gender2technik auf Instagram

Die „technikfreundinnen“ sind online

Technik – Gender – Journalismus hat jetzt auch einen Instagram-Account. Seit Juni 2018 sind die „technikfreundinnen“ online. Die Zielgruppe sind Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren. In den Beiträgen besuchen wir Technik-Ferienprojekte für Mädchen und stellen Technik-Pionierinnen und Computerspiele wie beispielsweise Serena Supergreen vor. Mit Bildern versuchen wir zu zeigen, wie schön, spannend, kreativ und vor allem wie vielfältig Technik sein kann. Da auch sehr junge Mädchen angesprochen werden sollen, war uns zunächst das Thema „Wie bewege ich mich sicher auf Instagram?“ wichtig. Einmal in der Woche haben wir in unseren Stories einen Teilaspekt davon vorgestellt, zum Beispiel „Wie kann ich kontrollieren, wer meine Beiträge sieht?“, „Was mache ich, wenn mir jemand ständig nervige Nachrichten schickt?“ oder „Wie schütze ich mein Konto vor fremden Zugriffen?“.

Instagram und Youtube bei Mädchen beliebt

Hintergrund des Instagram-Accounts sind Gruppendiskussionen, die wir im Frühjahr 2018 an fünf Gymnasien der Region Bonn-Rhein-Sieg mit Mädchen der 7. und 8. Klassen zum Thema Technik geführt haben. „Wie können Journalistinnen und Journalisten so über Technik berichten, dass sie auch das Interesse von Mädchen wecken?“ wollten wir von ihnen wissen. Dabei haben uns die Mädchen einen Einblick in ihr Verständnis von Technik gegeben und davon berichtet, welche Medien sie auf welche Art und Weise nutzen. Das Videoportal Youtube und der Foto-Blogger-Dienst Instagram stehen dabei ganz oben auf der Liste der genutzten Medien. Bei Youtube suchen die Mädchen gezielt auch nach Tipps und Tricks zu technischen Themen.
Die Gruppendiskussionen haben zudem gezeigt, dass gemeinsame Interessen in der Peer Group sehr wichtig sind. Interessiert man sich für die Reparatur des eigenen Smartphones, möchte man die Fragen und Infos dazu auch mit den Freundinnen teilen. Anhand dieser Erkenntnisse ist der Name unseres Accounts „technikfreundinnen“ (LINK: https://www.instagram.com/technikfreundinnen/) entstanden.technikfreundinnen_screenshot

Kreativ mit Technik

Der Instagram-Account ergänzt die bisherige Social-Media-Präsenz unseres Projekts. Dabei richten wir uns, anders als bei Facebook und Twitter, an junge Mädchen, die wir mit interessanten Beiträgen für das Thema Technik begeistern möchten. Wir wollen zeigen, wie vielfältig Technik sein kann, wo sie überall zu finden ist und dass Frauen genauso gut Technik entwickeln können wie Männer. Der Account wird bereits jetzt von über hundert Nutzern und Nutzerinnen abonniert, unter anderem auch von Projekten, die ebenfalls technisches Interesse bei Mädchen wecken wollen.

/Paulina Zacharias

Foto: Paulina Zacharias

Gleichberechtigung fĂĽr Emojis

Google-Mitarbeiter entwickeln neue Emojis gegen Klischees

Emojis – das sind kleine Grafiken die man mit Smartphone und Tablet verschicken kann. Emojis können Wörter ersetzen und GefĂĽhle ausdrĂĽcken, zum Beispiel mit einem lachenden Gesicht. Aber sie transportieren auch Geschlechterrollen. So gibt es männliche Polizisten und Handwerker, während weibliche Emojis oft als Braut und Prinzessin dargestellt werden.

Vier Google Mitarbeiter wollen das jetzt ändern. Sie haben 13 zusätzliche Emojis entwickelt und sie dem Unicode Consortium, der gemeinnützigen Organisation die auch den Unicode Standard herausgibt, präsentiert. In ihrem Antrag scheiben sie:

Our proposal is to create a new set of emoji that represents a wide range of professions for women and men with a goal of highlighting the diversity of women’s careers and empowering girls everywhere.

Laut einem Report der Social Times benutzen Frauen am häufigsten Emojis. Die Untersuchungen der Antragsteller haben außerdem ergeben, dass Emojis, die eine Profession darstellen, häufiger gesucht werden, als z.B. ein rennendes Emoji. Die neuen women@work-Emojis haben also beste Chancen auf eine steile Karriere.

/dmi

Quellen:

Rachel Been, Nicole Bleuel, Agustin Fonts, Mark Davis „Expanding Emoji Professions: Reducing Gender Inequality“

Brandy Shaul (30.09.2015): Report: 92% of Online Consumers Use Emoji (Infographic) in Social Times.

Tanja Banner (11.05.2016): „Google-Mitarbeiter wollen weibliche Emoji“ in Frankfrter Rundschau.

mak (11.05.2016): „Frauen-Symbole: Google-Mitarbeiter wollen weibliche Emojis“ in Spiegel Online.

Bildernachweis:

Beide Collagen aus dem Unicode Antrag „Expanding Emoji Professions: Reducing Gender Inequality“ von Rachel Been, Nicole Bleuel, Agustin Fonts, Mark Davis

Gender-Gap bei Internetnutzung

Das Internetnutzungsverhalten und die selbsteingeschätzte Internetkompetenz sind geschlechtsabhängig

Schweizerinnen schätzen ihre Fähigkeiten in Bezug auf die Nutzung neuer Medien wesentlich schlechter ein als Schweizer (41 vs.25 Prozent), so eine Studie der Uni ZĂĽrich. Diese Unsicherheit spiegelt sich auch in der Nutzungsintensität: Von den fast 90 Prozent der gesamten Schweizer Bevölkerung, die regelmäßig online sind, reihen sich Frauen in den hinteren Plätzen ein. So geben mehr als ein FĂĽnftel von ihnen an, weniger als fĂĽnf Stunden pro Woche online zu sein. Bei den Männern sind dies nur 11 Prozent. Professor Michael Latzer weist zudem darauf hin, dass es auch einen ’social-gap‘ gebe,  der Gruppen mit niedrigem Bildungsstandard und Einkommen immer häufiger von der Informationsgesellschaft ausschlieĂźe.

/kim