Mikrobiologin im Labor beim Pipetieren. Forschungsarbeit einer Wissenschaftlerin.

Lesetipp: Darwins Schwestern

Vorreiterinnen der Biologie

Anlässlich des internationalen Tags der biologischen Vielfalt am 22. Mai hat „gender2technik“ einen Lesetipp für alle, die gerne mehr über Vorreiterinnen aus dem biologischen Forschungsfeld wissen möchten:

Fischer, Gudrun (Hg.) (2009): Darwins Schwestern: Porträts von Naturforscherinnen und Biologinnen. Orlanda Frauenverlag.

Darwin ist weltweit bekannt als Forscher und Entdecker der Welt. Doch nur wenig ist bekannt über Entdeckerinnen, obwohl sie schon seit Jahrhunderten Expeditionen unternehmen und Flora und Fauna erforschen und katalogisieren. Diese Frauen stehen Darwin in nichts nach, bekamen jedoch nicht die gebührende Anerkennung aufgrund ihres Geschlechts. Das im März 2009 erschienene Buch der Herausgeberin Gudrun Fischer portratiert diese Pionirinnen und Naturforscherinnen. Neben bereits verstorbenen Vorreiterinnen, wie Maria Sibylla Merian, die von 1647-1717 lebende Insektenkundlerin, stellt sie auch weibliche Vorbilder der heutigen Zeit vor, wie die Entwicklungsbiologin Christiane Nüsslein-Volhard. Trotz unterschiedlicher Autorinnen gelingt es, die Leidenschaft der Forscherinnen wiederzugeben.

Foto: Pixabay.com / FotoshopTofs

Letzte Änderung: 23.05.2017

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Gender und Technik Literatur, eine Auflistung von wissenschaftlichen Beiträgen zum Thema Gender und Technik.

Gender und Technik Literatur

Welttag des Buches und des Urheberrechts

Der 23. April wurde weltweit als Tag des Buches und Urheberrecht gefeiert. Dies nimmt sich „gender2technik“ zum Anlass, um auf Literatur zum Thema Gender und Technik aufmerksam zu machen. Diese Literaturliste wurde im Projekt „Technik-Frauen-Journalismus“ 2014 unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Keil und Dr. Nina Leonhardt an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zusammengestellt und dient als wissenschaftliche Grundlage des Projekts „Gendergerechter Technikjournalismus“.

Aldag, Isabell (2003): Technikberichterstattung in Frauenzeitschriften. Eine Analyse der Zeitschriften „Brigitte“, „Cosmopolitan“, „Freundin“, „Für Sie“ und „Glamour“ im Zeitraum 2002/2003. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Bath, Corinna/Schelhowe, Heidi/Wiesner, Heike (2008): Informatik: Geschlechteraspekte einer technischen Disziplin. In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (Hrsg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Geschlecht & Gesellschaft, Band 35, 2. Erweiterte und aktualisierte Auflage, Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften, 821-833.

Bertram, Bärbel (2012): Lippenstift und Motoröl. Eine Untersuchung zur Technologiekompetenz weiblicher Auszubildender am Beispiel von Kraftfahrzeugmechatronikerinnen. Dissertation, Universität Bremen, 2012. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag.

Buhr, Regina (2006): Innovationen – Technikwelten, Frauenwelten: Chancen für einen geschlechtergerechten Wandel des Innovationssystems in Deutschland. Berlin: Wostok Verlag.

Deutscher Gewerkschaftsbund Bundesvorstand (2013): Newsletter Arbeitsmarkt aktuell: Studie „Frauen in MINT Berufen“ – Weibliche Fachkräfte im Spannungsfeld Familie, Beruf und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB). Berlin, Nr. 3 / Juni 2013. Online unter: http://www.dgb.de/themen/++co++55947064-dff5-11e2-8fc5-00188b4dc422 [Abrufdatum 22.07.2014].

Ebeling, Helga (2006): Frauen in der industriellen Forschung und Entwicklung in Europa. In: Buhr, Regina (Hrsg.) (2006): Innovationen: Technikwelten, Frauenwelten. Chancen für einen geschlechtergerechten Wandel des Innovationssystems in Deutschland. 57-72. Online unter: http://www.iit-berlin.de/de/publikationen/innovationen-technikwelten-frauenwelten/at_download/download [Abrufdatum 23.07.2014].

Endres, Helene (2013): Frauen in Ingenieurberufen – Karriere technisch unmöglich. In: Spiegel Online. Online unter: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/studie-trotz-fachkraeftemangels-keine-chance-fuer-mint-frauen-a-914507.html  [Abrufdatum 23.07.2014].

Greif, Moniko (2000): Ingenieurinnen erwünscht! Handbuch zur Steigerung der Attraktivität ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge für Frauen. Bochum, S. 5-7;14-18; 24-31.

Götsch, Monika/Heine, Yvonne/Kleinn, Kari (2013): „… dass auf einmal ’n blue screen ’n pink screen wäre“ – Diversity-Konzepte von Studierenden der Informatik. In Informatik Spektrum Juni 2013, Volume 36, Issue 3, S.278-286.

Harding, Sandra (2008): Wissenschafts- und Technikforschung: Multikulturelle und postkoloniale Geschlechteraspekte. In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (2008): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Geschlecht & Gesellschaft, Band 35, 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 312-321.

Heinrich, Elkedagmar/Rentschler, Michael (Hrsg.) (2003): Frauen studieren Technik. Bedingungen – Kontext – Perspektiven. Report – Beiträge zur Hochschuldidaktik, Band 41. Aachen: Shaker Verlag.

Horwath, Ilona et al. (2007): Tequality – Technik. Gender. Equality: Das Technikstudium aus der Sicht von Männern und Frauen. Institut für Frauen- und Geschlechterforschung, Johannes Kepler Universität Linz. Online unter: http://www.tequality.at/ [Abrufdatum 23.07.2014].

Ihsen, Susanne (2006): Technische Fachkultur und Frauenbilder – Warum sich die Technik mit den Fachfrauen so schwer tut. In Buhr, Regina (Hrsg.) (2006): Innovationen – Technikwelten, Frauenwelten. Berlin. S. 103-114.

Ihsen, Susanne (2008): Ingenieurinnen: Frauen in einer Männerdomäne. In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (Hrsg): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Geschlecht & Gesellschaft, Band 35, 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 799-805.

Knoll, Bente/Ratzer, Brigitte (2010): Gender Studies in den Ingenieurwissenschaften. Wien: Facultas.

Neusel, Ayla (2005): Technik und Gender. Ingenieurwissenschaften als Studium und Wissenschaft von Frauen. In: Spellerberg, Annette (Hrsg.) (2005): Die Hälfte des Hörsaals. Frauen in Hochschule, Wissenschaft und Technik. Berlin: edition sigma, 75-95.

Paulitz, Tanja/Prietl, Bianca (2013): Spielarten von Männlichkeit in den „Weltbildern“ technikwissenschaftlicher Fachgebiete. In: Informatik Spektrum, Volume 36, 3/2013, S. 300-308.

Paulitz, Tanja (2012): Mann und Maschine. Eine genealogische Wissenssoziologie des Ingenieurs und der modernen Technikwissenschaften, 1850-1930. Bielefeld: transcript.

Pfenning, Uwe et al. (2011): Frauen für Technik – Technik für Frauen. Zur Attraktivität von Technik und technischen Berufen bei Mädchen und Frauen. In: Wentzel, Wenka et al. (Hrsg.) (2011): Generation Girls’Day. Opladen: Budrich UniPress, 123-157.

Quaiser-Pohl, Claudia (2012): Mädchen und Frauen in MINT: Ein Überblick. In: Stöger, Heidrun et al. (Hrsg.) (2012): Mädchen und Frauen in MINT-Bedingungen von Geschlechtsunterschieden und Interventionsmöglichkeiten.  Lehr-Lern-Forschung, Band 1. Berlin: Lit Verlag, 13-39.

Ruprecht, Anja (2007): Berufe haben (k)ein Geschlecht? Grenzziehungsprozesse bei Projekten für Mädchen im Bereich Technik und Handwerk. Dissertationsprojekt Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Schreyer, Franziska (2006): Hochqualifizierte Technikfrauen – Studium, Arbeitsmarkt, Zukunft. In: Buhr, Regina (Hrsg.) (2006): Innovationen – Technikwelten, Frauenwelten. Chancen für einen geschlechtergerechten Wandel des Innovationssystems in Deutschland. Berlin: Wostok Verlag, 43-56. Online unter:http://www.iit-berlin.de/de/publikationen/innovationen-technikwelten-frauenwelten/at_download/download  [Abrufdatum 23.07.2014].

Schreyer, Franziska (2008): Akademikerinnen im technischen Feld. Der Arbeitsmarkt von Frauen aus Männerfächern. IAB-Bibliothek, Bd. 3, herausgegeben vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Frankfurt/New York: Campus Verlag.

Schröder, Hans Joachim (2007): Technik als biographische Erfahrung 1930-2000. Dokumentation und Analyse lebensgeschichtlicher Interviews. Zürich: Chronos.

Solga, Heike (2009): Das falsche Geschlecht: Warum ich nicht Ingenieurin geworden bin – obwohl ich fast alle Voraussetzungen erfüllte. In: Die Zeit, Spezial: Ingenieure & Techniker, Ausgabe 37/2009. Online unter: http://www.zeit.de/2009/37/C-Frauen [Abrufdatum 23.07.2014].

Solga, Heike/Pfahl, Lisa (2009): Wer mehr Ingenieurinnen will, muss bessere Karrierechancen für Frauen in Technikberufen schaffen. WZBrief Bildung, Ausgabe 4/2009, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Online unter: http://bibliothek.wzb.eu/wzbrief-bildung/WZBriefBildung072009_solga_pfahl.pdf. [Abrufdatum 23.07.2014].

Schwarze, Barbara/David, Michael/Belker, Charlote Bettina (2008): Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik. Bielefeld: Universitätsverlag Webler.

SORA Institut for Social Research and Consulting (2012): Studie „Frauen und Mädchen in technischen Berufen“. Online unter: http://technikqueen.at/frauen-technik/studie/ [Abrufdatum 15.11.2014].

Stöger, Heidrun et al. (2012): Mädchen und Frauen in MINT – Bedingungen von Geschlechterunterschieden und Interventionsmöglichkeiten, Lehr-Lern-Forschung Band 1. Berlin: LIT.

Trauth, Eileen Moore et al. (2008): A Multicultural Analysis of Factors Influencing Career Choice for Women in the Information Technology Workforce, Journal of Global Information Management, Ausgabe 16/2008. Online unter: http://www.eileentrauth.com/uploads/4/6/7/6/4676002/0629_001.pdf [Abrufdatum 23.07.2014].

Walter, Christel (1998): Technik, Studium und Geschlecht: Was verändert sich im Technik- und Selbstkonzept der Geschlechter? Reihe Geschlecht und Gesellschaft, Band 11. Opladen: Springer VS.

Wajcman, Judy (2007): From women and technology to gendered technoscience. In: Information, Communication & Society, Ausgabe 3/2007, Taylor & Francis, S. 287-298. Online unter: http://www.jenjenson.com/courses/gendertech/wp-content/uploads/2010/01/25727273.pdf [Abrufdatum 23.07.2014].

Wächter, Christine (2003): Technik-Bildung und Geschlecht. Reihe Technik- und Wissenschaftsforschung Band 42. Wien: Profil Verlag GMBH.

Wensierski, Hans-Jürgen von/Langfeld, Andreas/Puchert, Lea (2015): Bildungsziel Ingenieurin. Biographien und Studienfachorientierungen von Ingenieurstudentinnen – eine qualitative Studie. Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich.

Wentzel, Wenka (2008): „Ich will das und das ist mein Weg!“ – Junge Frauen auf dem Weg zum Technikberuf. Schriftenreihe Heft 7, Bielefeld: Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.. Online unter: http://www.humboldt-duesseldorf.de/work/pdf/GirlsBoysDay/H7_StudieGD_qualitativ.pdf [Abrufdatum 23.07.2014].

Wissenschaftliches Sekretariat für die Studienreformim Land Nordrhein-Westfalen (2000): Ingenieurinnen erwünscht! Handbuch zur Steigerung der Attraktivität ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge für Frauen. Online unter: https://www.think-ing.de/index.php?media=985 [Abrufdatum 23.07.2014].

Zachmann, Karin (2004): Mobilisierung der Frauen. Technik, Geschlecht und Kalter Krieg in der DDR. Frankfurt/Main: Campus.

Foto: Pixabay.de | lil_foot_

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Portrait von Maria Telkes, die bedeutende Erfindungen in der Solarenergie entwickelte und so den Titel „The Sun Queen“ erhielt.

Maria Telkes

The Sun Queen

22. April war der Tag der Erde – er steht für die Wertschätzung der natürlichen Umwelt und soll zum Überdenken des Konsumverhaltens anregen. „gender2technik“ möchte daher an Maria Telkes erinnern. Ihre Erfindungen machten die Energie der Sonne nutzbar und brachten ihr so den Titel „The Sun Queen“ ein. Sie erfand den ersten funktionierenden Solarofen, ein Heizungssystem betrieben mit Solarenergie und ein Solare Meerwasserentsalzung zur Gewinnung von Trinkwasser.

Telkes wurde am 12. Dezember 1900 in Budapest geboren. Schon vor ihrem Bachelor in der Physikalischen Chemie 1920 an der Universität in Budapest, interessierte sich Telkes für Solarenergie. 1924 promivierte Telkes, ebenfalls in der Physikalischen Chemie. Ein Jahr später emmigrierte sie in die USA um als Biophysikerin an der Cleverland Clinic Foundation zu arbeiten, wo sie an life-transformative energy forschte. Später, 1937 arbeitete und forschte sie bei Westinghouse Electric Corporation an der Energieumwandlung, im speziellen von der Umwandlung von Wäremeenergie zu elektrischer Energie.

1940 wechselte Telkes an das Massachusetts Institute of Technology, wo sie am Solarenergieumwandlungs Projekt arbeitete. 50 Jahre lang forschte Telkes an neuen Möglichkeiten Solarenergie zu nutzen. Maria Telkes und Architektin Eleanor Raymond entwickelten 1948 gemeinsam das erste mit Solarenergie beheizte Haus – das Drover Sun House.

Die Erneuerbaren Energien sind auch heute ein sehr beliebtes Berufsfeld. Durch den konkreten gesellschaftlichen Nutzen sind die technischen Berufe unter Frauen besonders beliebt. Eine Analyse des Wissenschaftsladen Bonn von 2014/15 zeigt, dass im Bereich der Erneuerbaren Energien vor allem technische Berufe wie Elektroniker/innen, Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Mechatroniker/innen, Elektroanlagenmonteur/in und Mechaniker/innen gefragt sind.

Um Berufe in den erneuerbaren Energien auch Mädchen näher zu bringen hat der Wissenschaftsladen Bonn in Zusammenarbeit mit dem Game Studios the Good Evil und der Technischen Universität Dresden das Serious Game Serena entwickelt. Serena soll 13- bis 15-jährigen Mädchen auf spielerische Weise Wissen und Kompetenzen vermitteln.

Quellen:

Lemelson-Massachusetts Institute of Technology

Argentur für Erneuerbare Energien (7. März 2017): Erneuerbare Energien motivieren Frauen zu technischen Berufen

Analyse des Wissenschaftsladen Bonn (2015): Technische Ausbildungsberufe im Bereich Erneuerbare Energien

Serena Supergreen, Webseite des Serious Game

Foto: Dr. Maria Telkes New York World-Telegram and the Sun staff photographer – Library of Congress Prints and Photographs Division. New York World-Telegram and the Sun Newspaper Photograph Collection.

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Potrait der ersten Nobellpreisträgerin der Physiologie oder Medizin 1947, Gerty Theresa Cori.

Wegbereiterin Gerty Cori

Erste Nobelpreisträgerin der Physiologie oder Medizin

Am 7. April war der Weltgesundheitstag. Anlass für „gender2technik“ das Leben der Vorreiterin Gerty Cori näher zu beleuchten. 1947 erhielt sie zusammen mit ihrem Mann Carl Ferdinand Cori den Nobelpreis für die Entdeckung des Verlaufs des katalytischen Glykogen-Stoffwechsels, umgangssprachlich auch als Zuckerstoffwechsel bekannt. Sie war die erste Frau, die einen Nobelpreis der Physiologie oder Medizin verliehen bekam und somit Vorbild für viele weitere Wissenschaftlerinnen.

Der zyklische Verlauf des Glykogen-Stoffwechsels wird auch heute noch als Cori-Zyklus bezeichnet. Der Kreislauf beschreibt folgendes: Zucker wird in der Muskulatur zu Energie umgewandelt. Dabei entsteht Lactat als Abfallprodukt. Das Lactat wird dann durch den Blutkreislauf in die Leber transportiert. Hier kann es durch die Energie von Fett(säuren) wieder in Zucker umgewandelt werden. Der entstehende Zucker kann dann entweder gespeichert werden oder er gelangt durch den Blutkreislauf wieder zur Muskulatur. Die Entdeckungen der Coris zum Zucherstoffwechsel legten den Grundstein für weitere Forschungen und Entdeckungen.

Das effektive Cori-Team forschte auch an den Effekten der Hormone Insulin und Adrenalin im Zuckerstoffwechsel. 1936 konnten sie erstmals Glucose-1-phosphat isolieren, welches auch den Namen Cori-Ester trägt. Den Lohn für diese Errungenschaft wurde jedoch zunächst nur ihrem Mann zugeschrieben. Zahlreiche weitere Erfolge auf dem Gebiet der Biochemie folgten. Jedoch wurden ihre wissenschaftlichen Erfolge nicht gewürdigt. Während Carl Cori 1931 auf eine Professur berufen wurde, erhielt Gerty Cori erst 1943 eine Assistenz-Professur. Fünf Jahre später, 1947 wurde auch Gerty auf eine „vollständige“ Professur berufen – dem selben Jahr, in dem Gerty und Carl Cori den Nobelpreis der Physiologie/Medizin erhielten.

Ein Jahr nach der Nobelpreisverleihung wurde bei Gerty Cori die seltene Krankheit Myelofibrose, eine Erkrankung des Knochenmarks, festgestellt. Dennoch arbeitete sie engagiert bis zu ihrem Tod weiter. Sie war somit nicht nur Vorreiterin für Frauen in der Medizin, sondern auch Vorbild für sie. Dennoch vergingen 30 Jahre, bis erneut eine Frau – Rosalyn Sussman Yalow – 1977 den Nobelpreis der Physiologie/Medizin erhielt.

Auch 70 Jahre nachdem die erste Frau einen Nobelpreis in der Physiologie erhalten hat ist der Frauenanteil erschreckend gering: Bisher haben nur 12 Frauen einen Nobelpreis für Physiologie/Medizin erhalten. Im Vergleich dazu liegt der Männeranteil mit 199 Nobelpreisträgern in der Disziplin deutlich höher. Jedoch zeigt sich, dass der Abstand zwischen den Verleihungen an eine Frau sich mittlerweile verkürzt hat. Waren es vor dem Jahre 2000 noch durchschnittlich acht bis neun Jahre, so vergehen nach 2000 im Durchschnitt nur noch rund zwei bis drei Jahre bis zu einer Nobelpreisträgerin in der Physiologie/Medizin.

Nobelpreisträgerinnen für Physiologie oder Medizin:

  • 1947: Gerty Cori und Carl Ferdinand Cori: „für ihre Entdeckung des Verlaufs des katalytischen Glykogen-Stoffwechsels“
  • 1977: Rosalyn Sussman Yalow: „für die Entwicklung radioimmunologischer Methoden der Bestimmung von Peptidhormonen“
  • 1983: Barbara McClintock: „für ihre Entdeckung der beweglichen Strukturen in der Erbmasse“
  • 1986: Rita Levi-Montalcini und Stanley Cohen: „für ihre Entdeckung des Nervenwachstumsfaktors“
  • 1988: Gertrude Belle Elion, James Whyte Black und George Herbert Hitchings: „für ihre wegweisenden Entdeckungen wichtiger biochemischer Prinzipien der Arzneimitteltherapie“
  • 1995: Christiane Nüsslein-Volhard, Edward B. Lewis und Eric F. Wieschaus: „für ihre grundlegenden Erkenntnisse über die genetische Kontrolle der frühen Embryonalentwicklung“
  • 2004: Linda B. Buck und Richard Axel: „für die Erforschung der Riechrezeptoren und der Organisation des olfaktorischen Systems“
  • 2008: Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier: „für die Entdeckung des HI-Virus“
  • 2009: Elizabeth H. Blackburn, Carol W. Greider und Jack Szostak: für die Entdeckung, „wie Chromosomen durch Telomere und das Enzym Telomerase geschützt werden“
  • 2014: May-Britt Moser, Edvard Moser und John O’Keefe: „für Entdeckungen von Zellen, die ein Positionierungssystem im Gehirn bilden“
  • 2015: Youyou Tu: „für ihre Entdeckungen betreffend eine neuartige Therapie für Malaria“

Quellen:

Nobelprize.org (2014): „Gerty Cori – Biographical“. Nobel Media AB 2014.

Nobelprize.org: Nobel Prize Awarded Women

Marc Scheloske (2008): Karriere im Schatten: Die Nobelpreisträgerin Gerty Theresa Cori. In: Science Blogs.

Foto: von National Library of Medicine, Images from the History of Medicine, B05353 [Public domain], via Wikimedia Commons

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Letzte Aktualisierung: 22.05.2017

Studentinnen aus dem Bereich MINT (Informatik) betrachten eine Platine.

Frauenanteil in MINT-Studiengängen steigt

Die MINT-Studiengänge werden bei Frauen immer beliebter, wie der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen in einer Pressemitteilung von Ende 2016 mitteilte. Die Statistiken zeigen, dass die Zahlen der MINT-Studienanfängerinnen deutlich gestiegen sind. Dennoch beginnen weniger Frauen ein Studium aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Der Anteil der Studienanfängerinnen in den Fächern Elektrotechnik und Informationstechnik ist mit 15,3 Prozent so hoch wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr 2014 stieg der Anteil der Studienanfängerinnen um fast 10 Prozent. Seit Beginn der Aufzeichnung im Jahre 1976 stieg der Anteil der Studienanfängerinnen kontinuierlich an. Dennoch ist ihr Anteil mit 15,3 Prozent sehr gering. Besser sieht es in der Informatik aus, hier ist mittlerweile fast jeder vierte Studienanfänger eine Frau. Im Bauingenieurswesen liegt der Frauenanteil sogar noch etwas höher. Er steigt erstmals auf über 30 Prozent. Ähnlich gut sieht es in der Physik und Astronomie aus. In der Chemie und Mathematik liegt der Frauenanteil sogar nah an der 50 Prozent Marke.

studienanfaengerinnen-2000-2008-und-2015

Aktuelle Daten aus dem Wintersemester 2015/2016

Elektrotechnik und Informationstechnik

  • Frauenanteil unter den Studienanfängern mit 15,3 % so hoch wie nie zuvor
  • 28.086 Studierende im 1. Fachsemester (Studienbereich Elektrotechnik und Informationstechnik)
  • 4.310 (15,3 %) Studienanfängerinnen | 23.776 (84,7 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt +2,2 % | Frauen: +9,6 % | Männer: +0,9 %

Informatik

  • Fast jeder vierte Studienanfänger in der Informatik ist mittlerweile eine Frau
  • 68.998 Studierende im 1. Fachsemester (Studienbereich Informatik)
  • 16.947 (24,6 %) Studienanfängerinnen | 52.051 (75,4 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt +7,2 % | Frauen: +11,3 % | Männer: +5,9 %

Bauingenieurwesen

  • Frauenanteil unter den Studienanfängern im Bauingenieurwesen steigt erstmals auf über 30%
  • 18.896 Studierende im 1. Fachsemester (Studienbereich Bauingenieurwesen)
  • 5.689 (30,1 %) Studienanfängerinnen | 13.207 (69,9 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt +2,7 % | Frauen: +8,3 % | Männer: +0,5 %

Mathematik

  • 12.691 (47,8 %) Studienanfängerinnen | 13.847 (52,2 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt +1,5 % | Frauen: +0,9 % | Männer: +2,0 %

Physik & Astronomie

  • 5.962 (32,5 %) Studienanfängerinnen | 12.363 (67,5 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt: +3,5 % | Frauen: +6,3 % | Männer: +2,2 %

Chemie

  • 8.488 (45,0 %) Studienanfängerinnen | 10.369 (55,0 %) Studienanfänger
  • Veränderung 2014 auf 2015: insgesamt +4,1 % | Frauen: +7,2 % | Männer: +1,6 %

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Quelle: 

Pressemitteilung vom 19.12.2016: MINT-Fächer stark nachgefragt

Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen

Grundlage für die Statistiken sind Daten des Statistischen Bundesamtes und eigene Berechnungen des Kompetenzzentrums Technik – Diversity – Chancengleichheit

Fotos:

Beistragsfoto: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. | Ort: zdi-Schülerlabor coolMINT.paderborn

Grafik: Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit

 

 

 

 

 

 

Cathrin Fremuth, Diplom-Ingenieurin Maschinenbau, an ihrem Arbeitsplatz in der Maschinenhalle bei Varian Medical Services. Fotografiert von Hanna Diewald.

„An Technik fasziniert mich, dass …“

„An Technik fasziniert mich, dass sie das Leben nicht nur erleichtert, sondern es auch retten kann,“ erklärt Cathrin Fremuth, Maschinenbauingenieurin bei Varian Medical Systems. Sie und 13 weitere haben an einem Kalender Projekt des Studiengangs Technikjournalismus der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg teilgenommen. Für das Projekt haben Studierende, Absolventinnen und Absolventen der Elektrotechnik und des Maschinenbaus von ihrer Technikfaszination erzählt und sich fotografieren lassen. Entstanden ist ein Kalender für 2017 mit 14 Fotos, bei dem Frauen und Männer gleichsam repräsentiert werden. Ziel des Projekts war es, die Motivation von Frauen und Männern, sich mit Technik zu beschäftigen, festzuhalten.

Der Kalender ist im Sommersemester 2016 unter der Leitung von Susanne Keil, Professorin für Journalistik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, dem Fotografen Eric Lichtenscheidt und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Frank Seidel entstanden.

Wer Interesse an einem oder mehreren Exemplaren hat, melde sich bitte per Email: susanne.keil@h-brs.de

berninghaus

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Titelbild:

Cathrin Fremuth, Maschinenbauingenieurin bei Varian Medical Systems, fotografiert von Hanna Diewald

Bild im Beitrag:

Patrick Berninghaus, Studierender der Elektrotechnik im 8. Semester, fotografiert von Freya Wolff

Technik-Professorinnen gesucht

Video über die Lehre an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften

Welch spannende Berufsfelder sich für Ingenieurinnen an einer Hochschule bieten, zeigt ein Video, das jetzt in einer Kooperation der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Hochschule Bochum entstanden ist. Im Video erzählen unter anderem die Chemikerin Margit Schulze und die Geoinformatikerin Ulrike Klein (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg) sowie die Architektin Karin Lehmann (Hochschule Bochum) von ihrem beruflichen Alltag.

Gerade an den früheren Fachhochschulen, den heutigen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, mit ihrer in der Regel stark technischen Ausrichtung werden Professorinnen gesucht. Wenn Fächer wie Elektrotechnik und Maschinenbau nur von wenigen jungen Frauen studiert werden, fehlen anschließend auch Ingenieurinnen, die für eine Karriere als FH-Professorin infrage kommen. Dabei sind weibliche Vorbilder gerade hier besonders wichtig.

Aber auch Fachbereiche, wie Betriebswirtschaft, Sozialversicherungen, Informatik und sogar Journalistik gibt es zunemend an Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

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Die Professorinnen begeistert an ihrem Beruf, dass sie an aktuellen Themen forschen und dabei Theorie und Praxis miteinander verbinden können. Die Lehre in kleinen Gruppen schaffe eine angenehme Atmosphäre. Familie und Beruf könnten gut miteinander vereint werden. Die Voraussetzungen für eine Berufung zur Professorin können je nach Bundesland variieren. Allen gemeinsam ist jedoch, dass ein abgeschlossenes Hochschulstudium und eine mehrjährige Berufserfahrung vorausgesetzt wird.

Das Video „Professorinnen – wo seid Ihr?“ entstand aus der Zusammenarbeit der Hochschule Bochum und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Das Projekt begann 2012 mit einer Studie der Hochschule Bochum. Die Studie kam zu dem Schluss, dass das Berufsbild unter geeigneten Bewerberinnen nicht bekannt genug ist. Das Video soll den Beruf der Professorin an angewandten Hochschulen für den Nachwuchs bekannter machen. Weitere Informationen zum Berufsbild, den Voraussetzungen, Förderprogrammen und Veranstaltungen finden sich auf der Webseite www.professorin-werden.de.

Weitere Erfahrungen von Professorinnen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften finden sich in einem Artikel vom April 2015 der Deutschen Universitätszeitung duz Frauen, wo seid ihr?.

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Foto: Standbild aus dem Video „Professorinnen – wo seid Ihr?“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Hochschule Bochum

 

Gendergerechte Technikmuseen

Strategien gegen den Ausschluss von Frauen

Ende September ist das Projekt „Gender Technik Museum“ mit einer gleichnamigen Publikation abgeschlossen worden. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Vorhaben haben Daniela Döring und Hannah Fitsch Technikmuseen einem Gender-Check unterzogen. „Kommen Frauen in den Geschichtserzählungen von Technik- und Naturwissenschaften angemessen vor?“ war eine der Fragen, denen die Genderforscherinnen der Technischen Universität Berlin nachgegangen sind. Anhand der Ergebnisse von unter anderem 40 Experten- und Expertinnen-Interviews haben sie jetzt zusammen mit Sabine Hark Strategien für eine gendergerechte Musemspraxis veröffentlicht.

Die Untersuchung bestand neben den Interviews mit Expert*innen in sechs Partnerinstitutionen aus der kuratorischen Begleitung eines Ausstellungsprojekts sowie einer Auftaktkonferenz, die dem Wissenschafts-Praxis-Dialog und der weiteren Vernetzung diente. Auf dieser diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Thesen zu geschlechtsspezifischen Ungleichheiten im Museum sowie Best Practices und Strategien der Veränderung.

Technikmuseen sind Bildungsinstitutionen, die historische Exponate zeigen und so kulturelle Wertevorstellungen, Vorbilder und gesellschaftliche Erwartungen prägen. Studien der Genderforschung haben gezeigt, dass Technikmuseen jedoch oft eine vergeschlechtliche Sichtweise auf die Technikgeschichte wiedergegeben, die Frauen ausschließt. Werden sie erwähnt, dann als Ehefrauen, Begleiterinnen, Konsumentinnen, Frauen im Haushalt oder Arbeiterinnen in weiblich stigmatisierten Sphären. Als Entwicklerinnen von Technik werden sie als Exotin und Ausnahmefall dargestellt. Zudem ist es gängige Praxis, die Technikausstellung auf technische Daten und Objekte zu reduzieren. Die kulturgeschichtlichen, gesellschaftlichen und geschlechtspolitischen Lebensbedingungen und Kontexte werden so vernachlässigt.

Die Publikation „Gender Technik Museum“ kann über die Webseite heruntergeladen werden.

/dmi

Links:

Webseite {Gender; Technik; Museum}

Leseprobe von „Frauen im Technikmuseum. Ursachen und Lösungen für gendergerechtes Sammeln und Ausstellen“ von Anna Döpfner (Mai 2016)

Kurz zuvor ist die Publikation „Frauen im Technikmuseum. Ursachen und Lösungen für gendergerechtes Sammeln und Ausstellen“ von Ana Döpfner erschienen. Die Autorin zollt in ihrem Buch dem Ruhr-Museum Essen, dem Science Museum London und dem Technischen Museum Wien Anerkennung. Vor allem bei Letzterem sei die bis 2017 laufende Ausstellung „In Arbeit“ vorbildlich in ihrer Umsetzung von „Gender, Race und Class“.

Rezension des Buches von Anna Döpfner in derStandart.at (23.08.2016)

Grafik: gender2technik

 

 

Gleichberechtigung für Emojis

Google-Mitarbeiter entwickeln neue Emojis gegen Klischees

Emojis – das sind kleine Grafiken die man mit Smartphone und Tablet verschicken kann. Emojis können Wörter ersetzen und Gefühle ausdrücken, zum Beispiel mit einem lachenden Gesicht. Aber sie transportieren auch Geschlechterrollen. So gibt es männliche Polizisten und Handwerker, während weibliche Emojis oft als Braut und Prinzessin dargestellt werden.

Vier Google Mitarbeiter wollen das jetzt ändern. Sie haben 13 zusätzliche Emojis entwickelt und sie dem Unicode Consortium, der gemeinnützigen Organisation die auch den Unicode Standard herausgibt, präsentiert. In ihrem Antrag scheiben sie:

Our proposal is to create a new set of emoji that represents a wide range of professions for women and men with a goal of highlighting the diversity of women’s careers and empowering girls everywhere.

Laut einem Report der Social Times benutzen Frauen am häufigsten Emojis. Die Untersuchungen der Antragsteller haben außerdem ergeben, dass Emojis, die eine Profession darstellen, häufiger gesucht werden, als z.B. ein rennendes Emoji. Die neuen women@work-Emojis haben also beste Chancen auf eine steile Karriere.

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Quellen:

Rachel Been, Nicole Bleuel, Agustin Fonts, Mark Davis „Expanding Emoji Professions: Reducing Gender Inequality“

Brandy Shaul (30.09.2015): Report: 92% of Online Consumers Use Emoji (Infographic) in Social Times.

Tanja Banner (11.05.2016): „Google-Mitarbeiter wollen weibliche Emoji“ in Frankfrter Rundschau.

mak (11.05.2016): „Frauen-Symbole: Google-Mitarbeiter wollen weibliche Emojis“ in Spiegel Online.

Bildernachweis:

Beide Collagen aus dem Unicode Antrag „Expanding Emoji Professions: Reducing Gender Inequality“ von Rachel Been, Nicole Bleuel, Agustin Fonts, Mark Davis

MINT-Studiengänge für Frauen

Pro und Contra Frauenstudiengänge

Frauen sind in MINT-Studiengängen immer noch unterrepräsentiert. Dies bestätigen die Daten des Statistischen Bundesamtes. 2014 waren in den Ingenieurwissenschaften nur knapp über 24 Prozent der Studienanfänger Frauen.

Doch auch hier gibt es Unterschiede: Elektrotechnik ist mit 14,3 Prozent Studienanfängerinnen das männerlastigste Fach, während es in Mathematik und Chemie über 40 Prozent Frauen gibt.

Selbstvertrauen aufbauen

Eine mögliche Antwort auf den geringen Frauenanteil sind Studiengänge nur für Frauen. Mit diesem monoedukativen Ansatz soll das Selbstvertrauen der Studienanfängerinnen in ihre technischen Fähigkeiten gestärkt werden. Denn die Überzahl an männlichen Studierenden im MINT-Bereich macht vielen Frauen zu schaffen. Für sie ist das Studium so eine größere Herausforderung, da sie oft zwischen dem Ideal des typischen männlichen Ingenieurs und weiblichen Rollenbildern hin und her gerissen sind. Außerdem fallen Frauen in den technischen Studiengängen stärker auf und es mangelt an weiblichen Vorbildern, so genannten ‚role models‘, die zur Orientierung wichtig wären.

Entspannt lernen

Ein Hintergrundgedanke monoedukativer Studiengänge ist es, für Frauen eine entspannte Lernatmosphäre zu schaffen. Viele werben damit, dass sie keine technischen oder naturwissenschaftlichen Vorkenntnisse erwarten. Dies soll die Hemmschwelle für Studienanfängerinnen weiter senken. Einzig Interesse und Begeisterung sind Vorraussetzung für den Studienanfang. Die Studieninhalte sind letztlich aber dieselben, die auch ihre männlichen Kommilitonen bewältigen müssen.

Zusätzlich bieten einige Studiengänge Mentorinnen-Programme an. Hier können Studienanfängerinnen Kontakte mit fortgeschrittenen Semestern und Absolventinnen knüpfen und so unter Umständen ihr persönliches ‚role model‘ finden.

Vorurteile und Entwicklungspotenzial

Frauenstudiengänge kommen nicht bei jedem gut an. Aufgrund des monoedukativen Modells werden Absolventinnen oft weniger wertgeschätzt als ihre koedukativen Kommilitoninnen. Ausschlaggebend dafür sind nicht die Studieninhalte. Oft wird angenommen, dass sich Absolventinnen im späteren Berufsleben nicht gegenüber ihren männlichen Kollegen durchsetzen könnten.

Durch die entspannte Lernatmosphäre stärken die Frauen jedoch ihre fachlichen Kompetenzen und damit auch ihr Selbstvertrauen. Treffen sie dann auf männliche Kollegen, haben sie genug Selbstbewusstsein und ernten Respekt, so Professorin Gerlinde Schreiber von der Hochschule Bremen. Zudem sind Frauenstudiengänge sehr individuell aufgebaut. Einige Studentinnen sind bis zum Abschluss unter Frauen und in anderen Studiengängen werden die Studentinnen nach wenigen Semestern in den koedukativen Studiengang integriert. Manche haben auch von Beginn an einzelne Fächer zusammen mit männlichen Kommilitonen.

Regine Komoß kommt in ihrer Dissertation „Frauenstudiengänge – zwischen Vorteil und Vorurteil“ zu dem Schluss, dass Frauenstudiengänge viele Vorteile bieten, sich jedoch noch in der Entwicklung befinden :

 „Entscheidend wird sein, wie mit diesen Vorurteilen umgegangen wird, ob es gelingt, sich auch längerfristig als qualitativ hochwertige Studienangebote zu etablieren und ob sich Frauenstudiengänge damit ein eigenes fachlich anerkanntes Profil verschaffen können. Frauenstudiengänge sind aber zu diesem Zeitpunkt als ein innovatives Zukunftsmodell mit hohem Entwicklungspotential zu werten.“(S. 276 f.)

MINT-Frauenstudiengänge im Überblick

Männer für soziale Berufe

Neben der Forderung, Frauen in technische Berufe zu bringen, steht oft auch der Wunsch Männer für die sozialen Bereiche zu begeistern. Diesen Ansatz verfolgt das Portal „Neue Wege für Jungs“.  Es ist ein bundesweites Netzwerk und Fachportal zur Berufswahl und Lebensplanung von Jungen und versucht sie zum Beispiel mit dem Boys‘ Day für soziale Berufe zu gewinnen.

Quellen

Regine Komoß (2005): Frauenstudiengänge – zwischen Vorteil und Vorurteil. Universität Dortmund. https://eldorado.tu-dortmund.de/bitstream/2003/23259/4/Dissertation.pdf

Lisa Oenning (28.04.2016): Angehende IT-Expertinnen unter sich. In der Wirtschafts Woche. http://www.wiwo.de/erfolg/campus-mba/frauen-studiengaenge-angehende-it-expertinnen-unter-sich-/13514736.html

Merle Schmalenbach, dpa (20.01.2011): Frauen-Studiengänge: Männer müssen draußen bleiben. In Spiegel Online, Unispiegel.http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/frauen-studiengaenge-maenner-muessen-draussen-bleiben-a-736153.html

Janna Degener (30.06.2015): Frauenstudiengänge in Deutschland. In Studis Online. http://www.studis-online.de/Studienfuehrer/frauenstudiengaenge.php

komm mach MINT: Daten zu Studienanfängerinnen in technisch-naturwissenschaftlichen Studienbereichen 2014. http://www.komm-mach-mint.de/Service/Daten-Fakten

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