Mikrobiologin im Labor beim Pipetieren. Forschungsarbeit einer Wissenschaftlerin.

Lesetipp: Darwins Schwestern

Vorreiterinnen der Biologie

Anlässlich des internationalen Tags der biologischen Vielfalt am 22. Mai hat „gender2technik“ einen Lesetipp fĂĽr alle, die gerne mehr ĂĽber Vorreiterinnen aus dem biologischen Forschungsfeld wissen möchten:

Fischer, Gudrun (Hg.) (2009): Darwins Schwestern: Porträts von Naturforscherinnen und Biologinnen. Orlanda Frauenverlag.

Darwin ist weltweit bekannt als Forscher und Entdecker der Welt. Doch nur wenig ist bekannt über Entdeckerinnen, obwohl sie schon seit Jahrhunderten Expeditionen unternehmen und Flora und Fauna erforschen und katalogisieren. Diese Frauen stehen Darwin in nichts nach, bekamen jedoch nicht die gebührende Anerkennung aufgrund ihres Geschlechts. Das im März 2009 erschienene Buch der Herausgeberin Gudrun Fischer portratiert diese Pionirinnen und Naturforscherinnen. Neben bereits verstorbenen Vorreiterinnen, wie Maria Sibylla Merian, die von 1647-1717 lebende Insektenkundlerin, stellt sie auch weibliche Vorbilder der heutigen Zeit vor, wie die Entwicklungsbiologin Christiane Nüsslein-Volhard. Trotz unterschiedlicher Autorinnen gelingt es, die Leidenschaft der Forscherinnen wiederzugeben.

Foto: Pixabay.com / FotoshopTofs

Letzte Ă„nderung: 23.05.2017

/dmi

 

Potrait der ersten Nobellpreisträgerin der Physiologie oder Medizin 1947, Gerty Theresa Cori.

Wegbereiterin Gerty Cori

Erste Nobelpreisträgerin der Physiologie oder Medizin

Am 7. April war der Weltgesundheitstag. Anlass für „gender2technik“ das Leben der Vorreiterin Gerty Cori näher zu beleuchten. 1947 erhielt sie zusammen mit ihrem Mann Carl Ferdinand Cori den Nobelpreis für die Entdeckung des Verlaufs des katalytischen Glykogen-Stoffwechsels, umgangssprachlich auch als Zuckerstoffwechsel bekannt. Sie war die erste Frau, die einen Nobelpreis der Physiologie oder Medizin verliehen bekam und somit Vorbild für viele weitere Wissenschaftlerinnen.

Der zyklische Verlauf des Glykogen-Stoffwechsels wird auch heute noch als Cori-Zyklus bezeichnet. Der Kreislauf beschreibt folgendes: Zucker wird in der Muskulatur zu Energie umgewandelt. Dabei entsteht Lactat als Abfallprodukt. Das Lactat wird dann durch den Blutkreislauf in die Leber transportiert. Hier kann es durch die Energie von Fett(säuren) wieder in Zucker umgewandelt werden. Der entstehende Zucker kann dann entweder gespeichert werden oder er gelangt durch den Blutkreislauf wieder zur Muskulatur. Die Entdeckungen der Coris zum Zucherstoffwechsel legten den Grundstein für weitere Forschungen und Entdeckungen.

Das effektive Cori-Team forschte auch an den Effekten der Hormone Insulin und Adrenalin im Zuckerstoffwechsel. 1936 konnten sie erstmals Glucose-1-phosphat isolieren, welches auch den Namen Cori-Ester trägt. Den Lohn fĂĽr diese Errungenschaft wurde jedoch zunächst nur ihrem Mann zugeschrieben. Zahlreiche weitere Erfolge auf dem Gebiet der Biochemie folgten. Jedoch wurden ihre wissenschaftlichen Erfolge nicht gewĂĽrdigt. Während Carl Cori 1931 auf eine Professur berufen wurde, erhielt Gerty Cori erst 1943 eine Assistenz-Professur. FĂĽnf Jahre später, 1947 wurde auch Gerty auf eine „vollständige“ Professur berufen – dem selben Jahr, in dem Gerty und Carl Cori den Nobelpreis der Physiologie/Medizin erhielten.

Ein Jahr nach der Nobelpreisverleihung wurde bei Gerty Cori die seltene Krankheit Myelofibrose, eine Erkrankung des Knochenmarks, festgestellt. Dennoch arbeitete sie engagiert bis zu ihrem Tod weiter. Sie war somit nicht nur Vorreiterin fĂĽr Frauen in der Medizin, sondern auch Vorbild fĂĽr sie. Dennoch vergingen 30 Jahre, bis erneut eine Frau – Rosalyn Sussman Yalow – 1977 den Nobelpreis der Physiologie/Medizin erhielt.

Auch 70 Jahre nachdem die erste Frau einen Nobelpreis in der Physiologie erhalten hat ist der Frauenanteil erschreckend gering: Bisher haben nur 12 Frauen einen Nobelpreis für Physiologie/Medizin erhalten. Im Vergleich dazu liegt der Männeranteil mit 199 Nobelpreisträgern in der Disziplin deutlich höher. Jedoch zeigt sich, dass der Abstand zwischen den Verleihungen an eine Frau sich mittlerweile verkürzt hat. Waren es vor dem Jahre 2000 noch durchschnittlich acht bis neun Jahre, so vergehen nach 2000 im Durchschnitt nur noch rund zwei bis drei Jahre bis zu einer Nobelpreisträgerin in der Physiologie/Medizin.

Nobelpreisträgerinnen für Physiologie oder Medizin:

  • 1947: Gerty Cori und Carl Ferdinand Cori: „fĂĽr ihre Entdeckung des Verlaufs des katalytischen Glykogen-Stoffwechsels“
  • 1977: Rosalyn Sussman Yalow: „fĂĽr die Entwicklung radioimmunologischer Methoden der Bestimmung von Peptidhormonen“
  • 1983: Barbara McClintock: „fĂĽr ihre Entdeckung der beweglichen Strukturen in der Erbmasse“
  • 1986: Rita Levi-Montalcini und Stanley Cohen: „fĂĽr ihre Entdeckung des Nervenwachstumsfaktors“
  • 1988: Gertrude Belle Elion, James Whyte Black und George Herbert Hitchings: „fĂĽr ihre wegweisenden Entdeckungen wichtiger biochemischer Prinzipien der Arzneimitteltherapie“
  • 1995: Christiane NĂĽsslein-Volhard, Edward B. Lewis und Eric F. Wieschaus: „fĂĽr ihre grundlegenden Erkenntnisse ĂĽber die genetische Kontrolle der frĂĽhen Embryonalentwicklung“
  • 2004: Linda B. Buck und Richard Axel: „fĂĽr die Erforschung der Riechrezeptoren und der Organisation des olfaktorischen Systems“
  • 2008: Françoise BarrĂ©-Sinoussi und Luc Montagnier: „fĂĽr die Entdeckung des HI-Virus“
  • 2009: Elizabeth H. Blackburn, Carol W. Greider und Jack Szostak: fĂĽr die Entdeckung, „wie Chromosomen durch Telomere und das Enzym Telomerase geschĂĽtzt werden“
  • 2014: May-Britt Moser, Edvard Moser und John O’Keefe: „fĂĽr Entdeckungen von Zellen, die ein Positionierungssystem im Gehirn bilden“
  • 2015: Youyou Tu: „fĂĽr ihre Entdeckungen betreffend eine neuartige Therapie fĂĽr Malaria“

Quellen:

Nobelprize.org (2014): „Gerty Cori – Biographical“. Nobel Media AB 2014.

Nobelprize.org: Nobel Prize Awarded Women

Marc Scheloske (2008): Karriere im Schatten: Die Nobelpreisträgerin Gerty Theresa Cori. In: Science Blogs.

Foto: von National Library of Medicine, Images from the History of Medicine, B05353 [Public domain], via Wikimedia Commons

/dmi

Letzte Aktualisierung: 22.05.2017

Zweiter „Women in Tech Day“

Ein Forum fĂĽr Frauen in der IT- und Games-Branche

IMG_7055

Foto: gender2technik

Auf der Gamescom, der weltweit größten Messe fĂĽr Computer- und Videospiele, treffen sich auch dieses Jahr wieder Frauen aus der IT- und Games-Branche. Der „Women in Tech Day“ beginnt am 17. August um 12.30 Uhr im Europasaal des Congress-Centrums Ost der Koelnmesse. Neben mehreren Reden sind auch Workshops geplant.

Der „Women in Tech Day“ möchte die Vielfalt in den Technologiebranchen fördern und weibliche Vorbilder wĂĽrdigen, indem er den Erfahrungsaustausch mit Unternehmerinnen, Frauen in FĂĽhrungspositionen und technischen Vordenkerinnen ermöglicht. Interessentinnen bietet er die Möglichkeit, sich ĂĽber Chancen und Perspektiven des IT-Sektors und der Games-Branche zu informieren und Kontakte zu knĂĽpfen. Der „Women im Tech Day“ wurde 2015 erfolgreich eigefĂĽhrt und erntete groĂźe Resonanz.

Die Zahl der Teilnehmerinnen ist auf 100 begrenzt. Eine Anmeldung wird empfohlen.

Weitere Informationen zum Ablauf

/dmi

Freikarten fĂĽr GrĂĽnderinnen

Bits & Pretzels eröffnet Chancen

In der GrĂĽnderszene haben Frauen nicht die gleichen Chancen wie Männer, zu dem Ergebnis kam eine 2015 erschienene Studie des Computerkonzerns Dell. Es fehlen weibliche Vorbilder und Netzwerke. Auch auf GrĂĽnderkonferenzen sind Frauen meist unterrepräsentiert. Daher verlost „Bits & Pretzels“ 300 Freikarten bei der Aktion „Women in Tech“ fĂĽr ihr GrĂĽnderfestival vom 25. bis zum 27. September 2016 in MĂĽnchen. Bis zum 29. April können sich Frauen hier bewerben.

/dmi

So sehen Ingenieurinnen aus

Fotoreportagen von Studierenden der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS)

Schilling1

Als Entwicklungs-Ingenieurin bei einem Autobauer, Bergbauingenieurin im Tagebau Hambach oder Projekt-Ingenieurin bei einem Chemie-Unternehmen – es gibt sie, die Frauen, denen es Spaß macht, in diesen Bereichen zu arbeiten. Dabei können sich laut einer aktuellen OECD-Studie nur 15 Prozent der Eltern in Deutschland vorstellen, dass ihre Tochter einmal Ingenieurin wird.

Im vergangenen Semester haben Studierende des Studiengangs Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sieben Ingenieurinnen an ihrem Arbeitsplatz mit der Kamera begleitet. Die Frauen, die in ganz unterschiedlichen Unternehmen der Region Rhein-Sieg arbeiten, haben dabei nicht nur von ihren Aufgaben und ihrem Berufsweg erzählt, sondern auch einen Einblick in ihr Verständnis von Technik gegeben.

Mehr Bilder und Einblicke finden Sie hier

 

Vorbildliche Technik-Frauen

Role Models ebnen den Weg für Mädchen und Frauen in technischen Berufen

Um den Nachwuchsbedarf in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern zu sichern und die Gesellschaft nachhaltig zu verändern, mĂĽssen langfristig mehr Frauen und Mädchen fĂĽr technische Berufe gewonnen werden. Weibliche Role Models sollen dabei mit den Vorurteilen von „männlichen“ Berufen aufräumen. Denn: Mädchen und junge Frauen lernen Technik und Naturwissenschaften am besten durch Vorbilder kennen.

Die Firma Pieron in Bochholt geht mit gutem Beispiel voran und zeigt das mit einem neuen Imagefilm: „FĂĽr mich macht dat SpaĂź“. Vier von sechs Ausbildungstellen waren 2015 von jungen Frauen besetzt. Vorbild ist ihnen die Ausbilderin Jennifer Steffens. Die jungen Frauen schätzen die UnterstĂĽtzung ihrer Ausbilderin sehr. Sie drehen und fräsen mit Begeisterung technische Federn und raten jungen Mädchen: Traut euch!

 /dmi

 

Wer war Emmy Noether?

Albert Einstein ist weithin bekannt. Doch wer war Emmy Noether und was hat sie mit Einstein zu tun?

Am 13. April 2015 veröffentlichte CNN eine Fotodokumentation ĂĽber bedeutende Forscherinnen. Mit „The myth about women in science“ wollen die Autoren bedeutende Vorreiterinnen in der Wissenschaft der letzten Jahrhunderte und ihre modernen Ebenbilder vorstellen.

/dmi