

Mehr Bilder und Einblicke finden Sie hier

 

Fotoprojekt mit Ingenieurinnen

Studierende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg porträtieren Frauen in technischen Berufen

Im kommenden Wintersemester 2015/2016 werden Studierende Geschichten über Ingenieurinnen und Technik in Bildern erzählen und dabei die Frage klären: Welche Bedeutung hat Technik für die einzelne Person?

Unter der Leitung von Professorin Susanne Keil werden die angehenden Technikjournalisten die Möglichkeiten von Fotoreportagen ausloten und dabei insbesondere das Thema Frauen und Technik umkreisen.

Die Idee zu dem Projekt lieferte Valeria Brekenkamp mit ihrer Fotoreportage „LÖSUNGEN – Frauen in Ingenieursberufen“. Mehrere Monate begleitete sie sieben Ingenieurinnen mit ihrer Kamera und wurde dafür 2012 von der acatech mit einem Fotostipendium ausgezeichnet.

/dmi

Technikberichterstattung in Lokalzeitungen

Am 3. Juli 2015 ist unser Projekt „Technikjournalismus im Gender-Check“ mit einer Ergebnispräsentation zu Ende gegangen. 18 Studierende des Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg haben im Sommersemester über 100 Artikel von regionalen Lokalzeitungen untersucht. „Wie sehr ist die Darstellung von Technik mit Männlichkeit verknüpft?“ und „Werden in Artikeln zu Technik Geschlechterstereotype genutzt?“ waren die forschungsleitenden Fragestellungen. Das erstaunliche Ergebnis unserer explorativen quantitativen Inhaltsanalyse: Ja, Männer und männliche Symbolik spielen eine große Rolle in Technikberichterstattung, aber auch Ingenieurinnen und Expertinnen aus anderen Bereichen kommen angemessen zu Wort. Kann das wirklich sein? Wir werden dieses erste Ergebnis mit weiteren Analysen prüfen.

/kim

Ankündigungsplakat zum Tag des Projekts

Projektbeschreibung_A3_Gender_Check_SS15_2