KIM Studie 2016. Themeninteressen von Jungen und Mädchen. Jungen und Mädchen sind sehr interessiert an Freundschaften und Smartphones. Sport, Computer und Konsolenspiele sind besonders bei Jungen beliebt, während Mädchen an Tieren, Musik und Mode interessiert sind. Das Interesse an Technik liegt bei allen Kindern weiter hinten, wobei 22 Prozent der Jungen an Technik sehr interessiert sind.

Interesse an Technik wissenschaftlich untersucht

Welches Interesse an Technik haben Mädchen und Jungen, Männer und Frauen? Und wie hat es sich über die Jahre verändert? Ein Blick in aktuelle Studien.

Interesse an Technik von Kindern

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat im Jahr 2016 in der seit 1999 regelmäßig durchgeführten KIM-Studie (Kinder und Medien) untersucht, für welche Themengebiete sich Kinder besonders interessieren. Dafür hat er 1229 Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren befragt, 51 Prozent Mädchen und 49 Prozent Jungen. Beleuchtet wurden vor allem Medieninteressen der Kinder, gerade in Bezug auf Digitalisierung, Internet, Handy und Computernutzung. Es geht aber auch um Freizeitgestaltung und weitere Interessen.

Handys und Computer sind wichtiger als Technik

Das Ergebnis: Technik und technische Themen spielen bei Kindern eher eine untergeordnete Rolle. Mit Abstand an erster Stelle sind die „Freunde und Freundschaften“ (95 Prozent), hierfür interessieren sich sowohl Jungen als auch Mädchen in besonderem Maße. Es folgen die Schule (mit 70 Prozent) und der Sport (mit 69 Prozent). Die Themen Handy (Platz 4.), Internet/Computer/Laptop (Platz 6) und Computer/Computerspiele (Platz 7) liegen im oberen Mittelfeld. Der Themenbereich „Technik“ liegt auf dem 15. Platz, gefolgt nur noch von „Fremde Länder“ (39 Prozent) und „Aktuelles Weltgeschehen“ (30 Prozent). Auf der anderen Seite geben immerhin 45 Prozent der Kinder an, sich für „Technik“ zu interessieren oder sehr zu interessieren.

Interesse an Technik von Jungen und Mädchen ist unterschiedlich

Dabei geben Jungen im direkten Vergleich mit den Mädchen häufiger an, dass sie sich sehr gerne mit Technik beschäftigen. Während sich nur 3 Prozent der Mädchen für Technik begeistern können, sind es in derselben Altersgruppe 22 Prozent der Jungen. Diese favorisieren Bereiche wie Computer, Handy, Sport und Computerspiele, bei den Mädchen sind die Top-Themen Tiere, Kleidung und Schule.  Im Bereich Umwelt und Natur liegen die Mädchen vorne: 15 Prozent der Mädchen und 11 Prozent der Jungen bekunden hier sehr großes Interesse.

Handynutzung auf dem zweiten Platz

Allerdings zeigt die KIM-Studie auch, dass mit zunehmendem Alter vor allem die Medienthemen wie Handy und Social Media wichtiger werden. Bei der Handynutzung sind kaum Unterschiede zwischen den Gechlechtern vorhanden. Hier geben 37 Prozent der Mädchen und 38 Prozent der Jungen an, sich sehr fĂĽr Handy und Social Media zu interessieren. Bei den „Ich interessiere mich sehr fĂĽr…“-Themen liegt die Handynutzung auf dem zweiten Platz, nur ĂĽbertroffen von der „Freunde/Freundschafts“-Sparte, die bei beiden Geschlechtern äuĂźerst beliebt ist.

Vergleich mit 2006: Technikinteresse konstant

Vergleicht man die Ergebnisse mit denen, die zehn Jahre vorher (im Jahre 2006) in der KIM-Studie erhoben wurden, fällt auf, dass sich an den Reihenfolgen der Interessensgebiete nur wenig geändert hat. Hier wurden 1203 Kinder, davon 49 Prozent Mädchen und 51 Prozent Jungen, im selben Alter zu ähnlichen Themen befragt. Auch hier liegen die Freunde und Freundschaften bei beiden Geschlechtern an erster Stelle. Dabei gaben insgesamt 96 Prozent der Kinder an, dass sie sich für Freunde interessieren oder sehr interessieren. Auf Platz zwei liegt Musik (80 Prozent), auf Platz drei der Sport (78 Prozent). „Technik“ belegt den vorletzten Platz mit insgesamt 46 Prozent. Auf dem letzten Platz liegen „Autos“ mit 44 Prozent, dieser Bereich wurde 2016 nicht mehr erhoben. „Technik“ war somit schon damals für die Kinder weniger interessant, wobei immerhin die Hälfte aller Kinder 2006 ein Interesse an Technik bekundet hat. Auch das Geschlechterverhältnis hat sich in dieser Sparte kaum verändert. 3 Prozent der Mädchen und 26 Prozent der Jungen zeigten sich sehr interessiert. Themen wie Handys und Computer lagen 2006 im Mittelfeld der Interessen. Gerade bei Handys war allerdings schon damals das Interesse bei Mädchen und Jungen gleich. 21 Prozent der Mädchen und 22 Prozent der Jungen gaben an, sich sehr für dieses Thema zu interessieren.

Handys und Computer immer wichtiger fĂĽr Kinder

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Kinder zwar durchaus Interesse an technischen Themen zeigen, dieses im Vergleich aber nicht so stark ist wie bei anderen Themengebieten. Das geringere Technikinteresse der Mädchen hat sich seit 2006 kaum geändert. Interessant ist jedoch: Bei Medientechnik sieht das anders aus. Nicht nur sind Themen wie „Handys“ und „Computer“ mit den Jahren für Kinder interessanter geworden, sodass sie sich nun im oberen Mittelfeld der Themengebiete befinden. Gerade bei „Handys“ sind die Interessen von Mädchen und Jungen gleich stark und das nicht erst seit Kurzem. Schon vor 10 Jahren gab es hier zwischen den Geschlechtern keinen Unterschied.

 

Technikinteresse von Erwachsenen

Welches Interesse Erwachsene daran haben, die neueste Technik zu verstehen, haben die Wochenzeitung Die ZEIT und das Institut für angewandte Sozialwissenschaft Berlin im Jahr 2015 untersucht. In der Umfrage zum Technikinteresse bei Erwachsenen mit 3104 Teilnehmern zeigten sich ebenfalls Unterschiede zwischen den Geschlechtern. 39 Prozent der Frauen und 59 Prozent der Männer haben an, die neuesten technischen Entwicklungen verstehen zu wollen. Kein Interesse an technischen Themen bekundeten 18 Prozent der Frauen und 7 Prozent der Männer.

Mediennutzung von Erwachsenen

Die KIM-Studie hat gezeigt, dass das Interesse an Medientechnik und damit verbunden den sozialen Medien, mit steigendem Alter zunehmen. Die Informationsbeschaffung über die sozialen Medien ist Thema einer Befragung der TommorowFocus-Media-Gruppe 2015. Hier wurden 589 Teilnehmer gefragt, nach was sie bei Facebook, Twitter und Co. suchen. 27 Prozent der Frauen gaben an, sich explizit über Technik zu informieren, bei den Männern waren es 56,7 Prozent. Auch bei Finanzen und Autos zeigte die männliche Teilnehmergruppe vergleichsweise mehr Interesse, während die Frauen häufiger Interesse an Themen aus dem Gebiet Mode und Lifestyle angaben.

 

Quellen:

Bild: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest: KIM Studie 2016. Online unter: https://www.mpfs.de/studien/kim-studie/2016/

Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (2016): KIM-Studie 2016. Online unter: https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/KIM/2016/KIM_2016_Web-PDF.pdf [Abrufdatum 02.05.2018]

Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (2006): KIM-Studie 2006. Online unter: https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/KIM/2006/KIM_Studie_2006.pdf [Abrufdatum 02.05.2018]

TomorowFocus-Media-Gruppe (2015): Informationsbeschaffung ĂĽber soziale Medien. Online unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/218295/umfrage/informationsinteresse-der-nutzer-von-sozialen-netzwerken-nach-beliebtesten-themen/ [Abrufdatum 02.05.2018]

ZEIT/ Insitut fĂĽr angewandte Sozialwissenschaft Berlin (2015): Technikinteresse. Online unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/631662/umfrage/neueste-technik-verstehen-nach-geschlecht-in-deutschland/ [Abrufdatum 02.05.2018]

/Franziska Franken

 

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Die Beiträge mit dem Thema Technik auf dem studentischen Ausbildungsportal Technikjournal sind zum großen Teil mit Alltagsthemen verknüpft. Dadurch wird Technik Männern und Frauen auf interessante Weise näher gebracht.

Technikjournal auf dem PrĂĽfstand

Technikjournal.de: Vorbild fĂĽr gendergerechten Journalismus?

Im Online-Magazin „technikjournal.de“, einem Ausbildungsportal des Studiengangs „Technikjournalismus“ an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, publizieren die Studierenden multimediale Berichte zu Technik- und Umweltthemen. Doch wie gendergerecht berichtet technikjournal.de ĂĽber Technik? Wie viele junge Frauen und Männer schreiben hier ĂĽber technische Themen und wie viele Technik-Expertinnen kommen in den Beiträgen zu Wort?  Im Wintersemester 2016/17 sind Studierende im Projekt “Technikjournal auf dem PrĂĽfstand” auch dieser Frage mithilfe einer empirischen Untersuchung nachgegangen. Marcel Tittko und Marvin Sommershof schildern im Folgenden ihre Erfahrungen und Ergebnisse.

Gendergerechtigkeit im Technikjournalismus

Das Thema Gendergerechtigkeit im Journalismus beschäftigt Fachleute seit einiger Zeit. Dadurch war klar, dass eine entsprechende Untersuchung auch Teil eines Prüfstandes für die Lehrredaktion der Hochschule, das “Technikjournal” sein muss.

Der erste Schritt war die Aufarbeitung der bereits vorhandenen Ergebnisse anderer Autoren. Das Wiki der Hochschule zum Thema Gendergerechtigkeit erwies sich in diesem Zusammenhang als essenziell. Schwierig war hierbei der Begriff des “Technikjournalismus”. Denn die Untersuchungen und Studien beziehen sich in vielen Fällen entweder auf Gendergerechtigkeit im Ingenieurberuf oder im Journalismus. Beide Bereiche hatten jedoch eines gemeinsam: Frauen waren im Vergleich mit ihren männlichen Kollegen in der Unterzahl. Und die Gründe waren vielfältig. Ein durch Männer geprägtes Umfeld und ungleiche Bezahlung sind dabei nur zwei von vielen.

Frauen, Männer und Technik

Nach der Sichtung der allgemeinen Ergebnisse wurden die Artikel des Technikjournals unter Zuhilfenahme eines Kodierbuchs einzeln begutachtet. Untersucht wurden Artikel aus dem Zeitraum vom Sommersemester 2015 bis zum Sommersemester 2016. Bei der Analyse ging es unter anderem um die Darstellung von Frauen, Männern und Technik in Fotos, die Expertenwahl und das Geschlecht der Autoren. Hinzu kam der Studienschwerpunkt (Umwelt- oder Ingenieurwissenschaften). Mit dem IBM-Tool SPSS und der quelloffenen Alternative PSPP wurden die Daten ausgewertet und grafisch aufbereitet. Im Folgenden ein kurzer Überblick über die Ergebnisse.

Viele Autorinnen, wenig Expertinnen

Im Ressort Technik arbeiten nach wie vor überwiegend Journalisten. Das ist beim Ausbildungsportal technikjournal anders: Mit etwa 40 Prozent entspricht der Frauenanteil unter den Autoren und Autorinnen hier sogar dem für Deutschland geschätzten Journalistinnen-Anteil über alle Ressorts hinweg.

Bei den in den Beiträgen zu Wort kommenden Expertinnen und Experten überwiegen allerdings sowohl in den Texten als auch in Fotos und Videos ganz klar Männer. So kann etwa für die in den Texten erwähnten Fachleute festgehalten werden, dass Männer etwa doppelt so häufig technische Zusammenhänge erklären und einordnen können wie Frauen.

Der geringe Frauenanteil in der Berichterstattung deutet ein Problem an: Wenn erheblich mehr Männer als Technik-Experten zu Wort kommen, erscheint der Eindruck, dass Technik eher etwas für Männer ist. Wenn Technik-Expertinnen nicht oder nur wenig präsent in den Medien sind, fehlt eine Vorbildfunktion für junge Frauen, die unschlüssig sind, ob sie sich für einen technischen Beruf entscheiden sollten.

Positiv zu werten ist wiederum, dass in mehr als 80 Prozent der Beiträge der Nutzen von Technik im privaten Alltag thematisiert wird. Damit dürfte die Berichterstattung im Online-magazin „Technikjournal“ Frauen wie Männer gleichermaßen ansprechen.

Technikjournalismus ist Vorbild fĂĽr andere Berufsfelder

Aber zurück zu den Autorinnen und Autoren: Die Frauenanteile in den journalistischen Studiengängen und selbst im Fach Technikjournalismus, das vor wenigen Jahren noch überwiegend von jungen Männern gewählt wurde, zeigen, dass sich eine Frauenquote von 50 Prozent auch im Technikjournalismus realisieren ließe. Gleichzeitig kann ein interdisziplinärer Studiengang wie Technikjournalismus durch die Abdeckung journalistischer und technischer Kompetenzen junge Frauen und Männer ausbilden, die sich sowohl für Technik als auch für deren Vermittlung interessieren.

/Marcel Tittko und Marvin Sommershof editiert von ske

Grafiken von gender2technik auf Grundlage der Daten von Marcel Tittko und Marvin Sommershof 

Gender und Technik Literatur, eine Auflistung von wissenschaftlichen Beiträgen zum Thema Gender und Technik.

Gender und Technik Literatur

Welttag des Buches und des Urheberrechts

Der 23. April wurde weltweit als Tag des Buches und Urheberrecht gefeiert. Dies nimmt sich „gender2technik“ zum Anlass, um auf Literatur zum Thema Gender und Technik aufmerksam zu machen. Diese Literaturliste wurde im Projekt „Technik-Frauen-Journalismus“ 2014 unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Keil und Dr. Nina Leonhardt an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zusammengestellt und dient als wissenschaftliche Grundlage des Projekts „Gendergerechter Technikjournalismus“.

Aldag, Isabell (2003): Technikberichterstattung in Frauenzeitschriften. Eine Analyse der Zeitschriften „Brigitte“, „Cosmopolitan“, „Freundin“, „Für Sie“ und „Glamour“ im Zeitraum 2002/2003. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

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Bertram, Bärbel (2012): Lippenstift und Motoröl. Eine Untersuchung zur Technologiekompetenz weiblicher Auszubildender am Beispiel von Kraftfahrzeugmechatronikerinnen. Dissertation, Universität Bremen, 2012. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag.

Buhr, Regina (2006): Innovationen – Technikwelten, Frauenwelten: Chancen fĂĽr einen geschlechtergerechten Wandel des Innovationssystems in Deutschland. Berlin: Wostok Verlag.

Deutscher Gewerkschaftsbund Bundesvorstand (2013): Newsletter Arbeitsmarkt aktuell: Studie „Frauen in MINT Berufen“ – Weibliche Fachkräfte im Spannungsfeld Familie, Beruf und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB). Berlin, Nr. 3 / Juni 2013. Online unter: http://www.dgb.de/themen/++co++55947064-dff5-11e2-8fc5-00188b4dc422 [Abrufdatum 22.07.2014].

Ebeling, Helga (2006): Frauen in der industriellen Forschung und Entwicklung in Europa. In: Buhr, Regina (Hrsg.) (2006): Innovationen: Technikwelten, Frauenwelten. Chancen für einen geschlechtergerechten Wandel des Innovationssystems in Deutschland. 57-72. Online unter: http://www.iit-berlin.de/de/publikationen/innovationen-technikwelten-frauenwelten/at_download/download [Abrufdatum 23.07.2014].

Endres, Helene (2013): Frauen in Ingenieurberufen – Karriere technisch unmöglich. In: Spiegel Online. Online unter: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/studie-trotz-fachkraeftemangels-keine-chance-fuer-mint-frauen-a-914507.html  [Abrufdatum 23.07.2014].

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Harding, Sandra (2008): Wissenschafts- und Technikforschung: Multikulturelle und postkoloniale Geschlechteraspekte. In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (2008): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Geschlecht & Gesellschaft, Band 35, 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 312-321.

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Ihsen, Susanne (2008): Ingenieurinnen: Frauen in einer Männerdomäne. In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (Hrsg): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Geschlecht & Gesellschaft, Band 35, 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 799-805.

Knoll, Bente/Ratzer, Brigitte (2010): Gender Studies in den Ingenieurwissenschaften. Wien: Facultas.

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Paulitz, Tanja (2012): Mann und Maschine. Eine genealogische Wissenssoziologie des Ingenieurs und der modernen Technikwissenschaften, 1850-1930. Bielefeld: transcript.

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Schreyer, Franziska (2006): Hochqualifizierte Technikfrauen – Studium, Arbeitsmarkt, Zukunft. In: Buhr, Regina (Hrsg.) (2006): Innovationen – Technikwelten, Frauenwelten. Chancen fĂĽr einen geschlechtergerechten Wandel des Innovationssystems in Deutschland. Berlin: Wostok Verlag, 43-56. Online unter:http://www.iit-berlin.de/de/publikationen/innovationen-technikwelten-frauenwelten/at_download/download  [Abrufdatum 23.07.2014].

Schreyer, Franziska (2008): Akademikerinnen im technischen Feld. Der Arbeitsmarkt von Frauen aus Männerfächern. IAB-Bibliothek, Bd. 3, herausgegeben vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Frankfurt/New York: Campus Verlag.

Schröder, Hans Joachim (2007): Technik als biographische Erfahrung 1930-2000. Dokumentation und Analyse lebensgeschichtlicher Interviews. Zürich: Chronos.

Solga, Heike (2009): Das falsche Geschlecht: Warum ich nicht Ingenieurin geworden bin – obwohl ich fast alle Voraussetzungen erfüllte. In: Die Zeit, Spezial: Ingenieure & Techniker, Ausgabe 37/2009. Online unter: http://www.zeit.de/2009/37/C-Frauen [Abrufdatum 23.07.2014].

Solga, Heike/Pfahl, Lisa (2009): Wer mehr Ingenieurinnen will, muss bessere Karrierechancen fĂĽr Frauen in Technikberufen schaffen. WZBrief Bildung, Ausgabe 4/2009, Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin fĂĽr Sozialforschung. Online unter: http://bibliothek.wzb.eu/wzbrief-bildung/WZBriefBildung072009_solga_pfahl.pdf. [Abrufdatum 23.07.2014].

Schwarze, Barbara/David, Michael/Belker, Charlote Bettina (2008): Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik. Bielefeld: Universitätsverlag Webler.

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Trauth, Eileen Moore et al. (2008): A Multicultural Analysis of Factors Influencing Career Choice for Women in the Information Technology Workforce, Journal of Global Information Management, Ausgabe 16/2008. Online unter: http://www.eileentrauth.com/uploads/4/6/7/6/4676002/0629_001.pdf [Abrufdatum 23.07.2014].

Walter, Christel (1998): Technik, Studium und Geschlecht: Was verändert sich im Technik- und Selbstkonzept der Geschlechter? Reihe Geschlecht und Gesellschaft, Band 11. Opladen: Springer VS.

Wajcman, Judy (2007): From women and technology to gendered technoscience. In: Information, Communication & Society, Ausgabe 3/2007, Taylor & Francis, S. 287-298. Online unter: http://www.jenjenson.com/courses/gendertech/wp-content/uploads/2010/01/25727273.pdf [Abrufdatum 23.07.2014].

Wächter, Christine (2003): Technik-Bildung und Geschlecht. Reihe Technik- und Wissenschaftsforschung Band 42. Wien: Profil Verlag GMBH.

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Wissenschaftliches Sekretariat für die Studienreformim Land Nordrhein-Westfalen (2000): Ingenieurinnen erwünscht! Handbuch zur Steigerung der Attraktivität ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge für Frauen. Online unter: https://www.think-ing.de/index.php?media=985 [Abrufdatum 23.07.2014].

Zachmann, Karin (2004): Mobilisierung der Frauen. Technik, Geschlecht und Kalter Krieg in der DDR. Frankfurt/Main: Campus.

Foto: Pixabay.de | lil_foot_

/dmi

8 Fragen zum Equal Pay Day

Wer, Wiso, Weshalb und Warum?

Am 18.03.2017 ist Equal Pay Day in Deutschland. Anlass fĂĽr uns zu fragen, wofĂĽr der Tag steht und warum er so wichtig ist. Daher haben wir uns 8 Fragen gestellt und 8 Antworten gefunden.

Was ist der Equal Pay Day?

Der Equal Pay Day markiert den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen durchschnittlich umsonst arbeiten, wenn man ihre Gehälter mit denen von Männern vergleicht. Frauen arbeiten bis zu 77 Tage im Jahr umsonst, da sie auf die Stunde umgerechnet weniger Gehalt verdienen als Männer.

Wer berechnet den Equal Pay Day?

Das Statistische Bundesamt errechnet jedes Jahr den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen. Daraus ergibt sich der Gender Pay Gap, der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttoverdienst. Dies bezeichnet man auch als unbereinigten Gender Pay Gap, da der Durchschnittverdienst aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen miteinander verglichen wird. Somit wird auch der Unterschied in Gehältern erfasst, der durch unterschiedliche Zugangschancen, zum Beispiel zu höher bezahlten Jobs, entsteht. Der unbereinigte Gender Pay Gap schließt also auch möglicherweise benachteiligende Strukturen für Frauen mit ein.

Der bereinigte Gender Pay Gap vergleicht lediglich die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen mit ähnlichen Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien. So werden zum Beispiel die Einflüsse von Teilzeit und Vollzeitarbeit, unterschiedlicher Berufserfahrung und unterschiedlicher Ausbildungen herausgerechnet. Je nach Datengrundlage und welche Faktoren berücksichtigt werden kann der bereinigte Gender Pay Gap zwischen unter 2 Prozent (vgl. IW-Pressemitteilung (2013) bis hin zu 16,6 Prozent (vgl. Schmidt, Jörg (2016): Entgeltgleichheit – Die gesamtwirtschaftliche Perspektive.) betragen. Der bereinigte Gender Pay Gap wird nur alle vier Jahre ermittelt.

Der Equal Pay Day wird aus den Daten des unbereinigten Gender Pay Gap ermittelt: Der prozentuale Unterschied zwischen dem Verdienst von Frauen und Männern wird auf das kommende Jahr umgerechnet. Bei einem Verdienstunterschied von 21 Prozent im Jahre 2016 ergeben sich somit 77 Tage unbezahlter Arbeit von Frauen im Jahr 2017.

Wie ist der Equal Pay Day entstanden?

Der Equal Pay Day entstand durch die Red Purse Campaign der amerikanischen Business and Professional Women (BPW) 1988. Red Purse war dabei ein Symbol für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Dieses Symbol hat auch BPW Germany aufgenommen und 2008 die Initiative Rote Tasche gestartet. 2009 wurde der Equal Pay Day bundesweit eingeführt, wofür die Initiatorinnen den Innovationspreis Ausgewählter Ort im Land der Ideen erhielten.

Was sind die Ursachen der Gender Pay Gap?

Aus den Studien kristallisieren sich drei zentrale Ursachen heraus:

  1. Frauen sind in bestimmten Branchen oftmals unterrepräsentiert. Zu diesen Branchen zählen Berufe in MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), welche oftmals besser bezahlt werden. Zusätzlich steigen Frauen seltener die Karriereleiter auf als Männer, obwohl sie statistisch gesehen oftmals besser ausgebildet sind.
  2. Familienbedingt unterbrechen und/oder reduzieren Frauen ihre Erwerbstätigkeit deutlich häufiger als Männer. Diese Erwerbspausen erschweren es den Frauen zum einen, wieder zurück in den Beruf zu finden. Zum anderen wirken sie sich auch negativ auf die Einkommensentwicklung aus, was Folgen bis hin zur Rentenphase hat.
  3. Von Frauen dominierte Berufe, wie zum Beispiel in der Erziehung und der Pflege, werden durch ihr geringes Ansehen oftmals schlecht bezahlt.

Was ist das Ziel des Equal Pay Day?

Ziel ist es daher, mit dem Equal Pay Day die Debatte über die Gründe der Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, zu sensibilisieren und Entscheider zu mobilisieren, damit sich die Lohnschere schließt.

Zitat: BPW Germany Wiki

Kritik am Equal Pay Day?

Laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft seien viele Entscheidungen von Frauen bezüglich ihrer Karriere rein privat und sollten daher nicht im Lohnunterschied berücksichtigt werden (vgl. Schmidt, Jörg (2016): Der Staat muss nicht handeln). Entscheidungen, ob die Frau oder der Mann die Erziehung der Kinder übernimmt und damit eine Berufspause einlegt, seien demnach ausschließlich von privaten Präferenzen und Wünschen geprägt. Jedoch werden so Einflussfaktoren der Umwelt ignoriert: Zum Beispiel, ob der Mann oder die Frau das größere Gehalt erhält und somit die Familie besser ernähren kann. Auch eine Beförderung kann nicht alleine vom Arbeitnehmer vorgenommen werden. Weitere Faktoren haben Einfluss auf die Entscheidungen: Zum Beispiel verhindet oftmals die unzureichende Betreuungsinfrastruktur für Kinder und Pflegebedürftige, dass beide Partner einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen können. Zudem führt die Berufspause oder Teilzeitarbeit zu weiteren Folgen: Es besteht kein Recht auf Arbeitszeitaufstockung, somit ist der Weg aus der Teilzeitarbeit zur Vollzeitarbeit erschwert.

Zusätzlich seien die Berufsentscheidungen von Männern und Frauen rein private Entscheidungen, die nicht durch vorherrschende Strukturen oder der Gesellschaft beeinflusst würden. Dies würde bedeuten, dass es keinen Sinn ergeben würde, mehr weibliche Vorbilder in MINT Bereichen zu zeigen, da sie keinen Einfluss auf die Entscheidung der Person haben können. Dies steht im Gegensatz zu den zahlreichen Studien, die belegen, dass kulturelle Erwartungen und Einstellungen die Berufswahl beeinflussen.

Lesetipps zum Einfluss von Rollenbildern und Kultur:

Vorbildliche Technik-Frauen: Role Models ebnen den Weg für Mädchen und Frauen in technischen Berufen

Talent kennt kein Geschlecht

Was Frauen in MINT-Berufen wichtig ist: Aktuelle Auswertung internationaler Arbeitsmarkstudien

MINT-Studiengänge für Frauen: Pro und Contra Frauenstudiengänge

Wer macht mit?

Mittlerweile findet der Equal Pay Day in über 20 europäischen Ländern statt. Dazu gehören unter anderem Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Schweden. Auch in den USA, in Australien und Neuseeland wird der Equal Pay Day veranstaltet. Je nach landesspezifischer Lohnlücke findet der Equal Pay Day zu unterschiedlichen Tagen statt. So wurde er in der Schweiz bereits am 24. Februar veranstaltet (vgl. BPW Switzerland: equal pay day,- Webseite), während der Lohngerechtigkeitstag in Frankreich erst am 31. März stattfinden wird (vgl. BPW France Webseite).

Veranstaltungen am 18. März 2017?

BPW Germany informiert umfassend über Veranstaltungen am 18. März auf ihrer Webseite. Neben dem Kongress in Berlin zum Equal Pay Day gibt es zahlreiche Aktionen im ganzen Land. Von Info-Veranstaltungen bis hin zu Flashmobs.

/dmi

Beitragsbild: Businessfotografie Inga Haar / BPW Germany e.V.

Quellen:

Webseite des BPW Germany zum Equal Pay Day

Equal Pay Wiki von BPW Germany

Statistisches Bundesamt (16.03.2016): Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland bei 21 %. Pressemitteilung Nr. 097. Abrufdatum [16.03.2017]

Klenner, Christina (2016): Gender Pay Gap – die geschlechtsspezifische Lohnlücke und ihre Ursachen. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WIS), Policy Brief NR. 7 07/2016. [Abrufdatum 16.03.2017]

Schmidt, Jörg (16.06.2016): Der Staat muss nicht handeln, Pressemitteilung Nr. 34 des Institut der deutschen Wirtschaft Köln. [Abrufdatum 16.03.2016]

Schmidt, Jörg (2016): Entgeltgleichheit – Die gesamtwirtschaftliche Perspektive. Welche Ursachen hat der Gender Pay Gap? IW-Kurzbericht. [Abrufdatum 16.03.2017]

IW-Pressemitteilung (2013): Nur 2 Prozent Gehaltsunterschied. Instituts der deutschen Wirtschaft Köln 2013. IW-Pressemitteilung Nr. 3 vom 14. Januar 2013. [Abrufdatum 16.03.2017]