HITECH CAMPUS it

Karriereperspektiven fĂŒr MINT-Studentinnen

Arbeitgeber fĂŒr junge Ingenieurinnen und Informatikerinnen

Wie geht es weiter, wenn ich den Hochschulabschluss in der Tasche habe? Was gibt es fĂŒr Möglichkeiten? Wo soll ich mich bewerben? Vor dieser Frage stehen nicht wenige Studentinnen und Studenten am Ende ihres Studiums. Bei MINT Absolventinnen herrscht besonders große Unsicherheit: Oft gibt es keine Vorbilder, keine Orientierungshilfe. Frauen sind in technischen Berufen immer noch unterreprĂ€sentiert – und der Einstieg in die Arbeitswelt ist eine HĂŒrde, die Studentinnen erst nehmen mĂŒssen. Wie kann ich den richtigen Arbeitgeber fĂŒr mich finden? Welche Möglichkeiten gibt es fĂŒr mich, in einem technischen Beruf zu arbeiten?

Female Engineering

Die Karrierezeitschriften „Hitech Campus“ und „Hitech Campus it“ stellen einmal im Quartal mögliche Arbeitgeber fĂŒr Hochschulabsolventen im Bereich Ingenieurwissenschaften und Informatik vor. JĂ€hrlich steht dabei eine Ausgabe unter dem Motto „Female Engineering“ – Karriereperspektiven fĂŒr junge Ingenieurinnen und Informatikerinnen. Seit 2016 kommen hier Frauen zu Wort, die in den bis heute mĂ€nnlich dominierten Berufen Fuß gefasst haben. Sie erzĂ€hlen von ihrem Werdegang und ihrer tĂ€glichen Arbeit. Vor allem aber werden Arbeitgeber vorgestellt, die fĂŒr Frauen in Ingenieur- und InformatikstudiengĂ€ngen attraktiv sein könnten.

Orientierung fĂŒr Absolventinnen in MINT

Beide Zeitschriften werden von der Evoluzione Media AG verlegt, die sich auf die Rekrutierung junger akademischer Absolventen und Absolventinnen in verschiedenen Fachbereichen spezialisiert hat. Studierende sollen ĂŒber Unternehmen informiert werden, an die sie bei ihrer bisherigen Suche nach einem spĂ€teren Arbeitsplatz vielleicht noch nicht gedacht haben. Arbeitgeber stellen sich vor und werben fĂŒr eine Laufbahn in ihren Unternehmen. Dabei setzen die Macher auf persönliche Geschichten, Laufbahnen junger Mitarbeiter, Portraits und Ideen. Frauen berichten von ihrem Alltag im Unternehmen, ihren Aufgaben und Herausforderungen. Sie erzĂ€hlen auch davon, wie es ist, als Frau in einem MĂ€nnerberuf zu arbeiten. Negative EindrĂŒcke kommen dabei selten zur Sprache. Die Unternehmen werden durchweg als gute Arbeitgeber prĂ€sentiert.

Trotzdem bieten die Zeitschriften gerade fĂŒr Absolventinnen eine Erweiterung des Horizonts. Die verschiedenen Unternehmen und aufgezeigten Perspektiven können bei der Orientierung helfen. Ob im Bereich MobilitĂ€t, Handel oder Werkstoffforschung, Gaming-Branche oder Luft- und Raumfahrttechnik. Die Liste der vorgestellten Arbeitgeber ist lang. Und neben großen Namen wie Lidl, Edeka, Telekom und ThyssenKrupp prĂ€sentieren sich auch Spartenunternehmen, an die Berufseinsteigerinnen nicht unbedingt denken.

 

Die Ingenieurausgabe zum Themenspecial „Female Engineering“ erscheint dieses Jahr am 15. Juni, ebenso die IT-Ausgabe. Einige Exemplare liegen in Hochschulen aus, die meisten BeitrĂ€ge sowie weitere Portraits von Frauen in Technikfirmen stehen auch auf dem Online-Portal der Hitech Campus Zeitschriften zur VerfĂŒgung: http://hitech-campus.de

/Franziska Franken

Foto: Hi Tech Campus

Wissenschaftlerin oder Studentin im Labor mit Schutzbrille von komm mach MINT.

Mit Mentoring zu MINT

BeweggrĂŒnde von Frauen fĂŒr technische StudiengĂ€nge

Welche BeweggrĂŒnde haben Studentinnen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) ein MINT Fach zu studieren? Mithilfe einer explorativen Studie ging Sabrina Anna-Maria Meinerzhagen-Brumm, Absolventin des Studiengangs Technikjournalismus/PR der H-BRS, im Rahmen ihrer BA-Thesis dieser Frage nach. Ihr Fazit: Vorbilder in MINT- und Mentoringprogramme begeistern fĂŒr Technik.

Unter den Befragungsteilnehmerinnen befanden sich 30 Studentinnen der kooperativen und Vollzeit-StudiengĂ€nge aus dem MINT-Bereich der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie 40 SchĂŒlerinnen staatlicher Schulen und MĂ€dchenschulen. Die Teilnehmerinnen waren zwischen 15 bis 26 Jahre alt. Die Befragung und Auswertung wurde wĂ€hrend des Sommersemesters 2016 durchgefĂŒhrt.

70 Prozent der MĂŒtter und 73,3 Prozent der VĂ€ter der befragten Studentinnen in MINT-FĂ€chern ĂŒben keinen technischen Beruf aus. Dennoch spielen Vor- und Leitbilder bei der Studienfachwahl eine besonders große Rolle. Auch Vorbilder aus dem persönlichen Umfeld, wie etwa Geschwister, Kommilitoninnen und Freundinnen, sind sehr wichtig. Weiter bestĂ€tigte die Studie, dass sich ein Technikinteresse oft schon zu Schulzeiten zeigt. Etwa die HĂ€lfte der Studentinnen wĂ€hlte FĂ€cher wie Informatik oder nahm an Projekten im Bereich Elektrotechnik und Maschinenbau teil. DarĂŒber hinaus nutzen 53,3 Prozent der befragten Studentinnen das Mentoringprogramm der Hochschule. Somit ist eine Bezugsperson fĂŒr etwa die HĂ€lfte der Studentinnen wichtig.

/dmi

Bachelorthesis: Sabrina Anna-Maria Meinerzhagen-Brumm (2016): BeweggrĂŒnde fĂŒr ein MINT-Studium: Bedeutung der Informationswege der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Studiengang Technikjournalismus/PR der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Foto: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. | Ort: Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven

Die BeitrĂ€ge mit dem Thema Technik auf dem studentischen Ausbildungsportal Technikjournal sind zum großen Teil mit Alltagsthemen verknĂŒpft. Dadurch wird Technik MĂ€nnern und Frauen auf interessante Weise nĂ€her gebracht.

Technikjournal auf dem PrĂŒfstand

Technikjournal.de: Vorbild fĂŒr gendergerechten Journalismus?

Im Online-Magazin „technikjournal.de“, einem Ausbildungsportal des Studiengangs „Technikjournalismus“ an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, publizieren die Studierenden multimediale Berichte zu Technik- und Umweltthemen. Doch wie gendergerecht berichtet technikjournal.de ĂŒber Technik? Wie viele junge Frauen und MĂ€nner schreiben hier ĂŒber technische Themen und wie viele Technik-Expertinnen kommen in den BeitrĂ€gen zu Wort?  Im Wintersemester 2016/17 sind Studierende im Projekt “Technikjournal auf dem PrĂŒfstand” auch dieser Frage mithilfe einer empirischen Untersuchung nachgegangen. Marcel Tittko und Marvin Sommershof schildern im Folgenden ihre Erfahrungen und Ergebnisse.

Gendergerechtigkeit im Technikjournalismus

Das Thema Gendergerechtigkeit im Journalismus beschĂ€ftigt Fachleute seit einiger Zeit. Dadurch war klar, dass eine entsprechende Untersuchung auch Teil eines PrĂŒfstandes fĂŒr die Lehrredaktion der Hochschule, das “Technikjournal” sein muss.

Der erste Schritt war die Aufarbeitung der bereits vorhandenen Ergebnisse anderer Autoren. Das Wiki der Hochschule zum Thema Gendergerechtigkeit erwies sich in diesem Zusammenhang als essenziell. Schwierig war hierbei der Begriff des “Technikjournalismus”. Denn die Untersuchungen und Studien beziehen sich in vielen FĂ€llen entweder auf Gendergerechtigkeit im Ingenieurberuf oder im Journalismus. Beide Bereiche hatten jedoch eines gemeinsam: Frauen waren im Vergleich mit ihren mĂ€nnlichen Kollegen in der Unterzahl. Und die GrĂŒnde waren vielfĂ€ltig. Ein durch MĂ€nner geprĂ€gtes Umfeld und ungleiche Bezahlung sind dabei nur zwei von vielen.

Frauen, MĂ€nner und Technik

Nach der Sichtung der allgemeinen Ergebnisse wurden die Artikel des Technikjournals unter Zuhilfenahme eines Kodierbuchs einzeln begutachtet. Untersucht wurden Artikel aus dem Zeitraum vom Sommersemester 2015 bis zum Sommersemester 2016. Bei der Analyse ging es unter anderem um die Darstellung von Frauen, MĂ€nnern und Technik in Fotos, die Expertenwahl und das Geschlecht der Autoren. Hinzu kam der Studienschwerpunkt (Umwelt- oder Ingenieurwissenschaften). Mit dem IBM-Tool SPSS und der quelloffenen Alternative PSPP wurden die Daten ausgewertet und grafisch aufbereitet. Im Folgenden ein kurzer Überblick ĂŒber die Ergebnisse.

Viele Autorinnen, wenig Expertinnen

Im Ressort Technik arbeiten nach wie vor ĂŒberwiegend Journalisten. Das ist beim Ausbildungsportal technikjournal anders: Mit etwa 40 Prozent entspricht der Frauenanteil unter den Autoren und Autorinnen hier sogar dem fĂŒr Deutschland geschĂ€tzten Journalistinnen-Anteil ĂŒber alle Ressorts hinweg.

Bei den in den BeitrĂ€gen zu Wort kommenden Expertinnen und Experten ĂŒberwiegen allerdings sowohl in den Texten als auch in Fotos und Videos ganz klar MĂ€nner. So kann etwa fĂŒr die in den Texten erwĂ€hnten Fachleute festgehalten werden, dass MĂ€nner etwa doppelt so hĂ€ufig technische ZusammenhĂ€nge erklĂ€ren und einordnen können wie Frauen.

Der geringe Frauenanteil in der Berichterstattung deutet ein Problem an: Wenn erheblich mehr MĂ€nner als Technik-Experten zu Wort kommen, erscheint der Eindruck, dass Technik eher etwas fĂŒr MĂ€nner ist. Wenn Technik-Expertinnen nicht oder nur wenig prĂ€sent in den Medien sind, fehlt eine Vorbildfunktion fĂŒr junge Frauen, die unschlĂŒssig sind, ob sie sich fĂŒr einen technischen Beruf entscheiden sollten.

Positiv zu werten ist wiederum, dass in mehr als 80 Prozent der BeitrĂ€ge der Nutzen von Technik im privaten Alltag thematisiert wird. Damit dĂŒrfte die Berichterstattung im Online-magazin „Technikjournal“ Frauen wie MĂ€nner gleichermaßen ansprechen.

Technikjournalismus ist Vorbild fĂŒr andere Berufsfelder

Aber zurĂŒck zu den Autorinnen und Autoren: Die Frauenanteile in den journalistischen StudiengĂ€ngen und selbst im Fach Technikjournalismus, das vor wenigen Jahren noch ĂŒberwiegend von jungen MĂ€nnern gewĂ€hlt wurde, zeigen, dass sich eine Frauenquote von 50 Prozent auch im Technikjournalismus realisieren ließe. Gleichzeitig kann ein interdisziplinĂ€rer Studiengang wie Technikjournalismus durch die Abdeckung journalistischer und technischer Kompetenzen junge Frauen und MĂ€nner ausbilden, die sich sowohl fĂŒr Technik als auch fĂŒr deren Vermittlung interessieren.

/Marcel Tittko und Marvin Sommershof editiert von ske

Grafiken von gender2technik auf Grundlage der Daten von Marcel Tittko und Marvin Sommershof 

Studentinnen aus dem Bereich MINT (Informatik) betrachten eine Platine.

Frauenanteil in MINT-StudiengÀngen steigt

Die MINT-StudiengĂ€nge werden bei Frauen immer beliebter, wie der Nationale Pakt fĂŒr Frauen in MINT-Berufen in einer Pressemitteilung von Ende 2016 mitteilte. Die Statistiken zeigen, dass die Zahlen der MINT-StudienanfĂ€ngerinnen deutlich gestiegen sind. Dennoch beginnen weniger Frauen ein Studium aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Der Anteil der StudienanfĂ€ngerinnen in den FĂ€chern Elektrotechnik und Informationstechnik ist mit 15,3 Prozent so hoch wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr 2014 stieg der Anteil der StudienanfĂ€ngerinnen um fast 10 Prozent. Seit Beginn der Aufzeichnung im Jahre 1976 stieg der Anteil der StudienanfĂ€ngerinnen kontinuierlich an. Dennoch ist ihr Anteil mit 15,3 Prozent sehr gering. Besser sieht es in der Informatik aus, hier ist mittlerweile fast jeder vierte StudienanfĂ€nger eine Frau. Im Bauingenieurswesen liegt der Frauenanteil sogar noch etwas höher. Er steigt erstmals auf ĂŒber 30 Prozent. Ähnlich gut sieht es in der Physik und Astronomie aus. In der Chemie und Mathematik liegt der Frauenanteil sogar nah an der 50 Prozent Marke.

studienanfaengerinnen-2000-2008-und-2015

Aktuelle Daten aus dem Wintersemester 2015/2016

Elektrotechnik und Informationstechnik

  • Frauenanteil unter den StudienanfĂ€ngern mit 15,3 % so hoch wie nie zuvor
  • 28.086 Studierende im 1. Fachsemester (Studienbereich Elektrotechnik und Informationstechnik)
  • 4.310 (15,3 %) StudienanfĂ€ngerinnen | 23.776 (84,7 %) StudienanfĂ€nger
  • VerĂ€nderung 2014 auf 2015: insgesamt +2,2 % | Frauen: +9,6 % | MĂ€nner: +0,9 %

Informatik

  • Fast jeder vierte StudienanfĂ€nger in der Informatik ist mittlerweile eine Frau
  • 68.998 Studierende im 1. Fachsemester (Studienbereich Informatik)
  • 16.947 (24,6 %) StudienanfĂ€ngerinnen | 52.051 (75,4 %) StudienanfĂ€nger
  • VerĂ€nderung 2014 auf 2015: insgesamt +7,2 % | Frauen: +11,3 % | MĂ€nner: +5,9 %

Bauingenieurwesen

  • Frauenanteil unter den StudienanfĂ€ngern im Bauingenieurwesen steigt erstmals auf ĂŒber 30%
  • 18.896 Studierende im 1. Fachsemester (Studienbereich Bauingenieurwesen)
  • 5.689 (30,1 %) StudienanfĂ€ngerinnen | 13.207 (69,9 %) StudienanfĂ€nger
  • VerĂ€nderung 2014 auf 2015: insgesamt +2,7 % | Frauen: +8,3 % | MĂ€nner: +0,5 %

Mathematik

  • 12.691 (47,8 %) StudienanfĂ€ngerinnen | 13.847 (52,2 %) StudienanfĂ€nger
  • VerĂ€nderung 2014 auf 2015: insgesamt +1,5 % | Frauen: +0,9 % | MĂ€nner: +2,0 %

Physik & Astronomie

  • 5.962 (32,5 %) StudienanfĂ€ngerinnen | 12.363 (67,5 %) StudienanfĂ€nger
  • VerĂ€nderung 2014 auf 2015: insgesamt: +3,5 % | Frauen: +6,3 % | MĂ€nner: +2,2 %

Chemie

  • 8.488 (45,0 %) StudienanfĂ€ngerinnen | 10.369 (55,0 %) StudienanfĂ€nger
  • VerĂ€nderung 2014 auf 2015: insgesamt +4,1 % | Frauen: +7,2 % | MĂ€nner: +1,6 %

/dmi

Quelle: 

Pressemitteilung vom 19.12.2016: MINT-FĂ€cher stark nachgefragt

Nationaler Pakt fĂŒr Frauen in MINT-Berufen

Grundlage fĂŒr die Statistiken sind Daten des Statistischen Bundesamtes und eigene Berechnungen des Kompetenzzentrums Technik – Diversity – Chancengleichheit

Fotos:

Beistragsfoto: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. | Ort: zdi-SchĂŒlerlabor coolMINT.paderborn

Grafik: Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit

 

 

 

 

 

 

Technik-Professorinnen gesucht

Video ĂŒber die Lehre an einer Hochschule fĂŒr angewandte Wissenschaften

Welch spannende Berufsfelder sich fĂŒr Ingenieurinnen an einer Hochschule bieten, zeigt ein Video, das jetzt in einer Kooperation der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Hochschule Bochum entstanden ist. Im Video erzĂ€hlen unter anderem die Chemikerin Margit Schulze und die Geoinformatikerin Ulrike Klein (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg) sowie die Architektin Karin Lehmann (Hochschule Bochum) von ihrem beruflichen Alltag.

Gerade an den frĂŒheren Fachhochschulen, den heutigen Hochschulen fĂŒr angewandte Wissenschaften, mit ihrer in der Regel stark technischen Ausrichtung werden Professorinnen gesucht. Wenn FĂ€cher wie Elektrotechnik und Maschinenbau nur von wenigen jungen Frauen studiert werden, fehlen anschließend auch Ingenieurinnen, die fĂŒr eine Karriere als FH-Professorin infrage kommen. Dabei sind weibliche Vorbilder gerade hier besonders wichtig.

Aber auch Fachbereiche, wie Betriebswirtschaft, Sozialversicherungen, Informatik und sogar Journalistik gibt es zunemend an Hochschulen fĂŒr angewandte Wissenschaften.

Zum Schutz Ihrer personenbezogenen Daten wurde Ihre Verbindung zu YouTube gesperrt. Klicken Sie auf Beitrag laden, um YouTube freizuschalten. Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die DatenschutzerklĂ€rung von YouTube. Weitere Informationen ĂŒber die DatenschutzerklĂ€rung von YouTube finden Sie hier: YouTube DatenschutzerklĂ€rung.

 

 

Die Professorinnen begeistert an ihrem Beruf, dass sie an aktuellen Themen forschen und dabei Theorie und Praxis miteinander verbinden können. Die Lehre in kleinen Gruppen schaffe eine angenehme AtmosphĂ€re. Familie und Beruf könnten gut miteinander vereint werden. Die Voraussetzungen fĂŒr eine Berufung zur Professorin können je nach Bundesland variieren. Allen gemeinsam ist jedoch, dass ein abgeschlossenes Hochschulstudium und eine mehrjĂ€hrige Berufserfahrung vorausgesetzt wird.

Das Video „Professorinnen – wo seid Ihr?“ entstand aus der Zusammenarbeit der Hochschule Bochum und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Das Projekt begann 2012 mit einer Studie der Hochschule Bochum. Die Studie kam zu dem Schluss, dass das Berufsbild unter geeigneten Bewerberinnen nicht bekannt genug ist. Das Video soll den Beruf der Professorin an angewandten Hochschulen fĂŒr den Nachwuchs bekannter machen. Weitere Informationen zum Berufsbild, den Voraussetzungen, Förderprogrammen und Veranstaltungen finden sich auf der Webseite www.professorin-werden.de.

Weitere Erfahrungen von Professorinnen an Hochschulen fĂŒr angewandte Wissenschaften finden sich in einem Artikel vom April 2015 der Deutschen UniversitĂ€tszeitung duz Frauen, wo seid ihr?.

/dmi

Foto: Standbild aus dem Video „Professorinnen – wo seid Ihr?“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Hochschule Bochum

 

MINT-StudiengĂ€nge fĂŒr Frauen

Pro und Contra FrauenstudiengÀnge

Frauen sind in MINT-StudiengĂ€ngen immer noch unterreprĂ€sentiert. Dies bestĂ€tigen die Daten des Statistischen Bundesamtes. 2014 waren in den Ingenieurwissenschaften nur knapp ĂŒber 24 Prozent der StudienanfĂ€nger Frauen.

Doch auch hier gibt es Unterschiede: Elektrotechnik ist mit 14,3 Prozent StudienanfĂ€ngerinnen das mĂ€nnerlastigste Fach, wĂ€hrend es in Mathematik und Chemie ĂŒber 40 Prozent Frauen gibt.

Selbstvertrauen aufbauen

Eine mögliche Antwort auf den geringen Frauenanteil sind StudiengĂ€nge nur fĂŒr Frauen. Mit diesem monoedukativen Ansatz soll das Selbstvertrauen der StudienanfĂ€ngerinnen in ihre technischen FĂ€higkeiten gestĂ€rkt werden. Denn die Überzahl an mĂ€nnlichen Studierenden im MINT-Bereich macht vielen Frauen zu schaffen. FĂŒr sie ist das Studium so eine grĂ¶ĂŸere Herausforderung, da sie oft zwischen dem Ideal des typischen mĂ€nnlichen Ingenieurs und weiblichen Rollenbildern hin und her gerissen sind. Außerdem fallen Frauen in den technischen StudiengĂ€ngen stĂ€rker auf und es mangelt an weiblichen Vorbildern, so genannten ‚role models‘, die zur Orientierung wichtig wĂ€ren.

Entspannt lernen

Ein Hintergrundgedanke monoedukativer StudiengĂ€nge ist es, fĂŒr Frauen eine entspannte LernatmosphĂ€re zu schaffen. Viele werben damit, dass sie keine technischen oder naturwissenschaftlichen Vorkenntnisse erwarten. Dies soll die Hemmschwelle fĂŒr StudienanfĂ€ngerinnen weiter senken. Einzig Interesse und Begeisterung sind Vorraussetzung fĂŒr den Studienanfang. Die Studieninhalte sind letztlich aber dieselben, die auch ihre mĂ€nnlichen Kommilitonen bewĂ€ltigen mĂŒssen.

ZusĂ€tzlich bieten einige StudiengĂ€nge Mentorinnen-Programme an. Hier können StudienanfĂ€ngerinnen Kontakte mit fortgeschrittenen Semestern und Absolventinnen knĂŒpfen und so unter UmstĂ€nden ihr persönliches ‚role model‘ finden.

Vorurteile und Entwicklungspotenzial

FrauenstudiengĂ€nge kommen nicht bei jedem gut an. Aufgrund des monoedukativen Modells werden Absolventinnen oft weniger wertgeschĂ€tzt als ihre koedukativen Kommilitoninnen. Ausschlaggebend dafĂŒr sind nicht die Studieninhalte. Oft wird angenommen, dass sich Absolventinnen im spĂ€teren Berufsleben nicht gegenĂŒber ihren mĂ€nnlichen Kollegen durchsetzen könnten.

Durch die entspannte LernatmosphÀre stÀrken die Frauen jedoch ihre fachlichen Kompetenzen und damit auch ihr Selbstvertrauen. Treffen sie dann auf mÀnnliche Kollegen, haben sie genug Selbstbewusstsein und ernten Respekt, so Professorin Gerlinde Schreiber von der Hochschule Bremen. Zudem sind FrauenstudiengÀnge sehr individuell aufgebaut. Einige Studentinnen sind bis zum Abschluss unter Frauen und in anderen StudiengÀngen werden die Studentinnen nach wenigen Semestern in den koedukativen Studiengang integriert. Manche haben auch von Beginn an einzelne FÀcher zusammen mit mÀnnlichen Kommilitonen.

Regine Komoß kommt in ihrer Dissertation „FrauenstudiengĂ€nge – zwischen Vorteil und Vorurteil“ zu dem Schluss, dass FrauenstudiengĂ€nge viele Vorteile bieten, sich jedoch noch in der Entwicklung befinden :

 „Entscheidend wird sein, wie mit diesen Vorurteilen umgegangen wird, ob es gelingt, sich auch lĂ€ngerfristig als qualitativ hochwertige Studienangebote zu etablieren und ob sich FrauenstudiengĂ€nge damit ein eigenes fachlich anerkanntes Profil verschaffen können. FrauenstudiengĂ€nge sind aber zu diesem Zeitpunkt als ein innovatives Zukunftsmodell mit hohem Entwicklungspotential zu werten.“(S. 276 f.)

MINT-FrauenstudiengĂ€nge im Überblick

MĂ€nner fĂŒr soziale Berufe

Neben der Forderung, Frauen in technische Berufe zu bringen, steht oft auch der Wunsch MĂ€nner fĂŒr die sozialen Bereiche zu begeistern. Diesen Ansatz verfolgt das Portal „Neue Wege fĂŒr Jungs“.  Es ist ein bundesweites Netzwerk und Fachportal zur Berufswahl und Lebensplanung von Jungen und versucht sie zum Beispiel mit dem Boys‘ Day fĂŒr soziale Berufe zu gewinnen.

Quellen

Regine Komoß (2005): FrauenstudiengĂ€nge – zwischen Vorteil und Vorurteil. UniversitĂ€t Dortmund. https://eldorado.tu-dortmund.de/bitstream/2003/23259/4/Dissertation.pdf

Lisa Oenning (28.04.2016): Angehende IT-Expertinnen unter sich. In der Wirtschafts Woche. http://www.wiwo.de/erfolg/campus-mba/frauen-studiengaenge-angehende-it-expertinnen-unter-sich-/13514736.html

Merle Schmalenbach, dpa (20.01.2011): Frauen-StudiengĂ€nge: MĂ€nner mĂŒssen draußen bleiben. In Spiegel Online, Unispiegel.http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/frauen-studiengaenge-maenner-muessen-draussen-bleiben-a-736153.html

Janna Degener (30.06.2015): FrauenstudiengÀnge in Deutschland. In Studis Online. http://www.studis-online.de/Studienfuehrer/frauenstudiengaenge.php

komm mach MINT: Daten zu StudienanfÀngerinnen in technisch-naturwissenschaftlichen Studienbereichen 2014. http://www.komm-mach-mint.de/Service/Daten-Fakten

/dmi

So sehen Ingenieurinnen aus

Fotoreportagen von Studierenden der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS)

Schilling1

Als Entwicklungs-Ingenieurin bei einem Autobauer, Bergbauingenieurin im Tagebau Hambach oder Projekt-Ingenieurin bei einem Chemie-Unternehmen – es gibt sie, die Frauen, denen es Spaß macht, in diesen Bereichen zu arbeiten. Dabei können sich laut einer aktuellen OECD-Studie nur 15 Prozent der Eltern in Deutschland vorstellen, dass ihre Tochter einmal Ingenieurin wird.

Im vergangenen Semester haben Studierende des Studiengangs Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sieben Ingenieurinnen an ihrem Arbeitsplatz mit der Kamera begleitet. Die Frauen, die in ganz unterschiedlichen Unternehmen der Region Rhein-Sieg arbeiten, haben dabei nicht nur von ihren Aufgaben und ihrem Berufsweg erzÀhlt, sondern auch einen Einblick in ihr VerstÀndnis von Technik gegeben.

Mehr Bilder und Einblicke finden Sie hier